Lenkgeschoss: Sandia-Forscher entwickeln robotische Gewehrkugel
Zwei Forscher der Sandia National Laboratories(öffnet im neuen Fenster) in Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico haben ein neuartiges Geschoss für Gewehre entwickelt. Es soll etwas können, das normale Gewehrkugeln nicht können: Kurven fliegen.
Sensor und Elektronik
Das neuartige Geschoss(öffnet im neuen Fenster) ist etwa 10 Zentimeter lang. Es verfügt über einen optischen Sensor, eine Steuerelektronik und steuerbare Flügelchen, mit denen sich das Geschoss ins Ziel lenkt. Der optische Sensor sitzt in der Spitze des Projektils und erkennt einen Laserpunkt, mit dem das Ziel markiert ist.
Die Daten gibt er an das Steuerungssystem, das aus einem 8-Bit-Prozessor besteht, weiter. Dieses errechnet die Flugbahn und sendet entsprechende Kommandos an elektromagnetische Aktoren, die die Flügelchen ausfahren – wie bei einem gefiederten Pfeil oder einem Dart. Auf diese Weise lenkt sich das Projektil selbst ins Ziel. Damit die empfindlichen Flügel beim Abschuss nicht kaputt gehen, werden sie von einem Kunststoffgehäuse geschützt. Das fällt, wenn das Geschoss den Lauf verlassen hat.
Zwei Jäger
Computermodelle hätten gezeigt, dass das Geschoss eine deutlich höhere Treffsicherheit aufweise als ein herkömmliches Geschoss, erklärt Red Jones, einer der Entwickler. Sein Kollege Brian Kast und er sind beide Jäger. Das Geschoss soll demnach auf eine Entfernung von einem Kilometer etwa 20 Zentimeter abweichen. Ein herkömmliches Geschoss verfehle ein Ziel auf diese Entfernung um gut 9 Meter.
In einem bei Nacht vorgenommenen Test haben die Forscher an dem Geschoss eine Leuchtdiode angebracht. So konnte sie die Flugbahn des Lenkgeschosses dokumentieren.



