Lenovo: Smartphone- und Servergeschäft sorgen für Verlust
Die starke Konkurrenz auf dem PC-Markt und anhaltende Schwierigkeiten im Smartphone- und Servergeschäft haben den chinesischen Hersteller Lenovo überraschend in die roten Zahlen gedrückt. Im ersten Geschäftsquartal von April bis Juni 2017 verzeichnet der einst weltweit größte PC-Produzent bei stagnierenden Umsätzen einen Verlust von 72 Millionen US-Dollar.
Niedrigerer Kurs für die Lenovo-Aktie
Ein Jahr zuvor hatte der Konzern noch 173 Millionen US-Dollar verdient. Nun verzeichnete er den ersten Fehlbetrag nach sechs Quartalen mit Gewinnen. Analysten hatten auch diesmal mit einem Überschuss gerechnet. An der Börse in Hongkong rutschte der Kurs mit einem Minus von mehr als 4 Prozent auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr. Der Umsatz war mit rund 10 Milliarden US-Dollar unverändert.
"Der starke Anstieg unserer Kosten hat uns in allen drei Sparten belastet" , sagte Konzernchef Yang Yuanqing. Nach prominenten Übernahmen hat Lenovo sein Smartphone- und Servergeschäft bislang nicht in den Griff bekommen. Der Konzern hatte Google 2014 den Handyhersteller Motorola gekauft und von IBM einen Teil der Serversparte übernommen.
Bisher drei Millionen Moto-Z-Smartphones verkauft
Doch Lenovos Smartphonegeschäft bringt auch weiterhin Verluste. Immerhin konnte das Unternehmen das selbst gesetzte Ziel erreichen, innerhalb eines Jahres drei Millionen Moto-Z-Smartphones zu verkaufen. Im Vergleich zum Wettbewerb sind die modularen Smartphones aber weiterhin ein kleiner Markt. Das defizitäre Smartphonegeschäft konnte den Verlust von 163 Millionen US-Dollar auf 129 Millionen US-Dollar senken.
Lieferschwierigkeiten, steigende Kosten und eine aggressive Konkurrenz machen dem Konzern auch im Servergeschäft das Leben schwer. Hier hat sich der Verlust von 31 Millionen US-Dollar auf 114 Millionen US-Dollar erhöht. Hinzu kommt, dass Lenovo zuletzt auch im PC-Kerngeschäft den Halt verlor. Die ehemalige weltweite Nummer eins büßte ihre Spitzenposition ein und wurde zuletzt vom US-Konkurrenten HP überholt.
Lenovo will nun in den kommenden Jahren 1,2 Milliarden US-Dollar in neue Technologien wie künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge und virtuelle Realitäten investieren. In der Mobilfunksparte setzt Lenovo weiterhin auf die Marke Motorola.



