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Leitzphone im Hands-on: Leicas neues Smartphone kommt mit Retro-Modus

Das Leitzphone ist Leicas erstes weltweit verfügbares Smartphone – mit starkem Fokus auf die Kamera. Golem hat sich das 2.000-Euro-Smartphone angeschaut.
/ Tobias Költzsch
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Das Leitzphone von Leica (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das Leitzphone von Leica Bild: Tobias Költzsch/Golem
Inhalt
  1. Leitzphone im Hands-on: Leicas neues Smartphone kommt mit Retro-Modus
  2. Großes Display und starkes SoC

Leica hat zusammen mit Xiaomi ein Smartphone unter eigenem Namen veröffentlicht: Das Leitzphone löst die bisherigen Leica Phones ab, die exklusiv nur in Japan verfügbar waren und zusammen mit Sharp entwickelt wurden. Diese Zusammenarbeit ist nun beendet, neuer Partner ist Xiaomi.

Golem konnte sich das Leitzphone bereits vor der Veröffentlichung anschauen – vor allem die Kamera, auf die Leica viel Wert legt. Technisch ist das Gerät ein Xiaomi 17 Ultra Leica Edition, das seinerseits außerhalb Chinas nicht auf den Markt kommen wird. Leica verspricht sich wohl vor allem für Europa, dass der Name Leitzphone stärkeren Eindruck hinterlässt als der von Xiaomi.

Das Design des Leitzphone ist schlicht und wird vom großen, runden Kameramodul auf der Rückseite dominiert. Dieses hat einen drehbaren Ring, über den sich verschiedene Funktionen steuern lassen. Wir haben bei unserem Testgerät den Zoom daraufgelegt, es ist aber auch möglich, den Fokus, den Weißabgleich oder die Belichtungskorrektur darüber zu steuern.

Teleobjektiv mit analogem Zoom

Der Zoom ist nicht ausschließlich digital, es gibt ein Teleobjektiv mit analogem Zoom. Alle Objektive sind von Leica entwickelt. Der Vergrößerungsbereich des Tele ist mit auf das Kleinbildformat umgerechnet 75 bis 100 mm eher klein, liegt aber in einem guten Bereich für Porträts. Der Sensor der Telekamera hat 200 Megapixel (Samsung HPE), entsprechend scheinen auch digital gezoomte Bilder bis zu einer 15-fachen Vergrößerung in unserem kurzen Test qualitativ noch gut zu sein.

Die Hauptkamera verwendet einen 1"-Sensor mit 50 Megapixeln (Light Fusion 1050L) und einer Blende von 1:1.67. Ein Bildstabilisator ist wie bei der Telekamera verbaut, die Brennweite entspricht umgerechnet 23 mm. Die Superweitwinkelkamera mit umgerechnet 14 mm verwendet einen 50-Megapixel-Sensor (Samsung JN5) mit einer Blende von f/2.2.

Die Bildergebnisse machen einen guten ersten Eindruck. Leica hat beim Leitzphone zwei verschiedene Fotostile eingebaut, Authentic und Vibrant – bei Letzterem ist die Sättigung etwas kräftiger. Außerdem gibt es die von Leica-Kameras bekannten Filter sowie Bokeh-Simulationen.

Zudem hat das Leitzphone die sogenannten Essential Modes. Darin lässt sich der Bildeindruck von zwei Kameraklassikern aus Wetzlar wählen: dem M9 mit Kodak-Sensor, der unter Leica-Liebhabern einen hohen Stellenwert genießt, und dem M3 in Schwarz-Weiß. Leica zufolge handelt es sich nicht um reine Filter, sondern um eine eigene Bildbearbeitungs-Pipeline.

Starke Bilder im M9-Modus

Vor allem der Look des M9-Essential-Mode gefällt uns gut: Die Bilder haben einen sehr warmen Look und neigen zu einem leichten Grünstich, den wir aber nicht unangenehm finden. Die Schwarz-Weiß-Bilder des M3-Modus haben einen guten Kontrast.

Den Drehring finden wir bei unserer Fotosession praktisch, aber kein Muss. Er vereinfacht sicherlich die Nutzung bestimmter Kameraoptionen, in der Realität dürfte aber wohl auch die Kamera des Leitzphone meist als Point-and-Shoot-Kamera verwendet werden.


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