Abo
  • IT-Karriere:

Leistungsschutzrecht: Zeitungsverleger verstehen die Aufregung nicht

Die deutschen Zeitungsverleger sehen durch das europäische Leistungsschutzrecht die Verlinkung von Inhalten nicht gefährdet. Die Kritik von EU-Abgeordneten an den Plänen sei "schleierhaft".

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Zahlreiche EU-Abgeordnete lehnen ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger ab.
Zahlreiche EU-Abgeordnete lehnen ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger ab. (Bild: savethelink.org)

Die Zeitungsverleger in Deutschland haben sich gegen die Kampagne Save The Link von Europaabgeordneten aus Deutschland gewandt. Die Parlamentarier aus verschiedenen Parteien werfen dem deutschen EU-Kommissar Günther Oettinger vor, seine Pläne für ein europäisches Leistungsrecht bedrohten das Internet und die Freiheit, Inhalte im Netz zu verlinken. "Uns ist schleierhaft, aus welchem Grund diese Behauptungen aufgestellt werden", sagte am Dienstag ein Sprecher des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) der Nachrichtenagentur dpa.

Stellenmarkt
  1. SEG Automotive Germany GmbH, Stuttgart
  2. Landwirtschaftliche Rentenbank, Frankfurt am Main

Ein europäisches Verlegerrecht werde in keiner Weise die private Nutzung von Presseinhalten oder die Verlinkung von Artikeln in den sozialen Medien an Freunde und Familie beeinträchtigen, sagte der BDZV-Sprecher und fügte hinzu: "Die Presse erhält lediglich Rechte, die für die Film- und Musikbranche schon lange gelten." Allerdings unterscheidet der Entwurf Oettingers nicht zwischen Suchmaschinen sowie Newsaggregatoren und anderen Nutzern. In Zukunft wäre es daher wohl nicht mehr erlaubt, unter der Verwendung von Überschriften, Fotos und Anreißern Links zu Zeitungsartikeln auf Twitter oder Facebook beliebig zu teilen.

Reda widerspricht Oettinger

Oettinger selbst hatte in einem Zeitungsinterview dazu gesagt: "Es geht nicht um private Nutzer. Die können auch weiterhin Fotos und Links zu Zeitungsartikeln - inklusive kurzer Anreißer - auf ihrer Facebook-Seite oder Twitter veröffentlichen, ohne dafür zu zahlen." Mit anderen Worten: Auch normale Nutzer können nicht mehr wie gewohnt Zeitungsartikel mit Überschriften oder griffigen Zitaten versehen, wenn sie diese auf Twitter verlinken.

Dementsprechend warnte die Piratenpolitikerin Julia Reda vor den Plänen der EU-Kommission: "Auf sozialen Netzwerken geteilte Links beinhalten automatisch einen Anreißer, der künftig selbst 20 Jahre nach Veröffentlichung des Artikels lizenzpflichtig wäre. Eine Ausnahme für Privatpersonen ist nicht vorgesehen." BDZV-Sprecherin Anja Pasquay sagte auf Anfrage von Golem.de, ihr Verband wolle in Kürze detaillierter auf die Kritik an den Plänen eingehen. Eine im Frühjahr veröffentlichte Broschüre des BDZV zum Thema Leistungsschutzrecht war jedoch gespickt mit unzutreffenden Behauptungen.

120.000 Unterstützer für Kampagne

An der Kampagne Save The Link für die Absicherung des Rechtes auf die freie Verlinkung von Inhalten im Internet beteiligen sich neben Reda auch die Abgeordneten Martina Michels (Die Linke), Dietmar Köster (SPD), Helga Trüpel (Grüne) und Alexander Lambsdorff (FDP). In einem gemeinsam produzierten Video sprechen sich gegen die Pläne Oettingers aus. "Links mit Anreißern sind Werbung für Artikel und nicht Diebstahl", sagt Michels in dem Beitrag. Bislang unterstützen mehr als 120.000 Nutzer die Kampagne.

In der vergangenen Woche hatte Oettinger in Brüssel seine Pläne verteidigt. "Ich muss doch, wenn ich halbwegs arbeiten will, mich auf die Meinung von Gewerkschaften, Verbänden und Kammern und Institutionen verlassen können. Und die ist dem Bereich dergestalt, dass sie sagen, wir verlieren durch Online-Plattformen und wir wollen gegenüber diesen unsere Verhandlungspositionen stabilisieren", hatte Oettinger gesagt. Kritik von Online-Chefredakteuren ließ er dabei nicht gelten. Im Gegensatz zu den Verlegern kennten diese die Zahlen nur "eingeschränkt".

Hinweis: Golem.de hat sich gemeinsam mit anderen europäischen Verlagen an die EU-Kommission gewandt und in einem offenen Brief vor der Einführung eines europäischen Leistungsschutzrechts gewarnt.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,99€
  2. (-70%) 23,99€
  3. (-78%) 12,99€
  4. 137,70€

Rulf 31. Okt 2016

wenn man sich die berichterstattung der letzten jahre so anschaut, sieht es für mich so...

Rulf 26. Okt 2016

die partei... die hat aber gerade ne klage weg mißbrauch der parteienfinanzierung am...

Rulf 26. Okt 2016

das ist so zwar richtig, entscheidend ist aber daß die site auch immer kommerziell ist...

software... 26. Okt 2016

Hier ein interessanter Link mit Zahlen: http://www.zeit.de/digital/internet/2016-10...

Mavy 26. Okt 2016

Die Evolution wird nur künstlich gebremst .. wer sich weigert sich mit der Zeit zu...


Folgen Sie uns
       


Hyundai Kona Elektro - Test

Das Elektro-SUV ist ein echter Langläufer.

Hyundai Kona Elektro - Test Video aufrufen
Golem Akademie: Von wegen rechtsfreier Raum!
Golem Akademie
Von wegen rechtsfreier Raum!

Webdesigner, Entwickler und IT-Projektmanager müssen beim Aufbau und Betrieb einer Website Vorschriften aus ganz verschiedenen Rechtsgebieten mitbedenken, um Ärger zu vermeiden. In unserem neuen eintägigen Workshop in Berlin erklären wir, welche - und wo die Risiken lauern.

  1. In eigener Sache Wie sich Unternehmen und Behörden für ITler attraktiv machen
  2. In eigener Sache Unser Kubernetes-Workshop kommt auf Touren
  3. In eigener Sache Golem.de sucht Developer (w/m/d)

HP Pavilion Gaming 15 im Test: Günstig gut gamen
HP Pavilion Gaming 15 im Test
Günstig gut gamen

Mit dem Pavilion Gaming 15 bietet HP für 1.000 Euro ein Spiele-Notebook an, das für aktuelle Titel genügend 1080p-Leistung hat. Auch Bildschirm und Ports taugen, dafür nervt uns die voreingestellte 30-fps-Akku-Drossel.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Gaming-Notebooks Asus ROG mit Core i9 und fixen oder farbstarken Displays

Hue Sync: Hue-Effektbeleuchtung dank HDMI-Splitter einfacher nutzbar
Hue Sync
Hue-Effektbeleuchtung dank HDMI-Splitter einfacher nutzbar

Mit Hue Sync können Philips-Hue-Nutzer ihre Lampen passend zu Filmen oder Musik aufleuchten lassen - bisher aber nur recht umständlich über einen PC. Die neue Play HDMI Sync Box ist ein Splitter mit eingebautem Hue-Sync-Controller, an den einfach Konsolen oder Blu-ray-Player angeschlossen werden können.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Signify Kleiner Schalter und Steckdose für Philips Hue
  2. Smart Home Philips-Hue-Leuchtmittel mit Bluetooth
  3. Smart Home Philips Hue mit Außenbewegungsmelder und neuen Außenlampen

    •  /