Leistungsschutzrecht: Springer will zurück zu Google

Die Leser sind ausgeblieben: Springer will wieder von Google richtig gelistet werden. Unklar ist bislang, wie groß der Nutzerschwund war.

Artikel veröffentlicht am ,
Springer-Gebäude in Berlin: unterschiedlichw Auswirkungen
Springer-Gebäude in Berlin: unterschiedlichw Auswirkungen (Bild: Krisztian Bocsi/Bloomberg)

Der Verlag Axel Springer erlaubt Google wieder die kostenlose Darstellung von Textausschnitten und Vorschaubildern bei den Suchergebnissen aller Webportale. Grund sei der Rückgang der Zugriffe auf vier Portale, die vorübergehend die Gratisnutzung verweigert hatten, teilte der Verlag am Mittwoch mit. Springer ist der letzte Verlag aus der Verwertungsgesellschaft (VG) Media, der Google diese Einwilligung erteilt.

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Google hatte angekündigt, Artikel aus den Angeboten der Verlage aus der VG Media nur noch verkürzt als Link anzuzeigen. Fast alle betroffenen Verlage erteilten Google rechtzeitig die Erlaubnis für "eine unentgeltliche Nutzung ihrer Presseerzeugnisse", betonten aber, diese Gratiseinwilligung sei widerruflich.

Springer verzeichnet weniger Zugriffe

Axel Springer jedoch hatte Google keine komplette Gratiseinwilligung erteilt. Entsprechend wurden Inhalte aus den Angeboten Welt.de, Computerbild.de, Sportbild.de und Autobild.de nur noch als Link angezeigt. Dadurch seien Zugriffe zurückgegangen, es sei ein "gravierender Schaden" entstanden, erklärte das Berliner Medienhaus.

"Die verschlechterte Darstellung führte bei der Suche zu einem Traffic-Minus von fast 40 Prozent. Auf der Google Oberfläche 'Google News' brach der Traffic um fast 80 Prozent ein." Das habe eine Analyse der Zugriffsdaten nach knapp zwei Wochen ergeben. Springer befürchtete deshalb Wettbewerbsnachteile für seine Webangebote.

Verkürzte Darstellung wirkt sich unterschiedlich aus

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Die Auswirkungen auf die vier Angebote seien unterschiedlich gewesen, erklärte Springer auf Nachfrage von Golem.de. So sei Welt.de vor allem von der verkürzten Darstellung bei Google News betroffen gewesen. Bei Autobild.de und Computerbild.de seien die Auswirkungen in der Bilder- und Videosuche stärker.

Der mögliche finanzielle Schaden durch entgangene Vermarktungsumsätze liege "im siebenstelligen Bereich pro Marke bezogen auf das Gesamtjahr". Das sieht der Verlag als Beleg dafür, dass Google seine Marktmacht dazu ausnutzt, "um Verlage zu einer unentgeltlichen Lizenz zu zwingen". Das Bundeskartellamt ist bislang jedoch nicht der Ansicht, dass Google mehr als die Artikelüberschriften in der Suche anzeigen und dafür Geld zahlen muss.

Springer drückt sich um Zahlen

Unklar ist allerdings, wieviele Leser tatsächlich ausgeblieben sind. Die Frage von Golem.de, wie stark die Zugriffe auf die genannten Websites zurückgegangen seien, ließ das Unternehmen unbeantwortet und verwies auf die anstehende Veröffentlichung der IVW-Zahlen von Oktober. Nicht jeder Besucher kommt jedoch über die Google Suche oder über Google News auf eine Website. Nur wenn der von Google weitergeleitete Datentraffic einen massiven Anteil der Seitenabrufe ausmacht, hätten die Einbußen durch die verkürzte Darstellung tatsächlich den beschworenen gravierenden Schaden zur Folge.

Die VG Media hat gegen Google geklagt, um das Leistungsschutzrecht durchzusetzen, das der Bundestag 2013 beschlossen hatte. Demnach dürfen nur "einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte" genutzt werden. Die VG Media vertritt die Ansprüche von knapp 140 Verlagen mit über 200 digitalen Angeboten.

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Dr.InSide 05. Dez 2014

Sehe ich genauso, konnte nie verstehen, wieso Google dafür zahlen soll. Schließlich ist...

Anonymer Nutzer 07. Nov 2014

Ganz genau :-) Google ist zu mächtig also unangreifbar. Stimmt ^^

CarénBond 06. Nov 2014

Eben! Übrigens finde ich es belustigend, dass zwischen den Kommentaren Google-Anzeigen...

Anonymer Nutzer 06. Nov 2014

Und genau sowas kann man über das Leistungsschutzgesetz jetzt absägen. Da sie ja die...



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