Leistungsschutzrecht: Google ist das Taxi der Verlage

Googles 2011 gestartete Kampagne gegen das Leistungsschutzrecht für Presseverleger (LSR) wird mobil: In rund 600 Berliner Taxis wird gegen das von deutschen Verlegern geforderte Gesetz protestiert.
"Mit der gleichen Logik könnte ein Restaurantbesitzer von Taxifahrern Geld verlangen, die ihm Gäste bringen" , prangt dem Fahrgast von den Kopfstützen der Autos entgegen. Formuliert hat diese Analyse des LSR der Berliner Journalist und Blogger Mario Sixtus(öffnet im neuen Fenster) . In den Autos wird zudem eine Broschüre ausliegen, die über das Gesetzesvorhaben informiert.
Schutz für Snippets
Das LSR soll Kurzausschnitte aus Artikeln, wie Google sie im Angebot Google News einblendet, unter den Schutz des Urheberrechts stellen. Die Verleger begründen das damit, dass Google mit ihren Inhalten Geld verdiene. Wollte Google nach dem Inkrafttreten des LSR weiterhin die sogenannten Snippets anzeigen, müsste das Unternehmen eine Lizenzabgabe mit den Verlagen aushandeln.
Google hält dagegen, dass die Verlage die Nutznießer von Google News seien: Die Nutzer fänden dort die Anreißer von Artikeln. Interessiere sie ein Thema, klickten sie darauf und kämen auf die Website des Mediums, auf der im Normalfall Werbung eingeblendet werde. Dann verdiene der Verlag Geld. Google News hingegen sei ohne Werbung.
Google ist das Taxi
"Mit unserer Taxi-Kampagne verdeutlichen wir die Absurdität des geplanten Gesetzes" , sagte Google-Sprecher Kay Oberbeck(öffnet im neuen Fenster) . Google sei das Taxi, das den Restaurantbesitzern, sprich: den Verlagen, Gäste bringe. Über Google News würden weltweit derzeit im Monat sechs Milliarden Klicks auf Verlagsangebote generiert.
Google ruft seit Ende 2011 Nutzer unter dem Motto Verteidige Dein Netz – Finde weiterhin, was Du suchst(öffnet im neuen Fenster) zum Protest gegen das LSR auf. Mit der Taxikampagne appelliere das Unternehmen "an die Parlamentarier, dieses Gesetzesvorhaben zu stoppen" , sagte Oberbeck.



