Abo
  • IT-Karriere:

Leistungsschutzrecht: Google beugt sich der deutschen Bürokratie

Google reagiert auf das Leistungsschutzrecht. Ab 1. August zeigt Google News in Deutschland nur noch Seiten von Anbietern, die das ausdrücklich wollen.

Artikel veröffentlicht am , Kai Biermann/Zeit Online
Google-Logo im Büro des Unternehmens in Toronto
Google-Logo im Büro des Unternehmens in Toronto (Bild: Mark Blinch/Reuters)

Am 1. August 2013 tritt ein geändertes Urheberrecht in Kraft und mit ihm das sogenannte Leistungsschutzrecht für Presseverlage. Als Reaktion darauf wird das Unternehmen Google gleichzeitig seine Seite Google News verändern, wie es in einem offiziellen Blogpost bekanntgab. Anbieter von Informationen müssen dann eine neue, eindeutige Erklärung abgeben, ob ihre Inhalte bei Google News aufgeführt werden sollen oder nicht.

Inhalt:
  1. Leistungsschutzrecht: Google beugt sich der deutschen Bürokratie
  2. Googles Suche ändert sich nicht

"Wünschen Sie, dass Inhalte Ihrer Webseiten in Google News erscheinen?", fragt Google künftig jeden Websitebetreiber. Erreichbar ist diese über einen Link in den Einstellungen. Wer die Frage mit Ja beantwortet, der willigt ein, dass seine Texte und Videos "unentgeltlich in Google News aufgenommen werden sollen".

Der Dienst Google News sammelt im Netz offen verfügbare Nachrichten, Bilder und Videos. Es gibt ihn seit mehr als zehn Jahren und inzwischen in mehr als 60 Ländern. Die eindeutige Opt-in-Funktion wird jedoch nur hierzulande installiert. Google-Sprecher Kay Oberbeck nennt sie ein "Geschenk an die deutschen Bürokratie". Er meint das nur halb als Scherz.

Seit Jahren streiten sich deutsche Verleger mit Google darum, ob und wie das Unternehmen die Inhalte von Medien auf seiner Nachrichtenseite listen darf. Hier finden Sie mehr zu den Hintergründen dieses Streits. Google stellt die Meldungen der Medien thematisch sortiert allen zur Verfügung und zeigt dabei zu jeder mindestens die Überschrift und eine kurze Inhaltsbeschreibung. Diverse Verlage sind der Ansicht, dass Google für diese Nutzung ihrer Inhalte zahlen sollte.

Stellenmarkt
  1. Landeshauptstadt München, München
  2. Bayern Facility Management GmbH, München

Sie haben ihren Einfluss auf die Bundespolitik in den vergangenen Jahren dazu benutzt, die Bundesregierung von der Notwendigkeit eines eigenen Rechtes zu überzeugen. Der Kernsatz des neuen Gesetzes besagt: "Der Hersteller eines Presseerzeugnisses (Presseverleger) hat das ausschließliche Recht, das Presseerzeugnis oder Teile hiervon zu gewerblichen Zwecken öffentlich zugänglich zu machen."

Die Idee ist, zu erreichen, dass die Verleger Geld von Google verlangen können, wenn das Unternehmen auf ihre Inhalte verlinkt. Gleichzeitig aber wollen die Verlage sich nicht von Google zurückziehen, was sie auch jetzt schon problemlos könnten. Denn sie wollen verlinkt werden, um Leser auf ihre Seiten zu locken - aber eben auch etwas von Googles Einnahmen abhaben. Das macht die rechtliche Regelung so schwierig.

Nicht nur Google hält das daraus entstandene Leistungsschutzrecht für Presseverlage daher für riskanten Murks. Mehrere Begriffe in dem Gesetzestext sind nicht genau erklärt und führen eher zu Unsicherheit als zur Klarstellung. Das Max-Planck-Institut für Immaterialgüterrecht erklärte in einer Stellungnahme außerdem, dass es ein solches Recht nicht braucht, da alle Aspekte bereits durch das bestehende Urheberrecht abgedeckt sind.

Mit dem neuen Verfahren bei Google News will das Unternehmen nun möglicherweise einen Schritt auf die Verlage zugehen. Bislang zumindest standen eher Drohungen im Raum, Google werde alle Verlagsangebote aus Google News entfernen.

Oberbeck sagte dazu: "Die neue Google-News-Bestätigungserklärung gibt Verlagen in Deutschland eine zusätzliche Möglichkeit zu entscheiden, ob ihre Inhalte von den Besuchern bei Google News gefunden werden. Damit bewahren wir Google News als offene Plattform, gleichzeitig schaffen wir Rechtssicherheit für Blogger, Journalisten und Verlage angesichts der veränderten Gesetzeslage."

Googles Suche ändert sich nicht 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de

franzel 24. Jun 2013

Sehr gut gemacht, google. Die arroganten Springer und Co konsorten schätzen sich als so...

MistelMistel 24. Jun 2013

Begründung wird man schon finden, es darf nun mal nicht sein, Man könnte auch sagen das...

Anonymer Nutzer 24. Jun 2013

Ju und jeder nromaldenkende Mensch hat sich das schon vor nem Jahr gedacht.... Geldgier...

Schleichfahrt 24. Jun 2013

Als Krönung dessen wäre jetzt das sie für das Opt-IN bezaheln müssen. Und das aber fair...

jnsmy 24. Jun 2013

Aber Zeitungen sollten mit "Nachrichten" nützliche Information über das Weltgeschehen...


Folgen Sie uns
       


Motorola One Action im Hands On

Motorola hat das One Action vorgestellt. Das Mittelklasse-Smartphone hat eine Actionkamera eingebaut, die mit einem 117 Grad großen Weitwinkel und einer digitalen Bildstabilisierung versehen ist. Das One Action hat eine gute Mitteklasseausstattung und kostet 260 Euro.

Motorola One Action im Hands On Video aufrufen
Mobile-Games-Auslese: Superheld und Schlapphutträger zu Besuch im Smartphone
Mobile-Games-Auslese
Superheld und Schlapphutträger zu Besuch im Smartphone

Markus Fenix aus Gears of War kämpft in Gears Pop gegen fiese (Knuddel-)Aliens und der Typ in Tombshaft erinnert an Indiana Jones: In Mobile Games tummelt sich derzeit echte und falsche Prominenz.
Von Rainer Sigl

  1. Mobile-Games-Auslese Verdrehte Räume und verrückte Zombies für unterwegs
  2. Dr. Mario World im Test Spielspaß für Privatpatienten
  3. Mobile-Games-Auslese Ein Wunderjunge und dreimal kostenloser Mobilspaß

Manipulierte Zustimmung: Datenschützer halten die meisten Cookie-Banner für illegal
Manipulierte Zustimmung
Datenschützer halten die meisten Cookie-Banner für illegal

Nur die wenigsten Cookie-Banner entsprechen den Vorschriften der DSGVO, wie eine Studie feststellt. Die Datenschutzbehörden halten sich mit Sanktionen aber noch zurück.
Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti

  1. Chrome & Privacy Google möchte uns in Zukunft anders tracken
  2. Tracking Google und Facebook tracken auch auf vielen Pornoseiten
  3. Android Apps kommen auch ohne Berechtigung an Trackingdaten

5G-Antenne in Berlin ausprobiert: Zu schnell, um nützlich zu sein
5G-Antenne in Berlin ausprobiert
Zu schnell, um nützlich zu sein

Neben einem unwirtlichen Parkplatz in Berlin-Adlershof befindet sich ein Knotenpunkt für den frühen 5G-Ausbau von Vodafone und Telekom. Wir sind hingefahren, um 5G selbst auszuprobieren, und kamen dabei ins Schwitzen.
Von Achim Sawall und Martin Wolf

  1. Tausende neue Nutzer Vodafone schafft Zuschlag für 5G ab
  2. Vodafone Callya Digital Prepaid-Tarif mit 10 GByte Datenvolumen kostet 20 Euro
  3. Kabelnetz Vodafone bekommt Netzüberlastung nicht in den Griff

    •  /