Leistungsschutzrecht: Corint Media fordert von Facebook 190 Millionen Euro

Die Verwertungsgesellschaft verlangt von Facebook nur die Hälfte von dem, was Google zahlen soll.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Corint Media will Geld von Facebook.
Corint Media will Geld von Facebook. (Bild: Kirill Kudryavtsev/AFP via Getty Images)

Die Meta-Tochter Facebook soll nach dem Willen der Verwertungsgesellschaft Corint Media für die Nutzung von Presseinhalten im nächsten Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag an deutsche Medienhäuser zahlen. "Für die Rechte der bis jetzt vertretenen Rechteinhaber wird eine Lizenzgebühr von 190 Millionen Euro im Jahr 2022 gefordert", teilte die Verwertungsgesellschaft in Berlin zu ihrem vorgelegten Lizenzvertrag mit.

Hintergrund ist das in diesem Jahr überarbeitete Urheberrecht, das auch ein Leistungsschutzrecht für Pressehäuser beinhaltet. Das Unternehmen soll für die Nutzung von Presseinhalten in den Facebook-Diensten und auf Instagram aufkommen.

Die Verwertungsgesellschaft legte für die Berechnung nach eigenen Angaben die relevanten Umsätze von Facebook Ireland Ltd. in Deutschland zugrunde. Diese ist eine Tochter des US-Unternehmens Meta, das früher auch Facebook hieß.

Facebook bestätigt Verhandlungen

Eine Meta-Sprecherin teilte der Deutschen Presse-Agentur mit: Im Einklang mit den Zielen des Urheberrechts-Gesetzes in Deutschland habe man "umgehend Maßnahmen ergriffen, um den Verlagen, die Facebook nutzen, zusätzliche Kontrollmöglichkeiten zu bieten".

Über diese Richtlinie hinaus sei das Unternehmen bestrebt, die Partnerschaften mit der Nachrichtenbranche zu stärken. "Wir bestätigen, dass wir mit Corint Media im Gespräch sind und ihr Angebot erhalten haben, aber wir kommentieren unsere geschäftlichen Gespräche nicht öffentlich."

Corint Media will von Google 420 Millionen Euro

Corint Media legte bereits im Oktober dem US-Unternehmen Google einen Lizenzvertrag vor, rief zu Verhandlungen auf und forderte für das Jahr 2022 einen Betrag von 420 Millionen Euro. Google hatte damals in einer Reaktion mitgeteilt: "Wir halten uns an das Gesetz und orientieren uns an Fakten, nicht an haltlosen Forderungen. Corint ignoriert, dass Google erheblichen Mehrwert für Verlage schafft und keine nennenswerten Einnahmen mit Nachrichteninhalten erzielt."

In diesem Jahr wurde in Deutschland das Urheberrecht novelliert und daran angepasst, dass das Internet für urheberrechtlich geschützte Inhalte immer bedeutender geworden ist. Hintergrund ist eine EU-Richtlinie, die in den Ländern umgesetzt wurde. Zu dem großen Komplex des Urheberrechts zählt auch ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger und Journalisten in Deutschland. Das Ganze soll sicherstellen, dass Urheber und Medienhäuser finanziell berücksichtigt werden, wenn externe Internetplattformen ihre Presseinhalte einbinden.

Corint Media ist eine von mehreren Verwertungsgesellschaften, die die Rechte von Medienhäusern gebündelt wahrnimmt. Die Zahl der Gesellschafter liegt demnach bei 24, darunter sind 11 Presseverlage und 13 private TV- und Radiounternehmen. Die Zahl der Berechtigten, für die die Verwertungsgesellschaft eintritt, liegt bei mehr als 240.

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plutoniumsulfat 05. Dez 2021

Ich vermute, die Formulierung ist extra so verwendet worden. Nicht, dass es am Ende...

Sharra 03. Dez 2021

nicht so auf die Kacke hauen, wenn man schon Corint heisst?

Termuellinator 03. Dez 2021

Auf den Webseiten der Corint-Maden mal Werbung schalten lassen und dann im Rahmen des...



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