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Leica M EV1 im Test: Wie schlägt sich die 12.700-Euro-Kamera ohne Messsucher

Eine Kamera ohne Messsucher zum Preis eines Kleinwagens: Wir erklären, wie und wen Leicas erste M-Kamera mit EVF dennoch überzeugt.
/ Tobias Költzsch
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Die Leica M EV1 im Einsatz (Bild: Golem)
Die Leica M EV1 im Einsatz Bild: Golem
Inhalt
  1. Leica M EV1 im Test: Wie schlägt sich die 12.700-Euro-Kamera ohne Messsucher
  2. Klares Bild im elektronischen Sucher
  3. Hebel für Leuchtrahmen wurde umfunktioniert
  4. Starkes Objektiv mit verzeichnungsfreiem Bild
  5. Akku mit Trick beim Herausnehmen
  6. Leica M EV1: Verfügbarkeit und Fazit

Leicas M-Serie hat sich bis auf wenige Ausnahmen durch eine Funktion ausgezeichnet. Egal, ob es sich um eine analoge Kamera mit Film oder eine Digitalkamera gehandelt hat: Ein Messsucher war in der Regel immer dabei. Die Entfernung wird also über einen Mischbildentfernungsmesser eingestellt, bei dem zwei Bildausschnitte übereinandergebracht werden, um zu fokussieren.

Vor mittlerweile fast 90 Jahren (Contax II) war ein guter Messsucher State of the Art, heute verwenden Digitalkameras (auch von Leica) in der Regel einen Autofokus; manuell fokussieren ist noch möglich, aber in der Regel über einen digitalen Sucher. Nicht so bei Leicas M-Serie – und daran ändert auch das neue Modell M EV1 nichts. Es hat aber keinen Mischbildentfernungsmesser, sondern einen eingebauten elektronischen Sucher (Electronic Viewfinder, EVF).

Vor meinem Test habe ich mich gefragt, ob eine M-Kamera ohne Messsucher überhaupt noch eine M-Kamera ist (bisher konnte man einen EVF höchstens über den Blitzanschluss nachrüsten). Während der Nutzung ist diese Frage allerdings schnell aus meinem Kopf verschwunden: Die M EV1(öffnet im neuen Fenster) ist eine interessante Ergänzung in Leicas Portfolio, mit der sich hervorragende Fotos machen lassen.

Technisch eine M11

Das ist wenig überraschend, ist die M EV1 bis auf den Sucher und einige damit zusammenhängende Veränderungen doch technisch identisch mit der M11. Zum Einsatz kommt der gleiche Vollformatsensor mit 60,3 Megapixeln und einer maximal möglichen Bildauflösung von 9.528 x 6.328 Pixeln im RAW-Format. Das Gehäuse ist aus Aluminium und Magnesium mit grifffestem Kunstlederbezug und hat die klassische Form einer M-Kamera.

Die Bedienelemente sind ebenfalls gleich: Die Verschlusszeit wird auf der Oberseite eingestellt, die Blende am Objektiv. Möglich sind 60 Minuten bis 1/4000 s mit dem mechanischen Verschluss und 60 s bis 1/16000 s mit dem elektronischen Verschluss. Die Verschlüsse können zusammen genutzt werden oder auch einzeln.

Auf der Rückseite ist ein 2,95 Zoll großes Display mit aktivierbarer Touchbedienung eingebaut. Anders als die M11 hat die M EV1 aber keinen Leuchtrahmen-Messsucher mit Parallaxenausgleich und ein zweites, kleines Sucherfenster für den Messsucher, die beide von vorne gut erkennbar sind. Stattdessen ist die rechte obere Ecke von vorne betrachtet einfach nur schwarzes Gehäuse.

Auf der anderen Seite sitzt der EVF, dessen Einblick an der gleichen Stelle ist wie bei der M11 das Sucherfenster. Der EVF ist der gleiche, den Leica bei der Q3 verwendet: Er hat 5.760.000 Pixel, eine Bildrate von 60 fps und bildet 100 Prozent des Bildes ab – was man sieht, ist also am Ende auch auf dem Bild. Die Sehstärke lässt sich im Bereich zwischen -4 bis +2 Dioptrien einstellen.


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