Lenovo AI Now angeschaut: Lenovos KI-Assistent übernimmt bei Videokonferenzen

CES 2024 Lenovos neuer KI-Assistent AI Now kann offline auf eine persönliche Wissensdatenbank zugreifen und Nutzer per Videoschleife bei Videokonferenzen vertreten.

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Telefonkonferenz, ohne vor dem Rechner zu sitzen: die Videoschleife von Lenovos AI Now
Telefonkonferenz, ohne vor dem Rechner zu sitzen: die Videoschleife von Lenovos AI Now (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Wer kennt die folgende Szene nicht aus Actionfilmen: Um an einer Überwachungskamera vorbeizukommen, wird diese manipuliert, indem eine kurze Videoschleife als Signal eingespeist wird. Der Held oder die Heldin kann unbemerkt an der Kamera vorbei, während das Sicherheitspersonal nichts bemerkt.

Lenovo hat auf der Elektronikfachmesse CES 2024 den neuen KI-Assistenten AI Now gezeigt, der in den kommenden Monaten zunächst in der Volksrepublik China starten wird und einen ähnlichen Trick beherrscht. AI Now kann Nutzer kurzzeitig bei Videokonferenzen vertreten, beispielsweise in Microsoft Teams.

Dafür geben Nutzer in der Eingabeaufforderung von AI Now lediglich ein, dass sie die Konferenz kurz verlassen möchten, wie uns Lenovo in Rahmen einer Demonstration zeigte. AI Now nimmt anschließend ein drei Sekunden dauerndes Video vom aktuellen Kamera-Feed des Nutzers auf und spielt es nahtlos in einer Schleife ab.

Videoschleife dauert nur drei Sekunden

Der gesamte Prozess dauert lediglich einen Augenblick, Nutzer können sich vom PC entfernen, ohne dass es sofort auffällt. Da die Videoaufzeichnung nur drei Sekunden dauert, sollten sie es mit der Abwesenheit aber nicht übertreiben – und bei der Aufnahme keine ungewöhnlichen Bewegungen machen.

In unserer Demo war zudem in der rechten oberen Ecke der Hinweis zu lesen, dass es sich um ein Livebild handelt. Es dürfte also schwierig sein, sich aus einem Meeting zu schummeln. Nach der Rückkehr kann der Live-Kamera-Feed wieder aktiviert werden, beim Wechsel ist ein kleiner Ruckler in der Darstellung sichtbar. Dieser dürfte allerdings im Umfeld einer Videokonferenz kaum auffallen.

  • Lenovos KI-Assistent AI Now kann unter anderem Systemeinstellungen vornehmen und aus Daten einer persönlichen Wissensdatenbank Informationen gewinnen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Mit Hilfe von Partnern können auch KI-Bilder erzeugt werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auf dem neuen Thinkbook Plus Gen 5 Hybrid können KI-Bilder mit Stable Diffusion auf direkt auf dem Gerät erzeugt werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • AI Now kann auch eine Videoschleife erzeugen, die dann etwa in Teams abgespielt wird. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Lenovos KI-Assistent AI Now kann unter anderem Systemeinstellungen vornehmen und aus Daten einer persönlichen Wissensdatenbank Informationen gewinnen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Lenovos KI-Assistent läuft auf dem PC selbst und funktioniert in Teilen auch offline. AI Now ist über eine Seitenleiste per Chat nutzbar. Nutzer können über den Assistenten unter anderem Systemeinstellungen ändern und beispielsweise den augenschonenden Modus oder auch den Leistungsmodus aktivieren lassen. Das dürfte vor allem für diejenigen Nutzer interessant sein, die sich mit den Einstellungen ihres PC nicht so gut auskennen.

Interessant ist auch die Wissensdatenbank: Office-Dateien sowie PDFs können für die KI freigegeben werden. Anschließend können Nutzer diese als Basis für Suchanfragen verwenden und beispielsweise Informationen extrahieren und darstellen lassen. Auch eine Suche nach Inhalten ist möglich, etwa nach Seiten einer Bildschirmpräsentation, die dann direkt angezeigt werden.

Die Verarbeitung der Dateien in der Wissensdatenbank erfolgt offline, sie werden nicht an einen Server geschickt. Entsprechend funktioniert die Suche nach Inhalten auch im Flugzeugmodus, wie uns Lenovo demonstrierte. Welches LLM Lenovo für die KI verwendet, wollte man uns nicht verraten.

Bilderzeugung mithilfe von Partnern

AI Now kann auch Bilder generieren, dies funktioniert allerdings in der Regel nicht offline. Lenovo verwendet für die Bilderstellung Partner, wieder konnte man uns diese nicht nennen. Je nachdem, in welcher Region der Dienst künftig angeboten wird, können laut Lenovo die Partner wechseln.

Auf dem neuen Thinkbook Plus Gen 5 Hybrid hingegen kann die Bilderzeugung auch auf dem Gerät selbst durchgeführt werden. Das Notebook besteht aus einer Basiseinheit und einem abnehmbaren Bildschirm, der eigenständig als Android-Tablet verwendet werden kann. Die Basiseinheit kann parallel über einen externen Monitor weiter als Windows-PC verwendet werden.

Werden über AI Now auf dem mit Android betriebenen Bildschirm Bilder angefragt, wird auf Stable Diffusion verwendet, das auf dem Bildschirm selbst läuft. Lenovo hat sich entschieden, die Bilderzeugung nur auf der Tablet-Einheit direkt auf dem Gerät laufen zu lassen. Wer sich über die Basiseinheit Bilder erzeugen lässt, wird dafür mit dem Internet verbunden, weil Lenovo davon ausgeht, dass die Tableteinheit eher für kreative Zwecke verwendet wird.

Lenovo will nicht mit Microsofts Copilot konkurrieren

Als Konkurrent für Microsofts Copilot sieht Lenovo AI Now nicht – der Dienst soll eine Ergänzung sein. AI Now wird als erstes für verschiedene Lenovo-Geräte in China angeboten. Wann der Dienst auch nach Europa kommt, ist aktuell noch unbekannt.

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