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Starkes Objektiv mit verzeichnungsfreiem Bild

Das Summilux hat ein kreisförmiges Bokeh, das sich gut schon während der Aufnahme steuern lässt. Hier weist die M EV1 gegenüber der M11 dank des elektronischen Suchers einen Vorteil auf – der analoge Sucher bildet die durch die Blende verursachte Unschärfe nicht ab. 50 mm ist keine klassische Porträtbrennweite, mit dem Objektiv lassen sich dennoch tolle Personenaufnahmen machen.

Die Schärfe wird bei der M EV1 manuell gesteuert, was für Nutzer, die bislang keine Objektive mit manuellem Fokus verwendet haben, möglicherweise gewöhnungsbedürftig ist. Die Schärfe lässt sich beim Summilux aber gut kontrollieren, dank des Focus Peaking und der Bildschirmlupe gelingen Aufnahmen in der Regel gut.

Natürlich ist das alles etwas langsamer als bei einer vollautomatischen Kamera mit Autofokus – schlecht finde ich das aber nicht. Ein Grund, weshalb ich schon immer gerne mit alten Kameras, vor allem Filmkameras, fotografiere, ist das Besinnen auf das Motiv: Lieber konzentriere ich mich länger und mache dann nur ein Bild, als dass ich schnell fünf, sechs Serienbildaufnahmen mache.

Besinnung auf das Wesentliche

Das ist aber Geschmackssache und jedem Fotografen selbst überlassen. Zudem kann man natürlich nicht nur mit einer Leica Fotos machen, bei deren Erstellung man sich mehr konzentriert und den Fokus manuell einstellt. Der Unterschied zu einem AF-Objektiv ist aber, dass das Summilux explizit fürs manuelle Scharfstellen gemacht ist, was man dem Objektiv schlichtweg in der Haptik anmerkt.

Sobald die Lichtverhältnisse schlechter werden, lässt es sich mit der M EV1 immer noch gut aus der Hand fotografieren. Der ISO-Wert geht bis 50.000, ich habe ihn aber auf maximal 6.400 begrenzt. Dann war bereits ein Rauschen sichtbar, das sich aber in der Bearbeitung der RAW-Dateien noch gut verringern ließ – in den JPGs ist das Rauschen auch deutlich sichtbar. Auch ein Farbrauschen ist bei derart hohen ISO-Werten vorhanden – Leica kann die Physik auch nicht überwinden oder zaubern.

Bei Available-Light-Aufnahmen kommen Elemente wie einfallendes Licht und Schatten gut zur Geltung – auch hier ist der Kontrast bei den RAW-Aufnahmen sehr gut einstellbar. Auch der Kantenkontrast ist in der Regel gut und muss kaum herausgearbeitet werden. Bei Gegenlichtaufnahmen sind Lens Flares in üblichem Umfang sichtbar, die schön als gestalterisches Element einsetzbar sind.


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