Abo
  • Services:
Anzeige
Die Systemd-Entwickler Poettering und Sievers tragen nicht mehr zum Linux-Kernel bei.
Die Systemd-Entwickler Poettering und Sievers tragen nicht mehr zum Linux-Kernel bei. (Bild: Fabian Hamacher/Golem.de)

Lennart Poettering: Systemd-Gründer kritisiert "furchtbare Linux-Community"

Ein Teil der Open-Source-Community sei "voll von Arschlöchern", schreibt Systemd-Gründer Lennart Poettering. Schuld daran sei auch das Verhalten schlechter Vorbilder wie Linus Torvalds und anderer Entwickler.

Anzeige

Eigentlich äußert sich der Systemd-Gründer Lennart Poettering nicht öffentlich zu den Anfeindungen gegen ihn und seine Projekte. Auf Google+ kritisiert Poettering nun aber die Open-Source-Community. Sie stehe keineswegs für Konferenzen, bei denen sich jeder auf ein Bier miteinander treffe und Beiträge, die anhand ihrer Qualität bewertet würden. Vielmehr sei die Gemeinschaft "ziemlich krank" und "voll von Arschlöchern".

So bekomme der Entwickler Hass-Mails, es würden Petitionen gestartet, die Poettering zum Beenden seiner Arbeiten bewegen sollten, es seien sogar Bitcoins gesammelt worden, um einen Auftragsmörder zu engagieren. Darüber hinaus werde zum Boykott seiner Projekte aufgerufen, sehr häufig mit "persönlichen Angriffen". Per IRC erhalte er anstößige Nachrichten, die Verweise auf "Illustrationen im 4chan-Stil" enthielten.

Zwar sei der Red-Hat-Angestellte harte Diskussion etwa auf Mailing-Listen gewohnt und habe sich früher auch an Flamewars beteiligt, statt allein auf technische Diskussion einzugehen. Entsprechend habe er ein "dickes Fell". Das habe trotz der fortwährenden Kritik unter anderem zum Erfolg von Systemd beigetragen. Dennoch wundere er sich ab und zu darüber, "was für eine furchtbare Community Linux besitzt."

Schlechtes Verhalten werde begünstigt

Dass es viele Verwirrte im Internet gebe, also auch in der Open-Source-Community, würde gegen solche Ausführungen vorgebracht. Doch dem widerspricht der Hacker vehement, denn einige Dinge beförderten ein derart schlechtes Verhalten. Zum einen gebe es Gemeinschaften, so Poettering weiter, die das "Ablassen von Hass" akzeptierten und bestimmte Menschen anzögen, wie etwa Gentoo.

Eine viel wichtigere Rolle komme aber führenden Kernel-Entwicklern zu, allen voran Linus Torvalds. Er sei für viele ein Vorbild, allerdings ein sehr schlechtes. Sein oft harscher Umgang, wie etwa die Forderung nach einer "rückwirkenden Abtreibung" würde von Torvalds oft damit verteidigt, dass dies ein effizienter Weg sei, die Community zu leiten.

Dieser Auffassung widerspricht Poettering. Linux sei trotz und nicht wegen dieses Verhaltens erfolgreich. Zudem werde dieser Umgang von neuen Entwickler übernommen, sofern diese davon nicht vorher abgeschreckt würden. Er habe nichts gegen das Wort "Fuck" oder die Verwendung weiterer harter Ausdrücke, aber was "tatsächlich passiert, ist viel schlimmer und so sehr viel hasserfüllter".

Die Linux-Community werde zudem von "westlichen, weißen, heterosexuellen Männern in ihren Dreißigern und Vierzigern" dominiert. In diese Beschreibung passe auch Poettering selbst sehr gut, trotzdem sei der Müll, der über ihm ausgeschüttet werde, schrecklich. Er glaubt, dass die Situation für Minderheiten oder Menschen aus anderen Kulturen demzufolge wesentlich schlimmer sein müsse.

Öffentliche Diskussion nötig

Mit seinem Beitrag möchte Poettering nicht etwa um Sympathie bitten. Stattdessen sollten die genannten Dinge korrigiert werden, auch die öffentliche Wahrnehmung der Community. Immerhin "ist Open-Source kein Kindergarten" und eine große Mehrheit verhalte sich vollkommen akzeptabel und in einigen Gemeinschaften träten derartige Probleme nicht auf.

Eine Lösung kann und will Poettering nicht bieten, er möchte sich um technische Dinge kümmern. Seine persönliche Schlussfolgerung ist allerdings, dass er mit den "schlimmsten Angreifern und ihren Communitys" nicht zusammenarbeitet. Für Systemd unterliegen öffentliche Beiträge einer Richtlinie und die Mailing-Liste wird moderiert. Diesen Sommer regte die Intel-Angestellte Sarah Sharp nach einer Mail Torvalds einen Verhaltenskodex für die Kernel-Entwickler an.


eye home zur Startseite
www.grepmaster.eu 29. Dez 2015

Hallo ..., es ärgert mich ungemein dass ich nun NICHT mehr (wirklich) die Wahl habe...

GumboKoenig 25. Nov 2014

Wenn man das so liest, dann ahnt man auch, dass die von P. favorisierten Gender...

GumboKoenig 25. Nov 2014

Quatsch: wer den Thread gelesen hat, weiss das niemand sowas plante. Ein echter...

GumboKoenig 25. Nov 2014

Wer im Glashaus sitzt: Wer Poettering mal erlebt hat, weiss was ich meine.

furanku1 17. Okt 2014

" Das klassische Modell der strikten Trennung zwischen Betriebssystem und User Interface...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Bermuda Digital Studio, Bochum
  2. Robert Bosch GmbH, Dresden
  3. Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Herzogenaurach
  4. Robert Bosch GmbH, Reutlingen, Dresden


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 18,99€ statt 39,99€
  2. 229,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Unternehmen

    1&1 Versatel bietet Gigabit für Frankfurt

  2. Microsoft

    Xbox One emuliert 13 Xbox-Klassiker

  3. DMT Bonding

    Telekom probiert 1 GBit/s ohne Glasfaser aus

  4. Telekom-Software

    Cisco kauft Broadsoft für knapp 2 Milliarden US-Dollar

  5. Pubg

    Die blaue Zone verursacht künftig viel mehr Schaden

  6. FSFE

    "War das Scheitern von Limux unsere Schuld?"

  7. Code-Audit

    Kaspersky wirbt mit Transparenzinitiative um Vertrauen

  8. iOS 11+1+2=23

    Apple-Taschenrechner versagt bei Kopfrechenaufgaben

  9. Purism Librem 13 im Test

    Freiheit hat ihren Preis

  10. Andy Rubin

    Drastischer Preisnachlass beim Essential Phone



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Essential Phone im Test: Das essenzielle Android-Smartphone hat ein Problem
Essential Phone im Test
Das essenzielle Android-Smartphone hat ein Problem
  1. Teardown Das Essential Phone ist praktisch nicht zu reparieren
  2. Smartphone Essential Phone kommt mit zwei Monaten Verspätung
  3. Andy Rubin Essential gewinnt 300 Millionen US-Dollar Investorengelder

Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test: Google fehlt der Mut
Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test
Google fehlt der Mut
  1. Pixel Visual Core Googles eigener ISP macht HDR+ schneller
  2. Smartphones Googles Pixel 2 ist in Deutschland besonders teuer
  3. Pixel 2 und Pixel 2 XL im Hands on Googles neue Smartphone-Oberklasse überzeugt

Krack-Angriff: Kein Grund zur Panik
Krack-Angriff
Kein Grund zur Panik
  1. Neue WLAN-Treiber Intel muss WLAN und AMT-Management gegen Krack patchen
  2. Ubiquiti Amplifi und Unifi Erster Consumer-WLAN-Router wird gegen Krack gepatcht
  3. Krack WPA2 ist kaputt, aber nicht gebrochen

  1. Man ließt ja viel von irgendwelchen...

    Tuxgamer12 | 19:08

  2. Emuliert?

    superdachs | 19:08

  3. Die Idee ist aber gar nicht blöd...

    smarty79 | 19:01

  4. Re: Er sollte sich mal Blender ansehen

    PineapplePizza | 18:59

  5. Re: Darum sind Apple-Geraete so teuer!

    EinJournalist | 18:57


  1. 18:46

  2. 17:54

  3. 17:38

  4. 16:38

  5. 16:28

  6. 15:53

  7. 15:38

  8. 15:23


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel