Einnahmen sind noch in weiter Ferne

Doch mit welchen Einnahmen können die Verleger überhaupt rechnen? Im vergangenen Jahr lagen diese laut VG Media bei gerade einmal 30.000 Euro. Davon hätte die Mediengruppe Aschendorff satte 120 Euro abbekommen. Davon lassen sich nicht einmal die Ausgaben für die IVW-Zählung decken. Doch zunächst müssen die Verlage ihre Prozesskosten in Höhe von etwa zehn Millionen Euro ausgleichen, die sich in den vergangenen Jahren bereits angesammelt haben dürften.

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In ihrem aktuellen Tarif verlangt die VG Media von Nutzern des Leistungsschutzrechts einen Anteil von 11 Prozent an allen Brutto-Umsätzen, die die Firmen "unmittelbar und mittelbar mit der öffentlichen Zugänglichmachung von Ausschnitten aus Online-Presseerzeugnissen erzielen." Da längst nicht alle Medien sich von der VG Media vertreten lassen, liegt der geforderte Anteil derzeit bei 5,6832 Prozent. 2015 lag er noch bei 6,1084 Prozent.

Totalausfall möglich

Sollte Google nach Ansicht der Gerichte jemals zahlungspflichtig werden, müsste das Unternehmen einen bestimmten Anteil seiner Bruttoumsätze an die VG Media abführen. Allerdings hatte die Schiedsstelle beim Deutschen Patent- und Markenamt vor drei Jahren den vorgeschlagenen Tarif als "in seiner gegenwärtigen Form nicht angemessen" bezeichnet. Darüber hinaus hat sich Google seit Oktober 2014 von den Verlagen eine Gratislizenz zusichern lassen.

Um an das Geld des Suchmaschinenkonzerns zu gelangen, müssten die Verlage daher eine Klage gewinnen, die die Gratislizenz für unzulässig erklärt. Das Landgericht Berlin hatte in erster Instanz ein solches Ansinnen zurückgewiesen. Zudem droht den Verlagen ein Totalausfall ihrer Prozesskosten, wenn der Europäische Gerichtshof (EuGH) das deutsche Gesetz für unzulässig erklären sollte. Wann die Luxemburger Richter eine Entscheidung in dem Verfahren fällen, steht noch nicht fest.

Selbst Millionenzahlungen helfen wenig

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Doch selbst wenn Google zehn Millionen Euro im Jahr zahlen sollte, würde das an den Problemen der deutschen Tageszeitungen im Grunde nichts ändern. Ein Verlag wie Axel-Springer könnte zu seinem Gewinn von 300 Millionen Euro im Jahr weitere sechs Millionen Euro addieren. Die Verlagsgruppe Madsack könnte mit 250.000 Euro rechnen. Das wären nicht einmal 0,04 Prozent des jährlichen Umsatzes in Höhe von 669,4 Millionen Euro. Aschendorff würde rund 40.000 Euro im Jahr bekommen. Das reicht nicht einmal für eine Redakteursstelle. Zumal die Journalisten nach Paragraf 87f des Urheberrechtsgesetzes an den Einnahmen zu beteiligen wären.

Nennenswerte Beträge würden für die großen Verlagsgruppen erst dann herausspringen, wenn Google beispielsweise 100 Millionen Euro im Jahr zahlen würde. Selbst dann müsste ein Verlag wie Madsack die eingenommenen 2,5 Millionen Euro auf 15 Tageszeitungstitel verteilen. Das ergibt eine zusätzliche Einnahme von 166.000 Euro pro Titel. Axel Springer könnte hingegen für seine vier gemeldeten Produkte zusätzliche 62 Millionen Euro verbuchen. Kein Wunder, dass Verlagschef Mathias Döpfner selbst mit ausgemachten Unwahrheiten für das Leistungsschutzrecht trommelt. Warum sich die anderen Verlage vor den Karren des Axel-Springer-Verlags spannen lassen, ist angesichts der Zahlen kaum nachvollziehbar.

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 Leistungsschutzrecht: So viel Geld würden die Verlage von Google bekommenEuropaparlament stimmt wieder ab 
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andy01q 17. Sep 2018

Für den Websitenbetreiber ist wichtig, welche Suchmaschine die potenziellen Besucher...

HankMoody 13. Sep 2018

@osolemio84 "Nehme ich etwas, ohne zu fragen, muss ich auch dafür zahlen. ..." Ist doch...

Aki-San 13. Sep 2018

Wieso Weshalb Warum

Paule 11. Sep 2018

Im Prinzip funktioniert das auch ohne KI schon. Je nach Webseite könnte das Suchergebnis...



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