3. Mitbewerber und Google klauen Content

Döpfner hält auch nach der Abstimmung unverdrossen an der Aussage fest, dass Suchmaschinen wie Google die Inhalte von Verlagen eins zu eins übernähmen. Nun dehnt er diese sogar auf zahlungspflichtige Inhalte aus. "Umgehungen wie bisher üblich - auf Bildplus muss ich zahlen, aber bei einem Wettbewerber oder bei Google News bekomme ich den gleichen Text kostenlos - werden schwieriger." Das ist gleich in mehrfacher Hinsicht falsch und entlarvend. Denn zum einen ist es mitnichten so, dass andere Medien oder Suchmaschinen "den gleichen Text" einer Zeitung kostenlos wiedergeben können. Das stellt schon jetzt eine Urheberrechtsverletzung dar.

Zum anderen unterscheidet die Urheberrechtsrichtlinie in keiner Weise zwischen zahlungspflichtigen und kostenlosen Inhalten im Netz. Worum es Döpfner geht: Der Axel-Springer-Verlag ärgerte sich in den vergangenen Jahren über das Vorgehen von Focus Online, Artikel von Bildplus redaktionell auszuwerten. Mit einer Klage wehrte sich der Verlag dagegen, "dass Focus Online systematisch exklusive Bezahl-Inhalte von Bildplus abschreibt und zum Teil des eigenen Geschäftsmodells macht, das Journalismus reichweitenorientiert vermarktet". Der Streit wurde Ende 2017 außergerichtlich beigelegt.

Der Burda-Verlag hatte als das Ziel des Axel-Springer-Verlags vermutet, "Informationen zu monopolisieren, die hinter der Paywall von Bildplus veröffentlicht wurden, um sie besser vermarkten zu können". Dies widerspreche dem grundgesetzlich geschützten Recht der Informations- und Meinungsfreiheit, zitierte Meedia.de aus der Klageerwiderung. Zudem sei das Zitieren fremder und eigener Inhalte branchenüblich und werde auch von der Bild-Gruppe täglich praktiziert.

Es ist unklar, warum es laut Döpfner nun "schwieriger" werden soll, die Artikel anderer Medien redaktionell auszuwerten. So heißt es in Erwägungsgrund 57 zu den Rechten der Verlage ausdrücklich: "Sie gelten außerdem nicht für in Presseveröffentlichungen angeführte reine Fakten." Wer also das Zitatrecht korrekt anwendet und in einem anderen Medium wiedergibt, was beispielsweise ein Erotikproduzent auf Bildplus über das Porno-Geschäft erzählt, sollte nicht gegen das Leistungsschutzrecht verstoßen. Falls Döpfner das anders sieht, würde das in der Tat dem grundgesetzlich geschützten Recht der Informations- und Meinungsfreiheit widersprechen.

4. Google hat den Verlagen mit Auslistung gedroht

Die nächste Falschaussage betrifft das Vorgehen Googles nach der Einführung des deutschen Leistungsschutzrechts. Nach Aussage Döpfners ist das Recht von Google "ausgehebelt" worden, weil den Verlagen angedroht wurde, "dass ihre Texte, Fotos und Videos ausgelistet werden". Das trifft jedoch nicht zu. Auf Anfrage von Golem.de teilte der Suchmaschinenkonzern mit: "Im Jahr 2014 hat die VG Media als Vertreterin einiger deutscher Verlage rechtliche Schritte wegen der vermeintlich unerlaubten Nutzung kurzer Textabschnitte (Snippets) in Googles Diensten angedroht. Google hat darauf den betreffenden Verlagen angeboten, die betreffenden Snippets zu entfernen, gleichzeitig aber Schlagzeilen und Links zu den betreffenden Artikeln unverändert in seinen Diensten anzuzeigen. Es stand zu keinem Zeitpunkt zur Debatte, die Inhalte von Verlagen ganz aus den Diensten zu entfernen. Google hat weder damit 'gedroht', noch diesen Schritt vollzogen."

Döpfner versucht mit der Behauptung die Tatsache zu verschleiern, dass das Leistungsschutzrecht in Deutschland gescheitert ist. Sein eigener Verlag erteilte Google schließlich eine Gratislizenz, weil den Medien sonst hohe Einnahmen durch den zugeführten Traffic entgangen wären.

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 Leistungsschutzrecht: Das Lügen geht weiter5. Verlage erzielen mehr Umsätze ohne Google News 
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GodsBoss 29. Jul 2019

Und bei der indirekten Demokratie wird natürlich der gewählt, der mehr Rente, weniger...

cruse 13. Apr 2019

Wie denn? Fackeln im Sturm ? ^^ "Wir" können nur CDU/SPD abwählen. Dauert leider noch...

gandhi187 11. Apr 2019

Möchtest du damit gerade sagen, dass Voss whrlich war, oder hast du ein bisschen was...

heikom36 10. Apr 2019

Welche Demokratie? Es wird und wurde gelogen das sich die Balken biegen, es wurde...



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