Leistungsschutzrecht: Facebook bekommt Verbandslizenz für News in Frankreich

Während sich die Verlage in Deutschland einzeln für Facebook News einigen, läuft das in Frankreich anders. Auch Google hat eine Gesamtlizenz.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Facebook News bekommt eine Gesamtlizenz in Frankreich.
Facebook News bekommt eine Gesamtlizenz in Frankreich. (Bild: KIRILL KUDRYAVTSEV/AFP via Getty Images)

Facebook und der französische Verlegerverband Apig haben beim Thema Urheberrecht eine Einigung erzielt. Der Konzern solle Lizenzen erhalten und diese entsprechend bezahlen, heißt es in Mitteilungen von Facebook und Apig vom 21. Oktober. Die Einigung ermögliche es, weiter Nachrichteninhalte auf Facebook zu verbreiten. Über die finanziellen Details gaben beide Seiten keine Auskunft.

Stellenmarkt
  1. Product Owner touristische Backend Systeme (m/w/d)
    ADAC e.V., München
  2. Informatiker / Fachinformatiker als Datenbankentwickler (m/w/d) Schwerpunkt Business Intelligence
    Stadtwerke Leipzig GmbH, Leipzig
Detailsuche

Apig-Präsident Pierre Louette sprach allerdings von erheblichen Einnahmen, besonders für die kleinen Verlage. Facebook wies in seiner Mitteilung auf den kostenlosen Zugang zu Millionen von Menschen hin, den es Verlagen biete. Auch könnten diese durch die Plattform zusätzliche Einnahmen generieren und Menschen auf ihre Webseiten bringen. Mit der Einigung ist auch der Grundstein für den Start von Facebook News in Frankreich im kommenden Jahr gelegt.

Facebook News in Deutschland mit einzelnen Verlagen

In Deutschland gibt es eine solche Vereinbarung auf Verbandsebene mit Facebook nicht. Das US-Unternehmen hat aber seit Mai Vereinbarungen mit zahlreichen Verlagen für seinen Bereich Facebook News. Das ist eine Kategorie auf der Plattform, in der Nachrichteninhalte von Verlagen und Medienmarken aus Deutschland in einem eigenen Bereich präsentiert werden.

Dabei werden die Medienhäuser dafür bezahlt, dass sie auf Inhalte von Facebook News verlinken, die bislang nicht auf der Plattform zu sehen waren. Sie müssen aber nicht eigens für Facebook produziert werden. Wie viel Geld Facebook für das Projekt in Deutschland in die Hand nimmt, ist nicht öffentlich bekannt.

Golem Karrierewelt
  1. IT-Grundschutz-Praktiker mit Zertifikat: Drei-Tage-Workshop
    17.-19.01.2023, Virtuell
  2. Airtable Grundlagen: virtueller Ein-Tages-Workshop
    17.02.2023, Virtuell
Weitere IT-Trainings

In Deutschland ist das Thema Leistungsschutzrecht für Presseverleger sehr aktuell. In diesem Jahr wurde das Urheberrecht novelliert. Hintergrund ist eine entsprechende EU-Richtlinie, die in den Ländern umgesetzt wurde.

Leistungsschutzrecht als Ausgleich für Google oder Facebook News

Zu dem großen Komplex des Urheberrechts zählt auch ein neues Leistungsschutzrecht für Presseverleger und Journalisten in Deutschland. Das Ganze soll sicherstellen, dass Urheber und Medienhäuser finanziell berücksichtigt werden, wenn externe Internetplattformen deren Presseinhalte einbinden.

Einige Verleger hatten in der Vergangenheit immer wieder beklagt, dass externe Plattformen wirtschaftlich von den Inhalten profitierten, die Verlage selbst aber nicht oder nicht in ausreichendem Maße. Zurzeit steht zum Beispiel die Verwertungsgesellschaft Corint Media mit Google in Kontakt und hat für 2022 eine Forderung in dreistelliger Millionenhöhe an das US-Unternehmen gestellt.

Google hat dazu in einer Reaktion der Deutschen Presse-Agentur mitgeteilt: "Wir halten uns an das Gesetz und orientieren uns an Fakten, nicht an haltlosen Forderungen. Corint ignoriert, dass Google erheblichen Mehrwert für Verlage schafft und keine nennenswerten Einnahmen mit Nachrichteninhalten erzielt." Google wiederum steht nach eigenen Angaben seinerseits mit deutschen Verlagen im Gespräch.

Google hatte bereits Anfang dieses Jahres eine ähnliche umfassende Vereinbarung mit dem französischen Verlegerverband Agip getroffen. Diese Vereinbarungen betreffen Zahlungen nach dem Leistungsschutzrecht und die Teilnahme am Programm News Showcase, das Google bereits im Oktober 2020 in Ländern wie Deutschland und Brasilien gestartet hat.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Urheberrechtsverletzung
US-Marine muss Strafe an deutsche Firma bezahlen

Noch während der Lizenzverhandlungen installierte die US-Marine eine Software auf über 500.000 Rechnern. Sechs Jahre später muss sie dafür bezahlen.

Urheberrechtsverletzung: US-Marine muss Strafe an deutsche Firma bezahlen
Artikel
  1. Karmesin und Purpur: Nintendo entschuldigt sich für Probleme mit Pokémon
    Karmesin und Purpur
    Nintendo entschuldigt sich für Probleme mit Pokémon

    Schwache Grafik und trotzdem Ruckler: Viele Spieler ärgern sich über den technischen Zustand von Pokémon Karmesin/Purpur.

  2. Bayern: Arbeitszeit von mehr als 10 Stunden am Tag gefordert
    Bayern
    Arbeitszeit von mehr als 10 Stunden am Tag gefordert

    Die bayerische Arbeitsministerin plädiert für mehr Flexibilität am Arbeitsplatz und will mehr als zehn Stunden Arbeit pro Tag erlauben.

  3. EuGH: Google legt erneut Einspruch gegen Milliardenstrafe ein
    EuGH
    Google legt erneut Einspruch gegen Milliardenstrafe ein

    Google will keine 4,125 Milliarden Euro zahlen und zieht mit dem Fall vor den Europäischen Gerichthof. Es geht um Android.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 jetzt bestellbar • LG OLED TV (2022) 55" 120Hz 949€ • Mindstar: Geforce RTX 4080 1.449€ • Tiefstpreise: G.Skill 32GB Kitt DDR5-7200 • 351,99€ Crucial SSD 4TB 319€, HTC Vive Pro 2 659€ • Samsung Cyber Week • Top-TVs (2022) LG & Samsung über 40% günstiger [Werbung]
    •  /