Lenovo Thinkpad X1 Fold im Test: Das coolste Notebook des Jahres 2020

Lenovos Thinkpad X1 Fold zeigt, wie faszinierend und praktisch das Foldable als Windows-PC sein kann. Allerdings gibt es noch viel zu tun.

Ein Test von veröffentlicht am
Das X1 Fold sieht auf den ersten Blick nicht einmal aus wie ein Notebook.
Das X1 Fold sieht auf den ersten Blick nicht einmal aus wie ein Notebook. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)

Ein Notebook hat eine Tastatur, ein Display und kann zugeklappt werden. Üblicherweise wird dies heutzutage durch ein Gehäuse realisiert, das einen Displayteil und einen Tastaturteil mit einem Scharnier verbindet. Das hat sich seit Geräten wie dem Toshiba T1100 von 1985 kaum verändert.

Neben dem sogenannten Clamshell-Design und den 360-Grad-Convertibles wurden mit dem Aufkommen der Touchbedienung und dem Tablet als Formfaktor auch Detachables eingeführt, bei denen Tastaturteil und Displayteil voneinander getrennt werden werden konnten. Experimente mit zwei Displays und einem Scharnier wurden auch gemacht, eine wirklich sinnvolle Evolution des Notebooks ist das allerdings nicht gewesen.

2020 kommt nun Lenovo mit einem völlig neuen und bisher bei Smartphones genutzten Formfaktor daher: dem Foldable. Das Thinkpad X1 Fold ist eines der ersten Windows-Laptops mit faltbarem Display - und damit ist es für uns das interessanteste Notebook des Jahres. Daran kann auch der Fakt nichts ändern, dass diese erste Generation noch nicht völlig ausgereift wirkt, und dass es für die meisten Menschen viel zu teuer sein dürfte.

KomponenteTyp
CPUIntel Core i5-L16G7 (1C @ 3,0 GHz + 4C @ 2,8 GHz)
GPUintegriert
RAM8 GByte LPDDR4X-4266 (verlötet)
Massenspeicher512 GByte Kioxia BG4 (NVMe, M.2-2242)
Display13,3 Zoll OLED (304 cd/m², 2.048 x 1.536 Pixel, spiegelnd, Touch-Screen, Stift-Digitizer)
Anschlüsse2x USB-C-3.2 Gen2 (1x Displayport Alternate Mode)
Maße253,6 x 158 x 27,8 mm (gefaltet), 299 x 235,6 x 11,3 mm (ausgeklappt)
Gewicht1 kg
Preisab 2.700 Euro
Lenovo Thinkpad X1 Fold - Übersicht

Als Lenovo das Gerät auf der CES 2020 im Januar erstmals für neugierige Blicke ausstellte, handelte es sich noch um eine frühere Version. Das Scharnier wurde inzwischen minimal verbessert, sodass der Knick weniger auffällig ist.

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Auf der Messe durfte Golem.de das Gerät allerdings nicht anfassen. Jetzt, wo wir es in den Händen halten, können wir sagen: Die Verarbeitungsqualität ist überraschend hochwertig. Die Displayränder sind mit einer gummiartigen und flexiblen Hülle ummantelt, die sich anfangs etwas merkwürdig anfühlt. Allerdings ist dadurch ein guter Halt in den Fingern gewährleistet, was ein Vorteil beim Halten in einer Hand sein kann.

Die Ledermappe ist nicht optional

Die Rückseite des Fold besteht aus Glas, ist allerdings von einer Lederhülle geschützt, die selbst an einer Schiene befestigt ist. Beim Aus- und Einklappen kann sich die enganliegende Mappe bewegen und reißt nicht ein. Allerdings ist sie ein integraler Bestandteil des Gerätes und lässt sich nicht ohne Weiteres abnehmen. Dadurch ist das Notebook etwas dicker. Die Hülle kann an einer Seite geknickt werden und fungiert so als Ständer, mit dem wir das Gerät im Tablet-Modus auf einen Tisch stellen können.

Das stellt sich allerdings als etwas wackelig heraus und wir sollten aufpassen, dass wir das Fold nicht aus Versehen umwerfen. Wir hätten es besser gefunden, wenn statt einer Ledermappe hier ein integrierter Ständer - ähnlich wie beim Surface Pro - verbaut gewesen wäre.

  • Thinkpad X1 Fold (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Thinkpad X1 Fold (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Thinkpad X1 Fold (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Die Rückseite ist mit Leder überzogen.(Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Thinkpad X1 Fold (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Das Scharnier ist stabil. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Das Scharnier ist stabil. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Netzschalter und Lautstärkewippe (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Einer von zwei USB-C-Anschlüssen (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Der Nano-SIM-Slot ist optional. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Ein weiterer USB-C-Port an der Seite (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Thinkpad X1 Fold (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Der Klappständer ist etwas wackelig. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Der Klappständer ist etwas wackelig. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Die SSD ist über eine Klappe erreichbar. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Das X1 Fold im Tablet-Modus (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Thinkpad X1 Fold (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Schlaufe für den Stift (Bild: Oliver Nickel/Golem.de
  • Thinkpad X1 Fold (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Thinkpad X1 Fold (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Zusammengeklappt ist das Gerät recht dick. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Der Stift kann aufgeladen werden. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Aktiver Stylus (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Die Tastatur ist etwas zu klein. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Schlaufe für den Stift (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Die Farbraumabdeckung ist sehr gut. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Die Farbraumabdeckung ist sehr gut. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Die Cinebench-Werte sind nicht sonderlich herausragend. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Durchschnittlich gute SSD von Toshiba (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Akkuleistung in PCMark 10 (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Akkuleistung in Powermark (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
Die Rückseite ist mit Leder überzogen.(Bild: Oliver Nickel/Golem.de)

Das X1 Fold hat im Gegensatz zum Surface Pro zudem keinen USB-A-Port verbaut. Stattdessen sind es zwei USB-C-Ports (3.2 Gen2). Auch wird das System per USB-C-Netzteil aufgeladen. Weitere Anschlüsse können nur per Adapter hinzugefügt werden. Allerdings gibt es bei unserem Testmuster ein WAN-Modul mit SIM-Kartenslot, welches sich in Mobilfunknetze einwählen kann. Standardmäßig wird Wi-Fi 6 über das integrierte AX200-Modem von Intel möglich.

In der Schachtel liegt eine kleine Bluetooth-Tastatur bei, die mit 23 x 14,5 cm die Hälfte des 13,3-Zoll-Gerätes abdeckt. Sie soll optional immer dann genutzt werden können, wenn wir das Fold im Notebook-Modus halb zusammengefaltet verwenden. Der obere Bildschirmteil dient dann als winzige Anzeige, während wir auf physischen Tasten statt der unten eingeblendeten Bildschirmtastatur tippen. Lenovo realisiert den Notebook-Modus übrigens über eine separate Software. Dazu später mehr.

Die Tastatur selbst wird induktiv geladen, wenn wir sie zwischen den beiden Hälften des Foldables verstauen. Sie hält mit Magneten auf einer Seite des Displays fest. Lenovo übernimmt hier die gewohnten Tasten mit gebogener Unterkante und matter Textur. Auch der Schaltweg der Tasten erinnert an die exzellenten Thinkpad-Tasten. Das Problem hier ist allerdings, dass nicht genug Platz vorhanden ist. Im gefalteten Notebook-Modus hat das Thinkpad X1 Fold wenig Fläche für Tasten zur Verfügung. Sie sind daher sehr klein und lassen sich nicht so schnell und zuverlässig tippen wie gewohnt.

Auch ist das Trackpad unterhalb der Tastatur viel zu klein und für Fehleingaben anfällig, wenn die Sensorfläche mehrere Eingaben erkennt und der Mauscursor unkontrolliert auf dem Bildschirm zittert. Schade, dass Lenovo hier den bei Thinkpads üblichen Trackpoint in der Mitte der Tastatur weggelassen hat. Dieser wäre für einen so kleinen Formfaktor die bessere Wahl gewesen. Uns ist auch aufgefallen, dass die Drucken-Sondertaste fehlt. Diese nutzen wir normalerweise gern für Bildschirmaufnahmen.

Aus all diesen Gründen verwenden wir meist den Touchscreen des Fold. Zusammen mit dem exzellenten und faltbaren OLED-Panel gehört er zu den großen Stärken des Gerätes.

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Das OLED-Display hat einen sichtbaren Knick, der aber nicht stört 
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Potrimpo 07. Jan 2021

Sorry, war krank. Hier Dein Link: https://www.heise.de/newsticker/meldung/ThinkPad-X1...

TheTomas 31. Dez 2020

Mmm und Du bist sicher, den Artikel auch gelesen zu haben? Nur weil Lenovo das Teil...

Trockenobst 29. Dez 2020

Die wollen ihre Entwicklungsarbeit finanziert bekommen. Das ist alles. Irgendwer kauft...

theFiend 28. Dez 2020

Gibts denn überhaupt notebooks mit "vernünftigen" Kameras?

demon driver 28. Dez 2020

..., warum eine Idee noch nicht früher umgesetzt wurde. Daran, dass Foldable-Displays...



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