Abo
  • Services:
Anzeige
Lennart Poettering (links) und Kay Sievers
Lennart Poettering (links) und Kay Sievers (Bild: Fabian Hamacher/Golem.de)

Lennart Poettering: Systemd implementiert DNSSEC trotz Bedenken

Lennart Poettering (links) und Kay Sievers
Lennart Poettering (links) und Kay Sievers (Bild: Fabian Hamacher/Golem.de)

DNSSEC hat sehr viele praktische Probleme. Dennoch wird Systemd die Technik zum Absichern von DNS implementieren - auch wenn Systemd-Hauptentwickler Lennart Poettering das Protokoll selbst als "Scheiße" bezeichnet.

In einem Kommentar im Sommer 2015 haben wir das Protokoll DNSSEC schon abgeschrieben und für gescheitert erklärt. Auch Systemd-Gründer Lennart Poettering hat es in seiner Keynote auf der diesjährigen Fosdem mehrfach sehr harsch kritisiert und gar als "Scheiße" bezeichnet. Dennoch versucht das Systemd-Projekt, DNSSEC für Linux zu implementieren. Die Gründe dafür sind zunächst sehr pragmatisch.

Anzeige

Denn, so Poettering, wenn es die Möglichkeit dazu gebe, "sollten wir es nutzen". Das ist vor allem deshalb sinnvoll, weil DNSSEC ein Ansatz ist, um das Domain Name System (DNS) abzusichern, indem die DNS-Einträge signiert werden und damit Domains theoretisch verifiziert werden können.

Ein Resolver für alle Clients

Damit diese Idee tatsächlich funktioniert, muss dies letztlich aber auch auf den Rechnern von Nutzern umgesetzt werden, nicht nur wie bisher auf einigen DNS-Servern. In unserem Kommentar schrieben wir noch, dass dies eher unrealistisch erscheint, denn jedes System benötigt dafür einen DNS-Resolver, der DNSSEC unterstützt, womit es verschiedene Probleme gibt.

Doch genau diesen Ansatz versucht Systemd nun zu realisieren, indem die Unterstützung für DNSSEC in das Werkzeug Resolved integriert wird. Dieses wird bereits als DNS-Resolver für Networkd genutzt und unterstützt auch das von Microsoft initiierte LLMNR. DNSSEC könnte damit auf Millionen von Linux-Clients eingesetzt werden.

Fallback-Lösung für Probleme mit Clients

Falls Resolved aber standardmäßig DNSSEC forcieren würde, wären sehr viele aktuelle Nutzungsszenarien unmöglich. Poettering spricht beispielsweise von seinem Firmen-Netzwerk aber auch seinem Heim-Netzwerk, die mit der zwangsweisen Umsetzung nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt funktionsfähig wären.

Denn möchte ein Nutzer etwa die Konfigurationsoberfläche seiner Fritzbox unter der Domain fritz.box aufrufen, muss DNSSEC dies verhindern, da diese Domain nachweisbar nicht im DNS existiert. Darüber hinaus unterstützen einige Provider DNSSEC nicht, so dass Nutzer sehr viele Probleme bekämen, sollte ihr Betriebssystem die Nutzung der Technik erzwingen.

Um diesen Problemen zu vermeiden, will das Systemd-Team eine Regelung umsetzen, welche die Verwendung von DNSSEC "aggressiv herunterstuft". Das heißt: Nur wenn das System durch das Eingreifen eines Administrators entsprechend konfiguriert ist, wird DNSSEC auch im Client verwendet.

Ob es allerdings sinnvoll ist, eine Sicherheitstechnik mit eingebautem Fallback zu implementieren, ist eine fast schon philosophische Frage. Wie viele Nutzer DNSSEC dank der Umsetzung in Systemd erreichen wird, muss sich erst zeigen. Vermutlich werden die meisten Anwender hauptsächlich Administratoren sein, die DNSSEC einfach in ihrer Infrastruktur einsetzen wollen. Angesichts der bisherigen Probleme damit und der immer noch sehr geringen Einsatzrate des Protokolls werden das wohl nur sehr wenige sein.


eye home zur Startseite
ikhaya 26. Okt 2017

Bei der AVM Sache ist es aber keine Lösung, denn die .box Domain gibt es inzwischen auch...

elgooG 02. Feb 2016

Da kann ich dir nur zustimmen. Die Podcasts von Tim Pritlove sind allgemein absolut...

SelfEsteem 01. Feb 2016

Ich mach 'ne Flasche Champagner auf, wenn die das tun ;P

SelfEsteem 01. Feb 2016

Oh je. Eine "Meinung" hat man ueber Dinge, die sich nicht ueberpruefen lassen. So kann...

Galde 31. Jan 2016

"Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus"



Anzeige

Stellenmarkt
  1. IBM Client Innovation Center Germany GmbH, Köln/Bonn
  2. ROHDE & SCHWARZ GmbH & Co. KG, München
  3. BWI GmbH, Berlin
  4. Bosch Software Innovations GmbH, Waiblingen


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 315,00€
  2. 19,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. FTTH

    EWE senkt die Preise für seine Glasfaserzugänge

  2. WLAN

    Zahl der Vodafone-Hotspots steigt auf zwei Millionen

  3. Linux-Grafiktreiber

    Mesa 17.3 verbessert Vulkan- und Embedded-Treiber

  4. Gemini Lake

    Intel bringt Pentium Silver mit Gigabit-WLAN

  5. MG07ACA

    Toshiba packt neun Platter in seine erste 14-TByte-HDD

  6. Sysinternals-Werkzeug

    Microsoft stellt Procdump für Linux vor

  7. Forschungsförderung

    Medizin-Nobelpreisträger Rosbash kritisiert Trump

  8. Sicherheit

    Keylogger in HP-Notebooks gefunden

  9. IBM AC922

    In Deep Learning schlägt der Power9 die X86-Konkurrenz

  10. FTTH

    Telekom kündigt weitere Glasfaser-Stadt an



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Bundesregierung: Mit verdrehten Zahlen gegen die ePrivacy-Verordnung
Bundesregierung
Mit verdrehten Zahlen gegen die ePrivacy-Verordnung
  1. Steuerstreit Apple zahlt 13 Milliarden Euro an Irland
  2. Rechtsunsicherheit bei Cookies EU warnt vor Verzögerung von ePrivacy-Verordnung
  3. Datenschutz EU-Parlament stimmt ePrivacy-Verordnung zu

Dynamics 365: Microsoft verteilt privaten Schlüssel an alle Kunden
Dynamics 365
Microsoft verteilt privaten Schlüssel an alle Kunden
  1. Microsoft Kollaboratives Whiteboard als Windows-10-Preview verfügbar
  2. Microsoft-Studie Kreative Frauen interessieren sich eher für IT und Mathe
  3. Connect 2017 Microsoft setzt weiter auf Enterprise-Open-Source

Amazon Video auf Apple TV im Hands on: Genau das fehlt auf dem Fire TV
Amazon Video auf Apple TV im Hands on
Genau das fehlt auf dem Fire TV
  1. Amazon Verkaufsbann für Apple TV bleibt bestehen
  2. Smartphone-Speicherkapazität Wie groß der Speicher eines iPhones sein sollte
  3. Mate 10 Pro im Test Starkes Smartphone mit noch unauffälliger KI

  1. Re: 1gbit braucht doch kein Mensch in den...

    Squirrelchen | 17:50

  2. Re: Die einzig wirkliche Lösung des Problems

    hihp | 17:49

  3. Re: Finde Fernsehen abartig öde...

    Unix_Linux | 17:45

  4. Hier

    Tom_99 | 17:43

  5. Re: "Microsoft loves Linux"

    Teebecher | 17:40


  1. 17:21

  2. 15:57

  3. 15:20

  4. 15:00

  5. 14:46

  6. 13:30

  7. 13:10

  8. 13:03


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel