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Lennart Poettering: Systemd-Gründer wechselt offenbar zu Microsoft

Der einflussreiche Entwickler Lennart Poettering hat offenbar den Linux -Distributor Red Hat verlassen und wechselt zur Konkurrenz.
/ Sebastian Grüner
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Der Systemd-Initiator Lennart Poettering auf einer Konferenz im Jahr 2019 (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)
Der Systemd-Initiator Lennart Poettering auf einer Konferenz im Jahr 2019 Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin

Der langjährige und einflussreiche Red-Hat-Entwickler Lennart Poettering hat das Unternehmen nach fast 15 Jahren verlassen und arbeitet nun offenbar für Microsoft. Das berichtet das Magazin Phoronix(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf zahlreiche anonyme Hinweise, die auf diesen Wechsel hindeuten. Eine Bestätigung oder auch ein öffentliches Dementi der Nachricht gibt es von Poettering selbst bisher nicht.

Poettering initiierte zahlreiche wichtige Programme und Projekte in der Linux-Welt, die zwar teils kontrovers diskutiert wurden, sich dennoch weitgehend durchsetzten. Dazu gehören die Zeroconf- und mDNS-Implementierung Avahi, die Sound-Middleware Pulseaudio sowie auch die Userspace-Werkzeugsammlung Systemd, die mit einem völlig neuartigen Init-System für Linux startete .

Bekannt ist Poettering aber nicht nur für seine erfolgreichen Arbeiten an den Linux-Werkzeugen, sondern vor allem auch wegen deren Einfluss auf die Entwicklung zahlreicher Linux-Distributionen und den anfänglich sehr hitzigen Diskussionen um die Design-Entscheidungen. Damit verbundenen persönlichen Angriffen gegen Poettering entgegnete der Entwickler oft selbst mit harscher Kritik und sprach von einer Open-Source-Community "voll von Arschlöchern" . Diese Diskussionen sind aber seit Jahren abgeklungen.

Bereits Anfang dieser Woche berichtete Phoronix(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Red-Hat-Angestellte, dass Poettering nicht mehr in der internen Datenbank von Angestellten gelistet werde. Auch die Zugänge für das Fedora-Projekt habe Poettering auf private E-Mail-Adressen umgestellt. Poettering arbeitet aber offenbar auch bei Microsoft weiter an Systemd. Das Unternehmen setzt insbesondere für seine Azure-Cloud-Angebote auf Linux und pflegt mit CBL-Mariner eine eigene Linux-Distribution dafür.


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