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Europaparlament stimmt wieder ab

Was es ebenfalls zu berücksichtigen gilt: Sollte Google jemals Millionenbeträge an die VG Media zahlen, würden sicherlich weitere Medienangebote ihren Anteil vom Kuchen sichern wollen. Allein die drei Angebote T-Online Content, Spiegel Online und Focus Online erreichten im Mai 2017 gemeinsam so viele Visits wie alle von der VG Media vertretenen Medien zusammen. Von daher ist nicht ganz nachvollziehbar, warum die VG Media einen Wert von 5,6832 Prozent angibt. Denn die Verwertungsgesellschaft ist weit davon entfernt, die Hälfte der deutschen Nachrichtenangebote im Internet zu vertreten. Das dürfte auch dann zutreffen, wenn die bislang nicht gelisteten Medien ihre Visits einbringen würden. Denn die zum Teil bescheidenen Webangebote der Radiosender dürften in der Regel nur auf wenige 100.000 Klicks im Monat kommen.

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Hinzu kommt: Wie das Beispiel von Ringier Axel Springer zeigt, könnten dann auch sämtliche ausländische Medien, die hierzulande nennenswerte Leser haben, ihre Ansprüche anmelden. Für die regionalen und lokalen deutschen Zeitungen, um die es angeblich gehen soll, bliebe noch weniger übrig.

Ansporn für Clickbaiting und SEO

Zu guter Letzt dürfte ein erfolgreiches Leistungsschutzrecht einen Trend befördern, der nicht gerade die journalistische Qualität steigert. Wenn jeder Visit, ganz gleich welchen Inhalts, von Google nur mit einem Zehntel Cent honoriert würde, würde das vor allem solche Medien begünstigen, die auf Krawalljournalismus, Clickbaiting und Suchmaschinenoptimierung (SEO) setzen. Im Zweifel würden solchen Medien vermutlich eher SEO-Experten als Journalisten einstellen. Eine Option, die sich gerade für Lokalzeitungen kaum stellt. Deren teilweise deprimierenden und traurigen Internetangebote können ohnehin froh sein, wenn sie Leser über Suchmaschinen bekommen.

Ob das Leistungsschutzrecht auf europäischer Ebene eingeführt wird, könnte sich in der kommenden Woche entscheiden. Dann stimmt das Europaparlament ein weiteres Mal über entsprechende Vorschläge der Fraktionen und Abgeordneten ab. Anfang Juli war der Vorschlag des Verhandlungsführers Axel Voss (CDU) abgelehnt worden. Inzwischen wurden fast 250 Änderungsvorschläge eingebracht, über die das Plenum des Parlaments einzeln abstimmen muss. Die Bandbreite reicht von einer kompletten Streichung des betreffenden Artikels 11, der Ersetzung des Leistungsschutzrechts durch eine sogenannte Vermutungsregel bis hin zum kaum veränderten Vorschlag von Voss. Eine Übersicht hat die Piratenpolitikerin Julia Reda zusammengestellt.

Verbindliche Robots.txt vorgeschlagen

Die Liberalen wollen zudem die Vermutungsregel durch einen Passus ergänzen, wonach der bisher unverbindliche Ausschluss von Suchmaschinen und Nachrichtenaggregatoren in der Datei robots.txt eine verbindliche Anweisung werden solle, die nicht nur Presseverlagen, sondern allen Anbietern von Inhalten im Internet zur Verfügung stehen solle. Eine solche Regelung hatte der FDP-Bundestagsabgeordnete Jimmy Schulz im vergangenen Juni ebenfalls gefordert.

Nicht ganz ausgeschlossen ist, dass das Parlament angesichts der Vielzahl der Änderungsvorschläge den gesamten Entwurf wieder an den Rechtsausschuss zurückgibt. In diesem Fall dürfte das die Verabschiedung der Urheberrechtsrichtlinie weiter verzögern. Angesichts der ebenfalls stark umstrittenen Uploadfilter von Artikel 13 dürfte das aber nicht die schlechteste Option sein.

 Einnahmen sind noch in weiter Ferne
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andy01q 17. Sep 2018

Für den Websitenbetreiber ist wichtig, welche Suchmaschine die potenziellen Besucher...

HankMoody 13. Sep 2018

@osolemio84 "Nehme ich etwas, ohne zu fragen, muss ich auch dafür zahlen. ..." Ist doch...

Aki-San 13. Sep 2018

Wieso Weshalb Warum

Paule 11. Sep 2018

Im Prinzip funktioniert das auch ohne KI schon. Je nach Webseite könnte das Suchergebnis...

Digital_Data 11. Sep 2018

Also 700 Milliarden? Das wären dann 282 Klicks pro Bundesbürger pro Tag, das kann ich...


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