Abo
  • Services:
Anzeige
Die Macher der DAO könnten aus der Rechtsgeschichte lernen.
Die Macher der DAO könnten aus der Rechtsgeschichte lernen. (Bild: Damien Meyer/Getty Images)

Besserer Programmcode ist nicht die Lösung

Solange sich Smart Contracts auf einem simplen Niveau befinden, ist die Problematik ebenso wenig augenscheinlich wie beim Kaufvertrag über eine Club Mate beim Späti. Doch je komplexer der Regelungsgegenstand wird, desto mehr Interpretationsspielraum und desto mehr Missbrauchsmöglichkeiten entstehen. Dass es sich dabei um ein systematisches Problem von Abstraktion handelt, liegt auf der Hand.

Rückkopplung an die Rechtspraxis

Wenn sich die Diskussion über die Folgen des DAO-Hacks um schlampige Programmierung und eine rein technische Optimierung der Smart Contracts dreht, dann geht sie am eigentlichen Problem vorbei. De-Bugging von Smart Contracts ist kein rein technischer Vorgang, sondern bedarf einer (ständigen) Rückkopplung an die Rechtspraxis. Den Entwicklern bei Ethereum wird es ähnlich ergehen wie den - ebenfalls talentierten und hochkompetenten - "Vätern" des BGB. Beide wollten das Unmögliche. Auch die Community wird einsehen müssen, dass ein Smart Contract nur dann "smart" ist, wenn er sich über seine eigene notwendige Beschränktheit im Klaren ist!

Anzeige

Vor dieser Erkenntnis sollte man nicht die Augen verschließen und blind auf die unveränderbare Funktionalität der implementierten Technik hoffen. Sonst ist der DAO-Hack nur der Anfang einer Reihe von fails (PDF). Am Ende könnten staatliche Gerichte die Community überstimmen und den Traum der (Teil-)Autonomie komplett ausbooten. Dann doch lieber selbst tätig werden.

Darüber, wie eine Smart-Contracts-Gerichtsbarkeit letztlich aussehen könnte, lässt sich trefflich streiten. Dabei gibt es genug Raum für innovative Konzepte und revolutionäre Ideen. Informatiker als Experten für Programmcode können hier etwas von Juristen als Experten für Rechtstexte lernen - und umgekehrt. Die rechtshistorische Erfahrung mit Verträgen jedenfalls legt nahe, dass eine geordnete Form der Konfliktlösung und damit auch des menschlichen Eingriffs in Blockchains sinnvoll und notwendig ist. Smart Contracts brauchen eine Schnittstelle zur Streitbeilegung. Her mit der Litigation-Interface!

Michael Kolain ist Volljurist und forscht im Programmbereich Digitalisierung am Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung (FÖV) an der Schnittstelle von Recht, Informatik und Ökonomie. Der Artikel geht in Teilen auf einen Workshop zurück, den der Autor bei der CeDEM 2016 in Krems angeboten hat - zusammen mit dem Informatiker Christian Wirth (FU Berlin), dem ein besonderer Dank für die zahllosen inspirierenden Gespräche über Kryptowährungen und die Blockchain gilt.

 Besorgnis der Befangenheit

eye home zur Startseite
blockchainman 08. Sep 2016

Es ist eine Analogie. Physische Güter sind jetzt nicht wirklich der use case, sondern...

hg (Golem.de) 08. Sep 2016

Danke für den Hinweis, habe ich korrigiert. Wir freuen uns über das rege Interesse an dem...

Kleba 07. Sep 2016

Ich schließe mich dem natürlich auch ein. Exzellent geschrieben, super beide Teile...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. TAIFUN Software AG, Hannover
  2. Rohde & Schwarz Cybersecurity GmbH, München, Köln oder Berlin
  3. Wirecard Communication Services GmbH, Leipzig
  4. über Hays AG, Nordrhein-Westfalen


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Resident Evil: Vendetta 14,99€, John Wick: Kapitel 2 9,99€, Fight Club 8,29€ und...
  2. 27,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. Virtuelle Güter

    Activision patentiert Förderung von Mikrotransaktionen

  2. Nervana Neural Network Processor

    Intels KI-Chip erscheint Ende 2017

  3. RSA-Sicherheitslücke

    Infineon erzeugt Millionen unsicherer Krypto-Schlüssel

  4. The Evil Within 2 im Test

    Überleben in der Horror-Matrix

  5. S410

    Getacs modulares Outdoor-Notebook bekommt neue CPUs

  6. Smartphone

    Qualcomm zeigt 5G-Referenz-Gerät

  7. Garmin Speak

    Neuer Alexa-Lautsprecher fürs Auto zeigt den Weg an

  8. Datenrate

    Kunden wollen schnelle Internetzugänge

  9. Essential Phone im Test

    Das essenzielle Android-Smartphone hat ein Problem

  10. Pixel Visual Core

    Googles eigener ISP macht HDR+ schneller



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Xperia Touch im Test: Sonys coolem Android-Projektor fehlt das Killerfeature
Xperia Touch im Test
Sonys coolem Android-Projektor fehlt das Killerfeature
  1. Roboter Sony lässt Aibo als Alexa-Konkurrenten wieder auferstehen
  2. Sony Xperia XZ1 Compact im Test Alternativlos für Freunde kleiner Smartphones
  3. Sony Xperia XZ1 und XZ1 Compact sind erhältlich

Arktika 1 im Test: Monster-verseuchte Eiszeitschönheit
Arktika 1 im Test
Monster-verseuchte Eiszeitschönheit
  1. TPCast Oculus Rift erhält Funkmodul
  2. Oculus Go Alleine lauffähiges VR-Headset für 200 US-Dollar vorgestellt
  3. Virtual Reality Update bindet Steam-Rift in Oculus Home ein

ZFS ausprobiert: Ein Dateisystem fürs Rechenzentrum im privaten Einsatz
ZFS ausprobiert
Ein Dateisystem fürs Rechenzentrum im privaten Einsatz
  1. Librem 5 Purism zeigt Funktionsprototyp für freies Linux-Smartphone
  2. Pipewire Fedora bekommt neues Multimedia-Framework
  3. Linux-Desktops Gnome 3.26 räumt die Systemeinstellungen auf

  1. Re: Präzedenzfall überfällig

    Bassa | 17:12

  2. Re: Woran liegt das wohl...

    PiranhA | 17:11

  3. Re: Und von mir wird es offiziell erst mal ignoriert

    teenriot* | 17:10

  4. Re: Typisch...

    Ovaron | 17:06

  5. Re: Keine Roboter

    DAUVersteher | 17:00


  1. 17:02

  2. 16:35

  3. 15:53

  4. 15:00

  5. 14:31

  6. 14:16

  7. 14:00

  8. 12:56


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel