Abo
  • Services:

Leistungsschutzrecht: Google News könnte in Europa eingestellt werden

Ein europaweites Leistungsschutzrecht könnte das Ende von Google News bedeuten. Doch das ist nicht das eigentliche Problem des Suchmaschinenkonzerns an dem geplanten Gesetz.

Artikel veröffentlicht am ,
Googles Vizepräsident für Nachrichten, Richard Gingras
Googles Vizepräsident für Nachrichten, Richard Gingras (Bild: Msmtrumbo/CC-BY-SA 4.0)

Der Suchmaschinenkonzern Google könnte nach der Einführung eines europäischen Leistungsschutzrechts seinen Nachrichtenaggregator Google News in der EU dichtmachen. Wie die britische Tageszeitung The Guardian berichtete, wollte Googles Vizepräsident für Nachrichten, Richard Gingras, die Einstellung des Angebots auf Anfrage nicht ausschließen. Es sei zwar "nicht wünschenswert, Dienste abzustellen", doch sein Unternehmen sei sehr besorgt wegen der aktuellen Vorschläge.

Stellenmarkt
  1. FLOCERT GmbH, Bonn
  2. ING-DiBa AG, Frankfurt

"Wir möchten nicht, dass das in Europa passiert", sagte Gingras weiter, "daher wollen wir derzeit mit den Interessengruppen zusammenarbeiten." Der 66 Jahre alte Internetunternehmer verwies darauf, dass die Suchmaschine bereits 2014 ihren Google-News-Ableger in Spanien eingestellt habe. Vorausgegangen war ein Gesetz, das Verlage dazu verpflichtet hatte, für die Nutzung ihrer Inhalte durch Newsaggregatoren eine kostenpflichtige Lizenz zu verlangen. Ein solches Gesetz könnte auch in Europa eingeführt werden. Allerdings verhandeln derzeit noch das Europaparlament, die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten über den finalen Text.

Keine Werbeeinnahmen

Google könnte die Einstellung von Google News vermutlich leicht verschmerzen. Schließlich wurden dort noch nie Anzeigen geschaltet. Befürworter eines Leistungsschutzrechts für Presseverleger behaupten jedoch, dass viele Leser dieses Angebot bevorzugten, um sich über die Nachrichtenlage zu informieren. Den Medien gingen viele Klicks verloren, weil sich die Nutzer mit Überschriften und kurzen Textausschnitten zufriedengäben. Allerdings beschränkt sich Google News schon seit einiger Zeit darauf, nur noch Überschriften anzuzeigen.

Wie der finale Gesetzestext aussehen wird, ist derzeit unklar. Problematisch für Google: Im Gegensatz zu Spanien unterscheidet derzeit keiner der vorliegenden Vorschläge zwischen der allgemeinen Suche und Newsaggregatoren. Anders als im Falle von Google News dürfte es für Google deutlich schwieriger sein, bestimmte Verlage oder sämtliche Medien bei der allgemeinen Suche auszulisten. Das könnte am Ende zu einem Lizenzierungszwang für Google führen.

Gratislizenz soll erlaubt bleiben

Die sogenannten Trilog-Verhandlungen für die EU-Urheberrechtsrichtlinie laufen seit Anfang Oktober 2018. Inzwischen legte die österreichische Ratspräsidentschaft einen Kompromissvorschlag vor (PDF), der sich im Wesentlichen an den Plänen der Mitgliedstaaten orientiert.

Demnach könnten "unerhebliche Teile einer Presseveröffentlichung" weiterhin frei genutzt werden, wobei unklar ist, was unter "unerheblichen Teilen" genau zu verstehen ist. "Mitgliedstaaten sollen frei über die Unerheblichkeit von Teilen einer Presseveröffentlichung entscheiden können, berücksichtigend, ob diese Teile der Ausdruck der geistigen Schöpfung ihrer Autoren sind, ob diese Teile individuelle Wörter oder sehr kurze Ausschnitte sind, oder beide Kriterien", heißt es in dem Vorschlag zu Artikel 11.

In Erwägungsgrund 34 stellt der Kompromissvorschlag klar, dass Verlage künftig Gratislizenzen für die Nutzung ihrer Inhalte erteilen dürfen. Formulierungen im Vorschlag des Europaparlaments könnten so interpretiert werden, dass dies nicht erlaubt sein soll. Nach dem Inkrafttreten des Leistungsschutzrechts in Deutschland hatten die Verlage Google eine Gratislizenz erteilt, um weiterhin von der Anzeige in den Suchergebnissen zu profitieren.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 3,89€
  2. (-55%) 26,99€
  3. 5,99€

zenker_bln 19. Nov 2018

...den gedanken, das man von google eine kompensationszahlung einklagen müsse, gehen...

cyg 19. Nov 2018

Bedankt euch bei der CDU und CSU, die mit Verlagslobbyisten (angeführt von Axel-Springer...

thecrew 19. Nov 2018

Erst dann merken die Dinos in der Chefetage was für Auswirkungen dieser Mist eigentlich...

ChMu 19. Nov 2018

Ja, genau was ich sagte. Warum bitte sollte .de nicht gehen? .es und damit .com (welches...

ChMu 19. Nov 2018

Und das zu Recht. Man will hier Werbung schalten und gleichzeitig dafuer bezahlt werden...


Folgen Sie uns
       


Samsung Galaxy S10 Plus - Test

Das Galaxy S10+ ist Samsungs neues, großes Top-Smartphone. Im Test haben wir uns besonders die neue Dreifachkamera angeschaut.

Samsung Galaxy S10 Plus - Test Video aufrufen
Geforce GTX 1660 im Test: Für 230 Euro eine faire Sache
Geforce GTX 1660 im Test
Für 230 Euro eine faire Sache

Die Geforce GTX 1660 - ohne Ti am Ende - rechnet so flott wie AMDs Radeon RX 590 und kostet in etwa das Gleiche. Der klare Vorteil der Nvidia-Grafikkarte ist die drastisch geringere Leistungsaufnahme.

  1. Nvidia Turing OBS unterstützt Encoder der Geforce RTX
  2. Geforce GTX 1660 Ti im Test Nvidia kann Turing auch günstig(er)
  3. Turing-Grafikkarten Nvidias Geforce 1660/1650 erscheint im März

Uploadfilter: Voss stellt Existenz von Youtube infrage
Uploadfilter
Voss stellt Existenz von Youtube infrage

Gut zwei Wochen vor der endgültigen Abstimmung über Uploadfilter stehen sich Befürworter und Gegner weiter unversöhnlich gegenüber. Verhandlungsführer Voss hat offenbar kein Problem damit, wenn es Plattformen wie Youtube nicht mehr gäbe. Wissenschaftler sehen hingegen Gefahren durch die Reform.

  1. Uploadfilter Koalition findet ihren eigenen Kompromiss nicht so gut
  2. Uploadfilter Konservative EVP will Abstimmung doch nicht vorziehen
  3. Uploadfilter Spontane Demos gegen Schnellvotum angekündigt

Uploadfilter: Der Generalangriff auf das Web 2.0
Uploadfilter
Der Generalangriff auf das Web 2.0

Die EU-Urheberrechtsreform könnte Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten stark behindern. Die Verfechter von Uploadfiltern zeigen dabei ein Verständnis des Netzes, das mit der Realität wenig zu tun hat. Statt Lizenzen könnte es einen anderen Ausweg geben.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Pauschallizenzen CDU will ihre eigenen Uploadfilter verhindern
  2. Uploadfilter Fast 5 Millionen Unterschriften gegen Urheberrechtsreform
  3. Uploadfilter EU-Kommission bezeichnet Reformkritiker als "Mob"

    •  /