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Lenovo-Chef kritisiert Microsoft: "Das kostenfreie Windows-10-Update war ein Fehler"

Lenovos Chef ist kein Fan von Microsofts kostenfreiem Windows -10-Update. Dem Softwareunternehmen sei es damit nicht gelungen, den PC-Markt wiederzubeleben. Um dennoch auf diesem Markt aktiv zu bleiben, will Lenovo auf Convertibles setzen – und sichere Software programmieren.
/ Hauke Gierow , dpa
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Lenovo-Chef Yang Yuanqing kritisiert Microsofts Update-Politik. (Bild: ChinaFotoPress/Getty Images)
Lenovo-Chef Yang Yuanqing kritisiert Microsofts Update-Politik. Bild: ChinaFotoPress/Getty Images

Microsoft hätte kein kostenfreies Update auf Windows 10 für Nutzer älterer Betriebssystem-Versionen anbieten sollen – diese Ansicht vertritt Lenovo-Chef Yang Yuanqing im Interview mit der Deutschen Presse Agentur (dpa). Vielmehr hätte der Softwarekonzern sich darauf konzentrieren sollen, Windows 10 mit darauf abgestimmter Hardware zu verkaufen, um den Kunden ein bestmögliches Erlebnis zu bieten.

Viele Kunden hätten sich bei Lenovo beschwert, weil ihre PCs nach dem Update auf das neue Betriebssystem Probleme bereitet hätten. Daher hätte Windows 10 nicht dazu beigetragen, den seit Jahren schwächelnden PC-Markt wiederzubeleben, so Yang. Microsoft bietet das kostenfreie Update nicht nur an, sondern lädt die Installationsdateien zum Teil ohne Wissen der Anwender über die Windows-Update Funktion herunter – dem Update zu entkommen, wird also immer schwieriger.

Lenovo will auf Convertibles setzen

Um auch weiterhin im PC-Markt präsent zu sein, will Lenovo auf Convertibles setzen – also Geräte, die Laptop und Tablet in einem sind. Erst vergangene Woche hatte das Unternehmen auf der CES die erneuerte X1-Serie vorgestellt, in der es auch ein entsprechendes Modell gibt.

Wenn Hersteller wie Sony das Notebook-Geschäft verlassen würden, wäre mehr Platz für andere Player, so Yang im Interview. Bei den Smartphones will sich Lenovo in Zukunft mit der Motorola-Marke Moto im Premium-Segment und dem Lenovo Vibe für die Einstiegs- und Mittelklasse etablieren. Allerdings gibt es nach wie vor keine Informationen, ob Lenovo seine Vibe-Smartphones auch in Deutschland vermarkten wird – bisher gibt es sie hierzulande offiziell nicht. Die Marke ZUK sei eine eigenständige Firma und nicht direkter Teil der Firmenstrategie, so Yang. Das ZUK Z1 überzeugte uns im Test als solides Mittelklasse-Smartphone.

Auf die im Frühling vergangenen Jahres gefundene Superfish-Software angesprochen, die durch SSL-Zertifikate mehrere Sicherheitslücken öffnete, versprach Yang, in Zukunft keine solche Software mehr zu installieren. Ganz auf die Installation eigener Software verzichten wolle das Unternehmen aber nicht, sagte Yang: "Definitiv können wir unseren Kunden mit Lenovo-Software einen Mehrwert bieten. Sie muss aber sehr sorgfältig getestet sein. In der Vergangenheit haben sich unsere Ingenieure vor allem darauf konzentriert, dass die Software gute Funktionen hat – und weniger darauf, dass sie auch sicher ist." Dies sei per Anweisung an die Software-Entwickler jetzt geändert worden.


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