Abo
  • IT-Karriere:

Mehrfachvergütung für jeden Klick

Das heißt: Mit jedem Klick auf eine bezahlte Seite könnten die Verlage künftig mehrfach verdienen: durch geschaltete Werbung, durch Leser-Abos und durch das Leistungsschutzrecht. Zudem gibt es künftig wieder eine weitere Einnahmequelle: Artikel 12 der EU-Urheberrechtsrichtlinie soll den Verlagen einen Anteil an den Einnahmen der VG Wort sichern, was der Bundesgerichtshof (BGH) im April 2016 für unzulässig erklärt hatte.

Stellenmarkt
  1. Kisters AG, Karlsruhe
  2. AWO gemeinnützige Gesellschaft für soziale Einrichtungen und Dienste in Nordhessen mbH, Kassel

Ob und in welcher Höhe die Journalisten hingegen an den Einnahmen durch das Leistungsschutzrecht beteiligt werden, ist völlig offen. Zwar ist schwer zu sagen, ob und in welchem Umfang jemals Einnahmen durch das Leistungsschutzrecht fließen werden. Doch falls ja, könnte es für klickträchtige Webseiten wie Bild.de oder Welt.de eine Goldgrube werden.

Werbefreie Angebote wenig lukrativ

Was ebenfalls deutlich wird: Verlage hätten durch dieses Mehrfachmodell kaum Beweggründe, die Bezahlschranken wieder abzubauen. Selbst ein komplett kostenpflichtiges Angebot könnte vom Leistungsschutzrecht profitieren, solange die IVW-Klicks gezählt werden. Das Argument, Suchmaschinen würden die Inhalte der Medien klauen und kopieren, wäre damit ad absurdum geführt.

Wenig lukrativ wären zudem werbefreie Angebote. Hier müssten die Leser im Zweifelsfall zu hohen Zahlungen bereit sein, um den Verzicht auf Werbe-, Abo- und Lizenzeinnahmen auszugleichen.

Bezahlschranken sollen unten bleiben

Könnten hohe Einnahmen durch das Leistungsschutzrecht aber dazu führen, dass die Verlage ihre Bezahlschranken wieder öffnen? Der Axel-Springer-Verlag verneinte das auf Anfrage von Golem.de. "Grundsätzlich sind die Preise der digitalen Abos sehr günstig im Vergleich zu anderen Nachrichten- und Unterhaltungsangeboten in Deutschland und es ist nicht das Ziel, Bezahlangebote zu reduzieren, sondern auch mit Hilfe eines fairen Wettbewerbs so zu etablieren, dass Journalismus in der digitalen Welt kein Auslaufmodell wird", sagte Pressesprecher Christian Senft.

Johannes Vogel, Geschäftsführer von Süddeutsche Zeitung Digitale Medien, beantwortete die Frage kurz und knapp mit einem "Nein". Ebenfalls schließt er aus, dass hohe Einnahmen durch das Leistungsschutzrecht dazu beitragen könnten, eine werbefreie Sueddeutsche.de-Version anzubieten. Laut Vogel haben die Visits von SZ Plus nur einen "geringen Anteil" an den Visits des gesamten Angebots. FAZ und Spiegel-Verlag wollten sich auf Nachfrage von Golem.de hingegen nicht äußern. "Aussagen zur Regelung und deren möglichen Einflüssen können wir erst treffen, wenn sie final vorliegt", teilte der Spiegel-Verlag mit. Bis auf die Süddeutsche antwortete kein Verlag auf die Frage noch dem Anteil der bezahlten Visits an den Gesamt-Visits.

Doch welcher Internetdienst will überhaupt für die Lizenzen zahlen?

 Leistungsschutzrecht: So oft könnten Verlage künftig an Bezahlartikeln verdienenGoogle warnt vor Zwei-Klassen-Internet 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 999€ (Vergleichspreis 1.111€)
  2. 88€
  3. 579€

bombinho 15. Dez 2018

Der Verbraucher zahlt es und es wird vom Einkommen derjenigen abgezogen, die die...

bombinho 15. Dez 2018

Interessanterweise fallen die Urheber (bzw. die Masse derer) dabei regelmaessig hinten...

rldml 14. Dez 2018

Oder sie tragen sich schlicht nichtbei Google News ein. Der Service ist Opt-In. Sich...

bombinho 14. Dez 2018

Diese Paywalls sind ja ein eindeutiges Zeichen, dass man den Leser nicht mehr erreichen...

Bizzi 14. Dez 2018

Hauptsache überall Geld kassieren wollen, und dann noch liebend gerne etwas von den...


Folgen Sie uns
       


Vaio SX 14 - Test

Das Vaio SX14 ist wie schon die Vorgänger ein optisch hochwertiges Notebook mit vielen Anschlüssen und einer sehr guten Tastatur. Im Golem.de-Test zeigen sich allerdings Schwächen beim Display, dem Touchpad und der Akkulaufzeit, was das Comeback der Marke etwas abschwächt.

Vaio SX 14 - Test Video aufrufen
Black Mirror Staffel 5: Der Gesellschaft den Spiegel vorhalten
Black Mirror Staffel 5
Der Gesellschaft den Spiegel vorhalten

Black Mirror zeigt in der neuen Staffel noch alltagsnäher als bisher, wie heutige Technologien das Leben in der Zukunft katastrophal auf den Kopf stellen könnten. Dabei greift die Serie auch aktuelle Diskussionen auf und zeigt mitunter, was bereits im heutigen Alltag schiefläuft - ein Meisterwerk! Achtung, Spoiler!
Eine Rezension von Tobias Költzsch

  1. Streaming Netflix testet an Instagram erinnernden News-Feed
  2. Start von Disney+ Netflix wird nicht dauerhaft alle Disney-Inhalte verlieren
  3. Videostreaming Netflix will Zuschauerzahlen nicht länger geheim halten

Wolfenstein Youngblood angespielt: Warum wurden diese dämlichen Mädchen nicht aufgehalten!?
Wolfenstein Youngblood angespielt
"Warum wurden diese dämlichen Mädchen nicht aufgehalten!?"

E3 2019 Der erste Kill ist der schwerste: In Wolfenstein Youngblood kämpfen die beiden Töchter von B.J. Blazkowicz gegen Nazis. Golem.de hat sich mit Jess und Soph durch einen Zeppelin über dem belagerten Paris gekämpft.
Von Peter Steinlechner


    Digitaler Knoten 4.0: Auto und Ampel im Austausch
    Digitaler Knoten 4.0
    Auto und Ampel im Austausch

    Auf der Autobahn klappt das autonome Fahren schon recht gut. In der Stadt brauchen die Autos jedoch Unterstützung. In Braunschweig testet das DLR die Vernetzung von Autos und Infrastruktur, damit die autonom fahrenden Autos im fließenden Verkehr links abbiegen können.
    Ein Bericht von Werner Pluta

    1. LTE-V2X vs. WLAN 802.11p Wer hat Recht im Streit ums Auto-WLAN?
    2. Vernetztes Fahren Lobbyschlacht um WLAN und 5G in Europa
    3. Gefahrenwarnungen EU setzt bei vernetztem Fahren weiter auf WLAN

      •  /