Lennart Poettering: Systemd forciert die Verwendung von Kdbus
Laut Maintainter Lennart Poettering dient die aktuelle Version 221 von Systemd(öffnet im neuen Fenster) hauptsächlich dem Beheben von Fehlern. Doch das Team öffnet damit auch seine eigene Dbus-Implementierung für externe Entwickler und unterstützt nun standardmäßig Kdbus, das noch nicht offiziell in den Kernel aufgenommen worden ist. Die Veröffentlichung könnte damit den Beginn einer neuen Ära für die Interprozesskommunikation (IPC) unter Linux markieren.
Kdbus als künftiger Standard
So wird die Unterstützung von Kdbus in Systemd nun immer mit dem Code kompiliert. Es besteht nur noch die Möglichkeit, die Technik zu deaktivieren. Letzteres kann beim Kompilieren geschehen oder per Anweisung in der Kernel-Kommandozeile beim Systemstart.
Sollte das entsprechende Kernel-Modul nicht vorhanden sein, wird Systemd die Software nachvollziehbarerweise ebenso wenig verwenden. Sämtliche Distributoren werden aber gebeten, das Modul in ihren Entwicklungszweigen zu verteilen und das Zusammenspiel mit Systemd zu testen.
Client-Bibliotheken bieten stabile öffentliche API
Bisher nutzen die meisten Linux-Anwendungen zur IPC die Referenzimplementierung von Dbus oder auch die für GTK+ und Qt bereitstehenden Abstraktionen. Zusätzlich dazu können nun aber auch die von Systemd eigens erstellten Schnittstellen für Dbus von externen Entwicklern verwendet werden.
Zuvor hatte das Systemd-Team diese Bibliotheken über längere Zeit intern verwendet, so dass sie als stabil und getestet angesehen werden könnten. Diese Neuimplementierung kann enorme Geschwindigkeitsvorteile bringen, wie eine inzwischen zwei Jahre alte Präsentation eines BMW-Entwicklers(öffnet im neuen Fenster) zeigt. Genutzt werden kann der Code sowohl mit dem klassischen Dbus-Daemon als auch mit Kdbus, auf andere Kernel portierbar ist die Technik aber nicht.
In seinem Blog gibt Poettering eine ausführliche Einführung(öffnet im neuen Fenster) zu den nun öffentlichen Dbus-Schnittstellen in Systemd.
- Anzeige Hier geht es zu Linux: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



