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Lenovo Smart Paper im Test: Schreiben wie auf Papier

CES 2023
Lenovos Smart Paper ist ein leistungsfähiges digitales Notizbuch mit systemweiter Suchfunktion für handschriftliche Eingaben - im ersten Test überzeugt es in vielerlei Hinsicht.
/ Tobias Költzsch
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Das Lenovo Smart Paper im Einsatz (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Das Lenovo Smart Paper im Einsatz Bild: Martin Wolf/Golem.de

Lenovo hat auf der CES 2023 mit dem Smart Paper ein digitales Notizbuch vorgestellt, das dank mattem Display und einem Eingabestift mit wechselbaren Filzspitzen Schreiben wie auf Papier ermöglichen soll. Das Gerät ähnelt darin dem Remarkable 2 . In einem ersten kurzen Test zeigt das Smart Paper, dass es dem Remarkable-Tablet Konkurrenz machen kann.

Das Smart Paper hat ein 10,3 Zoll großes monochromes E-Ink-Display und kommt im Komplettpaket mit Stift und Hülle. Diese müssen Nutzer beim Remarkable 2 und auch beim Kindle Scribe separat kaufen. Der Stift wird magnetisch in einer passenden Vertiefung am linken Rand des Tablets aufbewahrt.

Die Benutzeroberfläche ist der des Remarkable 2 sehr ähnlich: Wir haben im Hauptmenü Zugriff auf unsere verschiedenen Notizbücher, auch E-Books können wir auf dem Smart Paper lesen. Lenovo zufolge ist das Gerät aber primär ein digitales Notizbuch, auf dem man auch Bücher lesen kann - und kein E-Book-Reader, auf dem man auch schreiben kann, wie es der Kindle Scribe ist.

Stift erkennt Druck und Schreibwinkel

Der Stift des Smart Paper hat 4.096 Druckstufen, das Tablet erkennt, wenn wir ihn schräg aufsetzen und schreiben. So können wir beispielsweise mit der Bleistiftfunktion schraffieren. Dank der guten Auswahl an Schreibwerkzeugen, unter anderem Bleistift, Druckbleistift, Pinsel, Kalligraphiestift und Kugelschreiber, lässt sich auf dem Smart Paper auch zeichnen.

Lenovo Smart Paper - Hands on (CES 2023)
Lenovo Smart Paper - Hands on (CES 2023) (01:41)

Schreiben fühlt sich auf dem Smart Paper sehr natürlich an, was am guten Widerstand des Stifts auf der matten Oberfläche des Displays liegt. Auch die Druckempfindlichkeit trägt dazu bei. Das Schreibgefühl ähnelt eher dem des Remarkable 2 als dem des Kindle Scribe. Die Latenz ist unserer Meinung nach zu vernachlässigen.

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Der Stift des Smart Paper benötigt keine Batterie und kommt ohne zusätzliche Buttons. Wir können also keine andere Stiftart oder die Radierfunktion per Knopfdruck auswählen - das geschieht ausschließlich über das Schreibwerkzeugmenü auf dem Display. Darüber können wir auch die Dicke des Stifts auswählen und die Farbe. Dabei stehen auch Rot und Blau zur Auswahl, die allerdings nur sichtbar sind, wenn ein Dokument exportiert wird, da das Display des Smart Paper monochrom ist.

An Schreibvorlagen stehen unterschiedliche Formate zur Verfügung. Wir können zwischen zahlreichen linierten und karierten Optionen, aber auch Spezialpapier wie Notizblättern wählen. Die Auswahl ist vergleichbar mit der umfangreichen des Remarkable 2.

Bessere Bearbeitungsfunktionen als beim Kindle Scribe

Über das Menü können wir nicht nur unser Schreibgerät auswählen, sondern beispielsweise geschriebenen Text markieren. Wie beim Remarkable 2 können wir diese Inhalte verschieben oder in der Größe ändern, was beim Anfertigen von Notizen praktisch ist - etwa, wenn man später noch etwas ergänzen will. Beim Kindle Scribe können wir das nicht, was uns im Test missfallen hat.

Bei dem uns gezeigten Vorseriengerät noch etwas versteckt ist die Texterkennungsfunktion des Smart Paper: Wir können handschriftliche Eingaben über eine Option im Exportmenü in Fließtext umwandeln lassen. In unserem Test funktioniert das gut, solange der Text einigermaßen leserlich geschrieben ist.

Praktisch ist, dass sich grundsätzlich alle handschriftlichen Eingaben auf dem Smart Paper dank der Texterkennung durchsuchen lassen. Geben wir in der Systemsuche einen Begriff ein, wandelt das Tablet alle handschriftlichen Eingaben im Hintergrund um und sucht nach dem gewünschten Wort. Der Sucherfolg hängt hier natürlich auch davon ab, wie ordentlich Nutzer schreiben.

Die im Lieferumfang enthaltene Hülle macht einen stabilen Eindruck. Ist sie geschlossen, schließt sie den Eingabestift in seiner Vertiefung komplett ein - verlieren können wir ihn dann nicht mehr. Beim Remarkable 2 gibt es eine solche Aufbewahrungsmöglichkeit nicht, weshalb wir den Stift dort öfters suchen müssen.

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Fazit

Das Smart Paper ist ein guter Einstieg für Lenovo in den Markt der digitalen Notizbücher. Anders als Amazon mit dem Kindle Scribe hat sich Lenovo wie Remarkable voll auf die Notizfunktion konzentriert, was dem Smart Paper gut tut: Schreiben macht auf dem Tablet Spaß.

Lenovo hat sich unserer Meinung nach deutlich vom Remarkable 2 inspirieren lassen, vor allem, was die Benutzeroberfläche betrifft. Vom Design her finden wir das Smart Paper mit seiner Aufbewahrung für den Stift aber gelungener. Auch gefällt uns, dass Käufer keine zusätzlichen Kosten für Stift und Hülle aufbringen müssen, da Lenovo alles mitliefert.

Mit 480 Euro für das gesamte Set liegt Lenovo auf einem konkurrenzfähigen Preisniveau. Das Remarkable 2 kostet aktuell mit vergleichbarem Stift und Klapphülle knapp 50 Euro mehr als Lenovos Notiztablet. Der Kindle Scribe mit Premium-Stift (samt Radierfunktion) kostet zwar nur 450 Euro, bietet dafür aber bei weitem nicht ein so realistisches Schreibgefühl.


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