Abo
  • IT-Karriere:

Leistungsschutzrecht: Um Googles Willen

Das Leistungsschutzrecht ist verabschiedet. Es stärkt Starke und schwächt Schwache. Und statt um digitalen Wandel ging es wieder nur um Geschäftsmodelle.

Artikel veröffentlicht am , Kai Biermann/Zeit Online
Demonstration gegen das Leistungsschutzrecht vor dem Brandenburger Tor
Demonstration gegen das Leistungsschutzrecht vor dem Brandenburger Tor (Bild: Digitale Gesellschaft/CC BY-SA 2.0)

Eines muss man dem Leistungsschutzrecht lassen: Ganz zum Schluss haben sich dann doch noch viele dafür interessiert. Die letzte Aussprache dazu am Freitag im Bundestag war geradezu leidenschaftlich. Oder, wie es der Bundestagsabgeordnete Ansgar Heveling von der CDU sagte: "Es kommt nicht oft vor, dass ein Thema aus dem Bereich Urheberrecht einen so prominenten Debattenplatz bekommt."

Inhalt:
  1. Leistungsschutzrecht: Um Googles Willen
  2. Verlage und Google nehmen digitalen Wandel als Geisel

Die große Aufmerksamkeit aber ist gleichzeitig das schlechte Zeichen. Denn die Debatte um das Urheberrecht und seine Umbrüche wird damit an einem unbedeutenden Schauplatz geführt - dem Leistungsschutzrecht.

Weiten wir dazu kurz den Blick auf das große Ganze: Das Internet verändert den Umgang mit dem Urheberrecht, denn die Kopie ist nun nicht mehr die teure Ausnahme, sondern die nahezu kostenlose Regel. Dieser Umbruch ist fundamental, er betrifft alle Kulturgüter und damit die gesamte gesellschaftliche Entwicklung.

  • Demonstration gegen das Leistungsschutzrecht vor dem Brandenburger Tor (Bild: Digitale Gesellschaft/CC BY-SA 2.0)
  • Demonstration gegen das Leistungsschutzrecht vor dem Brandenburger Tor (Bild: Digitale Gesellschaft/CC BY-SA 2.0)
Demonstration gegen das Leistungsschutzrecht vor dem Brandenburger Tor (Bild: Digitale Gesellschaft/CC BY-SA 2.0)

Scheindebatten

Welches Thema bestimmt nun also hierzulande die Debatte über diesen Umbruch? Geht es vielleicht darum, wie Künstler in Zukunft Geld verdienen und leben können, geht es also um die Hersteller dieser Kulturgüter? Oder geht es darum, was Kunst ist, was also als eigenständiges Werk und was als Kopie angesehen werden soll? Derzeit offensichtlich nicht. Die heftigste und am meisten beachtete Diskussion über den Wandel des Urheberrechts drehte sich um das Leistungsschutzrecht.

Stellenmarkt
  1. Bechtle Onsite Services GmbH, Hechingen
  2. operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, Wolfsburg, Braunschweig, Berlin

Eine ähnliche Scheindebatte gab es schon einmal. Damals ging es um öffentlich-rechtliche Medien und darum, wie viele Informationen sie im Internet anbieten dürfen. Verlage, allen voran wieder Springer, haben damals erreicht, dass mit Steuern finanzierte Artikel und Bilder, dass öffentlich zugängliche Informationen nach wenigen Tagen oder Wochen wieder aus dem Netz verschwinden müssen. Der dazu erfundene Begriff - depublizieren - war ähnlich krude und bewusst verschleiernd, wie jetzt die sogenannten Snippets.

In beiden Diskussionen ging es nicht darum, wie eine möglichst vielfältige und unabhängige Presse in Zukunft aussehen und finanziert werden kann und soll - was bereits nur ein Teilaspekt des Themas Urheberrecht und Internet wäre. Es ging in den vergangenen Jahren lediglich darum, wie sich das Geschäftsmodell einiger weniger Unternehmen sichern lässt, und wie sie vom Geschäftsmodell eines anderen Unternehmens profitieren oder sich öffentlich-rechtliche Konkurrenz vom Leib halten können.

Oder wie Karsten Wenzlaff vom Institut für Kommunikation in sozialen Medien bloggte: "Nicht mehr die Vielfalt der Presselandschaft, sondern die Erhaltung des Geschäftsmodells der Printzeitung ist mittlerweile Staatsräson."

Verlage und Google nehmen digitalen Wandel als Geisel 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 3,99€
  2. 39,99€
  3. 59,99€ für PC/69,99€ für PS4, Xbox (Release am 4. Oktober)
  4. 0,49€

/mecki78 07. Mär 2013

Jede Partei ist eine Alternative. Was wir derzeit sehen, ist die Politik von CDU+FDP...

developer 03. Mär 2013

Jain. Allerdings haben wir einige Minenfelder in vielen der aktuellen Big Things...

developer 03. Mär 2013

Es ist gar nicht vorgesehen, dass bei jeder Sitzung immer alle Politiker da sein müssen...

developer 03. Mär 2013

Na ja, fefe ist zwar gut darin skurile Dinge zusammen zu tragen, aber nicht unbedingt...

brunobrotspecht 03. Mär 2013

Bin auch schwer angetan. Schön mal wieder einen so guten Artikel auf golem zu haben.


Folgen Sie uns
       


Asrock DeskMini A300 - Test

Der DeskMini A300 von Asrock ist ein Mini-PC mit weniger als zwei Litern Volumen. Der kleine Rechner basiert auf einer Platine mit Sockel AM4 und eignet sich daher für Raven-Ridge-Chips wie den Athlon 200GE oder den Ryzen 5 2400G.

Asrock DeskMini A300 - Test Video aufrufen
Sicherheitslücken: Zombieload in Intel-Prozessoren
Sicherheitslücken
Zombieload in Intel-Prozessoren

Forscher haben weitere Seitenkanalangriffe auf Intel-Prozessoren entdeckt, die sie Microarchitectural Data Sampling alias Zombieload nennen. Der Hersteller wusste davon und reagiert mit CPU-Revisionen. Apple rät dazu, Hyperthreading abzuschalten - was 40 Prozent Performance kosten kann.
Ein Bericht von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Open-Source Technology Summit Intel will moderne Firmware und Rust-VMM für Server
  2. Ice Lake plus Xe-GPGPU Intel erläutert 10-nm- und 7-nm-Zukunft
  3. GPU-Architektur Intels Xe beschleunigt Raytracing in Hardware

Lightyear One: Luxus-Elektroauto fährt auch mit Solarstrom
Lightyear One
Luxus-Elektroauto fährt auch mit Solarstrom

Ein niederländisches Jungunternehmen hat ein ungewöhnliches Fahrzeug entwickelt, das Luxus und Umweltfreundlichkeit kombiniert. Solarzellen auf dem Dach erhöhen die Reichweite um bis zu 220 Kilometer.
Von Wolfgang Kempkens

  1. Elektromobilität EnBW will weitere 2.000 Schnellladepunkte errichten
  2. Elektromobilität Verkehrsminister will Elektroautos länger und mehr fördern
  3. Elektroautos e.GO Mobile liefert erste Fahrzeuge aus

Homeoffice: Wenn der Arbeitsplatz so anonym ist wie das Internet selbst
Homeoffice
Wenn der Arbeitsplatz so anonym ist wie das Internet selbst

Homeoffice verspricht Freiheit und Flexibilität für die Mitarbeiter und Effizienzsteigerung fürs Unternehmen - und die IT-Branche ist dafür bestens geeignet. Doch der reine Online-Kontakt bringt auch Probleme mit sich.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel

  1. Bundesagentur für Arbeit Informatikjobs bleiben 132 Tage unbesetzt
  2. IT-Headhunter ReactJS- und PHP-Experten verzweifelt gesucht
  3. IT-Berufe Bin ich Freiberufler oder Gewerbetreibender?

    •  /