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Leistungshalbleiter: Wolfspeed und ZF planen 2-Milliarden-Chipfabrik im Saarland

Wolfspeed baut Leistungshalbleiter aus Siliziumkarbid für Elektroautos von Mercedes-Benz – künftig offenbar im Saarland und mit viel Steuergeldern.
/ Achim Sawall
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Wolfspeed Speedval Kit (Bild: Wolfspeed)
Wolfspeed Speedval Kit Bild: Wolfspeed

Der US-Konzern Wolfspeed errichtet im Saarland das weltweit größte Werk für Halbleiter aus Siliziumkarbid (SiC). An der Fabrik beteiligt sich der Getriebehersteller ZF mit einem Minderheitsanteil. Dies berichtete das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf mit dem Projekt vertrauten Kreisen. Wolfspeed habe sich entschieden, auf dem Gelände eines ehemaligen Kohlekraftwerks in Ensdorf zu bauen.

Die Serienfertigung der vor allem in Elektrofahrzeugen genutzten Leistungshalbleiter aus Siliziumkarbid soll in vier Jahren beginnen. Wolfspeed mit Hauptsitz in Durham im US-Bundesstaat North Carolina gab am 4. Januar 2022 bekannt, Bauelemente aus Siliziumkarbid für den Antrieb von Elektrofahrzeugen von Mercedes-Benz zu liefern, die eine höhere Effizienz im Antriebsstrang ermöglichen.

Der Wolfspeed-Vorstand erklärte zu der Zeit, seit einigen Monaten in Europa Ausschau nach einem Standort für ein weiteres Chipwerk zu halten. Wolfspeed legt am 25. Januar seine Quartalsergebnisse vor(öffnet im neuen Fenster) und dürfte den Investoren dann etwas über das Projekt sagen.

Im Jahr 2017 versuchte Infineon , Wolfspeed zu kaufen. Die Übernahme wurde von der US-Regierung jedoch über den Ausschuss zur Kontrolle von Auslandsinvestitionen (CFIUS – Committee on Foreign Investment in the United States) blockiert.

US-Konzern will hohe staatliche Förderung

Den Handelsblatt-Informationen zufolge will Wolfspeed möglichst schnell mit den Bauarbeiten beginnen, drängt aber als Voraussetzung auf eine Zusage für staatliche Förderung, die noch nicht vorliegt. Halbleiterhersteller drücken international laut Handelsblatt in der Regel öffentliche Mittel von 40 Prozent ihrer Gesamtkosten durch. Das neue Chipwerk von Wolfspeed in den USA kostete rund zwei Milliarden US-Dollar. Dem Vernehmen nach solle die Fabrik im Saarland deutlich größer und damit auch teurer werden, berichtet das Handelsblatt.

Laut Informationen der Saarbrücker Zeitung (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) werden mit der Chipfabrik 1.000 neue Arbeitsplätze im Saarland entstehen. Die beiden Firmen und die saarländische Landesregierung äußerten sich dazu auf Anfrage nicht.


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