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Besserer Programmcode ist nicht die Lösung

Solange sich Smart Contracts auf einem simplen Niveau befinden, ist die Problematik ebenso wenig augenscheinlich wie beim Kaufvertrag über eine Club Mate beim Späti. Doch je komplexer der Regelungsgegenstand wird, desto mehr Interpretationsspielraum und desto mehr Missbrauchsmöglichkeiten entstehen. Dass es sich dabei um ein systematisches Problem von Abstraktion handelt, liegt auf der Hand.

Rückkopplung an die Rechtspraxis

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Wenn sich die Diskussion über die Folgen des DAO-Hacks um schlampige Programmierung und eine rein technische Optimierung der Smart Contracts dreht, dann geht sie am eigentlichen Problem vorbei. De-Bugging von Smart Contracts ist kein rein technischer Vorgang, sondern bedarf einer (ständigen) Rückkopplung an die Rechtspraxis. Den Entwicklern bei Ethereum wird es ähnlich ergehen wie den - ebenfalls talentierten und hochkompetenten - "Vätern" des BGB. Beide wollten das Unmögliche. Auch die Community wird einsehen müssen, dass ein Smart Contract nur dann "smart" ist, wenn er sich über seine eigene notwendige Beschränktheit im Klaren ist!

Vor dieser Erkenntnis sollte man nicht die Augen verschließen und blind auf die unveränderbare Funktionalität der implementierten Technik hoffen. Sonst ist der DAO-Hack nur der Anfang einer Reihe von fails (PDF). Am Ende könnten staatliche Gerichte die Community überstimmen und den Traum der (Teil-)Autonomie komplett ausbooten. Dann doch lieber selbst tätig werden.

Darüber, wie eine Smart-Contracts-Gerichtsbarkeit letztlich aussehen könnte, lässt sich trefflich streiten. Dabei gibt es genug Raum für innovative Konzepte und revolutionäre Ideen. Informatiker als Experten für Programmcode können hier etwas von Juristen als Experten für Rechtstexte lernen - und umgekehrt. Die rechtshistorische Erfahrung mit Verträgen jedenfalls legt nahe, dass eine geordnete Form der Konfliktlösung und damit auch des menschlichen Eingriffs in Blockchains sinnvoll und notwendig ist. Smart Contracts brauchen eine Schnittstelle zur Streitbeilegung. Her mit der Litigation-Interface!

Michael Kolain ist Volljurist und forscht im Programmbereich Digitalisierung am Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung (FÖV) an der Schnittstelle von Recht, Informatik und Ökonomie. Der Artikel geht in Teilen auf einen Workshop zurück, den der Autor bei der CeDEM 2016 in Krems angeboten hat - zusammen mit dem Informatiker Christian Wirth (FU Berlin), dem ein besonderer Dank für die zahllosen inspirierenden Gespräche über Kryptowährungen und die Blockchain gilt.

 Besorgnis der Befangenheit
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blockchainman 08. Sep 2016

Es ist eine Analogie. Physische Güter sind jetzt nicht wirklich der use case, sondern...

hg (Golem.de) 08. Sep 2016

Danke für den Hinweis, habe ich korrigiert. Wir freuen uns über das rege Interesse an dem...

Kleba 07. Sep 2016

Ich schließe mich dem natürlich auch ein. Exzellent geschrieben, super beide Teile...


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