Starke Ergebnisse bei kontrastreichen Motiven
Vor allem Motive mit starken Unterschieden zwischen den Schatten und den hellen Bereichen sind ideal, um sie mit der Q3 Monochrom aufzunehmen. Auch über lokalen Kontrast lässt sich die Bildwirkung gut steuern. Die felsigen Berge Utahs und die Wüste im Death-Valley-Nationalpark überzeugen sonst eher auf Farbaufnahmen, machen aber auch in schwarz-weiß durchaus etwas her.
Die Schärfe der Bilder ist sehr gut, was angesichts des Vollformatsensors aber auch zu erwarten ist. Die Schärfe ist technisch gesehen besser als bei einem vergleichbaren Farbsensor, da die sogenannte Bayer-Matrix fehlt – ohne direkten Vergleich sehen wir das aber nicht. Das Summilux liefert ein angenehmes Bokeh, auch Porträts gelingen mit der Kamera. Zwar sind 28 mm keine ideale Porträtbrennweite, doch für Bilder, auf denen auch etwas vom Hintergrund zu erkennen sein soll, finden wir sie ideal.
Mithilfe des Sensors eignet sich die Kamera sehr gut für Low-Light-Aufnahmen. Die Q3 Monochrom hat einen eingebauten Bildstabilisator, was bei längeren Belichtungszeiten hilft. Wie bei der Q2 Monochrom kann auch das neue Modell Makroaufnahmen mit einer Naheinstellgrenze ab 17 cm machen. Dafür müssen wir einen Ring am Objektiv drehen. Die Naheinstellgrenze im Standardmodus ist wegen des Weitwinkelobjektivs mit 30 cm relativ gering.
Digitalzoom und Filter für Aufnahmen im JPG-Format
Die Q3 Monochrom bietet die Möglichkeit, digital zu zoomen. Von 28 mm über 35, 50, 75 und 90 mm können wir während der Aufnahme den Bildausschnitt wählen. In der Praxis haben wir dies nicht genutzt, da es sich um einen Crop handelt – und den können wir in der Nachbearbeitung auch aus den RAW-Dateien erstellen. Wer nur im JPG-Format fotografiert, könnte den Zoom hilfreich finden, zumal die Q3 Monochrom die Belichtung an den kleineren Bildschirmausschnitt anpasst.





























Ebenfalls nicht verwendet haben wir die verschiedenen Schwarz-Weiß-Stile, die sich in Kontrast und Farbton unterscheiden. Die Bearbeitung haben wir im Nachhinein vorgenommen. Die verschiedenen Voreinstellungen sind für Fotografen hilfreich, die nur im JPG-Format fotografieren.
Aufnahmen bis ISO 6400 lassen sich noch gut in der Nachbearbeitung entrauschen, darüber hinaus empfinden wir das Bildrauschen als zu stark – wenngleich nicht so stark wie bei der Leica M EV1. Auch das ist ein Nebeneffekt des Schwarz-Weiß-Sensors, durch den das Farbrauschen entfällt. Das ist praktisch in der Nachbearbeitung. Der Empfindlichkeitsbereich reicht bis ISO 200000, was wir für Quatsch halten: Die Bilder sehen nicht mehr gut aus und dienen höchstens dokumentarischen Zwecken.
Der Verschluss besteht aus einem mechanischen und einem elektronischen Teil. Der mechanische Zentralverschluss ermöglicht Belichtungszeiten zwischen 60 Minuten bis 1/2000 Sekunde, der elektronische Verschluss von 60 Sekunden bis 1/16000 Sekunde. Nutzer können sich für eine Verschlussart entscheiden oder die Kamera automatisch wählen lassen.
Kein interner Speicher wie bei der M EV1
Gespeichert werden die Bilder auf einer SD-Karte. Einen internen Speicher wie die M EV1 hat die Q3 Monochrom nicht. Fotos im besten RAW-Format sind 70 MByte groß. Die Bilder lassen sich bei der Q3 Monochrom anders als bei ihrem Vorgängermodell direkt von der Kamera aus übertragen. Dafür ist ein USB-C-Anschluss eingebaut worden, der bei der Q2 Monochrom fehlte.
Dies hatten wir als Versäumnis erachtet, da es bedeutet, dass die Q2 auch nicht über ein USB-Kabel geladen werden konnte. Dafür müssen Nutzer immer den Akku entfernen und das Ladegerät mit sich schleppen. Bei der Q3 Monochrom stecken wir einfach unser Smartphone-Ladekabel ein und die Kamera lädt. Neben dem USB-C-Anschluss hat die Q3 Monochrom auch einen HDMI-Ausgang.