Leistungsschutzrecht: Google keilt gegen Springer und Burda

Google will Artikel bestimmter Online-Angebote in Suchergebnissen sowie bei Google News nur noch als Link anzeigen, aber keine Textausschnitte ('Snippets') und Vorschaubilder ('Thumbnails') mehr. Das gelte für die Online-Angebote der Verlage, die Mitglied in der Verwertungsgesellschaft (VG) Media seien, schreibt Philipp Justus, Chef von Google in Deutschland, im deutschsprachigen Google-Blog(öffnet im neuen Fenster) .
Grund ist die Klage, die die VG Media im Juni gegen Google eingereicht hat: Die Verwertungsgesellschaft verlangt, dass Google elf Prozent der Umsätze, die "unmittelbar und mittelbar mit der öffentlichen Zugänglichmachung von Ausschnitten aus Online-Presseerzeugnissen" erzielt werden, an die Verlage zahlt.
Link und Überschrift
"Wir bedauern dieses juristische Vorgehen sehr, denn jeder Verlag konnte schon immer selbst entscheiden, ob und wie seine Inhalte in unseren Diensten angezeigt werden" , erklärt Justus. "Vor dem Hintergrund dieser Klage" werde Google aus den Web-Angeboten der Verlage, die der VG Media angehören, "nur noch den Link zum Artikel sowie dessen Überschrift anzeigen" . Dazu gehörten bekannte Webseiten "wie bild.de, bunte.de oder hoerzu.de" .
Google leite im Monat "über eine halbe Milliarde Klicks zu deutschen Nachrichtenseiten" und trage so zur Vergrößerung der Reichweiten dieser Angebote bei - und zur Umsatzsteigerung: Jeder dieser Klicks soll 12 bis 16 Cent wert sein, sagt Google. Das schätze der US-Zeitungsverband.
Telekom und 1&1 schließen Verlage aus
Mitte September hatten die Portale T-Online, GMX und Web.de die Angebote der Verlage aus der VG Media entfernt. Die VG Media verlangt von den Betreibern ebenfalls Zahlungen unter Verweis auf das Leistungsschutzrecht. Deutsche Telekom und 1&1 sind aber weiter gegangen als Google: Sie haben besagte Online-Medien komplett aus ihren Angeboten gestrichen.
Der Bundestag hatte 2013 auf Druck einiger Verlage das umstrittene Leistungsschutzrecht beschlossen . Danach dürfen nur "einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte" genutzt werden. Die VG Media vertritt die Ansprüche von knapp 140 Verlagen mit etwa 220 digitalen Angeboten.



