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Hebel für Leuchtrahmen wurde umfunktioniert

Entsprechend ist der für die M-Serie typische Hebel neben dem Objektiv, der die Leuchtrahmen steuert, bei der M EV1 eigentlich ohne Nutzen. Leica hat ihn dennoch verbaut und zu einem programmierbaren Zwei-Wege-Schalter umfunktioniert, was ich clever finde. Ich habe in die eine Richtung die Abschaltung des Focus Peaking gelegt.

Die andere Richtung steuert den Digitalzoom der M EV1. Die Kamera kann auf Knopfdruck den Bildausschnitt 1,3- und 1,8-fach vergrößern. Dank der hohen Auflösung sind die Bilder immer noch scharf – etwas anderes als ein Crop ist das aber offenbar nicht. Entsprechend wird die Vergrößerung auch nicht auf die RAW-Dateien angewandt, die immer in voller Größe aufgenommen werden.

Ich kann schließlich einfach bei der Bildbearbeitung einen kleineren Ausschnitt wählen. Die Funktion ist nur für Nutzer interessant, die im JPG-Format fotografieren. Das gleiche gilt auch für die drei Farb- und zwei Schwarzweißstile, die ebenfalls nicht auf die RAW-Dateien angewandt werden.

Fünf Stile und Digitalzoom für JPG-Aufnahmen

Ich selbst fotografiere aufgrund der Freiheit in der Bearbeitung der Bilder nur in RAW, weshalb ich die Stile und den Digitalzoom nicht verwendet habe. In einem kurzen Test finde ich die Unterschiede zwischen den Farbmodi angesichts dessen, was bei einer Nachbearbeitung möglich ist, vernachlässigbar. Alle Fotos, die ich mit der Leica M EV1 gemacht habe, sind hier als ZIP-Datei in Originalgröße (bearbeitete JPGs) herunterladbar.

Die Bildqualität der M EV1 in Verbindung mit dem Summilux-M 1:1.4/50 ASPH. ist sehr gut. Die Bilder sind scharf, weisen keine nennenswerte Verzerrung auf und haben einen guten Kontrast. Bei korrekter Belichtung – auch hier enttäuscht die Belichtungsautomatik selten – benötigen die RAW-Aufnahmen nur minimale Nachbearbeitung.

Der automatische Weißabgleich funktioniert gut, die Farbwiedergabe empfinde ich als natürlich. Auch die drei Farbmodi für JPGs (dazu gibt es noch zwei Schwarzweißmodi) sind natürlich, wenngleich einer intensivere Farben abbildet. Quietschbunte Bilder macht die Leica nicht, und das ist auch nicht verkehrt.

Für die Frage, was eine M-Leica zu einer M-Leica macht, ist die Technologie des Suchers für mich nicht wichtig. Stattdessen stehen für mich Haptik und Bildqualität im Vordergrund, und bei diesen Punkten ist die M EV1 eine klassische M-Kamera. Ob man das nun als "Leica Look" bezeichnen will oder nicht, ist jedem selbst überlassen.


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