Leistungsschutzrecht: So oft könnten Verlage künftig an Bezahlartikeln verdienen

In vielen Medien geht der Trend zu Bezahlschranken für exklusive Inhalte. Künftig müssten Google und andere Internetdienste wegen des Leistungsschutzrechts auch für Links auf geschützte Artikel zahlen. Google signalisiert dabei eine merkwürdige Art von Zahlungsbereitschaft.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Selbst für Links auf Bezahlangebote müssten Internetdienste künftig zahlen.
Selbst für Links auf Bezahlangebote müssten Internetdienste künftig zahlen. (Bild: Bild.de/Screenshot: Golem.de)

Ein ebenso häufig geäußerter wie unzutreffender Vorwurf von Verlegern an Internetdienste lautet, dass sie die Inhalte der Medien ohne Erlaubnis kopierten und damit den Verlagen die Gewinne wegnähmen. Eine solche Praxis ist trotz anderslautender Behauptungen von den Lobbyisten des Leistungsschutzrechts im Internet die große Ausnahme. Doch nicht nur das: Selbst Artikel oder ganze Webseiten, die hinter einer Bezahlschranke liegen, können von Internetdiensten künftig möglicherweise nur noch gegen Lizenz verlinkt werden. Selbst bei hohen Einnahmen durch das Leistungsschutzrecht wollen Verlage wie Axel Springer daran nichts ändern.

Inhalt:
  1. Leistungsschutzrecht: So oft könnten Verlage künftig an Bezahlartikeln verdienen
  2. Mehrfachvergütung für jeden Klick
  3. Google warnt vor Zwei-Klassen-Internet

Schon jetzt wird den Verfechtern des Leistungsschutzrechts vorgeworfen, dass sie eine Win-Win-Situation zwischen Suchmaschinen und sozialen Medien auf der einen Seite und Onlinemedien auf der anderen Seite zerstören wollten. Die Verlage möchten stattdessen doppelt von der Verlinkung profitieren: Neben dem Traffic wollen sie auch einen Teil der Gewinne erhalten, den Internetdienste wie Google, Facebook oder Twitter mit Werbung verdienen - als Ausgleich für Nutzung der kostenlosen Internetinhalte.

Immer mehr Paywalls im Netz

Doch dieses Konzept spiegelt schon längst nicht mehr die Realität im Internet wider. In den fünf Jahren seit der Einführung des deutschen Leistungsschutzrechts haben die meisten der überregionalen Medien in Deutschland eine Bezahlschranke eingerichtet und die Zahl der frei verfügbaren Inhalte deutlich reduziert. Mehr oder weniger erfolgreich versuchen Bild Plus, Spiegel Plus, SZ Plus oder FAZ Plus ihre Inhalte gegen Entgelt loszuwerden. Bild und Welt rühmten sich kürzlich, schon 500.000 zahlende Leser für ihre Angebot gefunden zu haben.

Apropos finden: Bis vor gut einem Jahr war es gar nicht so einfach, die kostenpflichtigen Inhalte der Medien beispielsweise auf Google zu entdecken. Um die Nutzer nicht zu frustrieren, wenn ein Link auf eine Bezahlschranke führte, hatte Google die First-Click-Free-Regel durchgesetzt. So konnten Nutzer beispielsweise Artikel des Wall Street Journal lesen, wenn sie über einen Google-Link auf den Text kamen. Unzugängliche Artikel wurden stattdessen im Ranking abgewertet.

Visits von Bezahlartikeln zählen mit

Um den Medien entgegenzukommen, schaffte Google dieses Konzept wieder ab. Das Unternehmen empfiehlt den Verlagen stattdessen, die Zahl der freien Artikel auf Monatsbasis zu begrenzen oder den Artikeleinstieg kostenlos lesbar zu halten. Bei den deutschen Medien hat sich das letztere Modell durchgesetzt.

Dieses Entgegenkommen entbindet Google laut Leistungsschutzrecht jedoch nicht von der Pflicht, für die Verlinkung von Paywall-Artikeln zu zahlen. So bemisst sich in Deutschland beispielsweise der Anteil an den Einnahmen, die die VG Media theoretisch mit der Lizenzvergabe verdienen könnte, zu 98 Prozent an den gezählten Visits. Diese werden von der IVW unabhängig davon gezählt, ob die Artikel kostenlos sind oder nicht. Relevant ist einzig und allein die Tatsache, ob die Visits vermarktbar sind. Komplett werbefreie Angebote oder E-Paper-Ausgaben dürfen hingegen kein IVW-Zählpixel haben.

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Mehrfachvergütung für jeden Klick 
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bombinho 15. Dez 2018

Der Verbraucher zahlt es und es wird vom Einkommen derjenigen abgezogen, die die...

bombinho 15. Dez 2018

Interessanterweise fallen die Urheber (bzw. die Masse derer) dabei regelmaessig hinten...

rldml 14. Dez 2018

Oder sie tragen sich schlicht nichtbei Google News ein. Der Service ist Opt-In. Sich...

bombinho 14. Dez 2018

Diese Paywalls sind ja ein eindeutiges Zeichen, dass man den Leser nicht mehr erreichen...



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