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Die Macher der DAO könnten aus der Rechtsgeschichte lernen.
Die Macher der DAO könnten aus der Rechtsgeschichte lernen. (Bild: Damien Meyer/Getty Images)

Letzte Ausfahrt: Hard Fork

Die Decentralized Autonomous Organisation (DAO) sollte ein basisdemokratischer Investmentfonds sein. Technisch basierte er auf der Ethereum-Blockchain. Der Smart Contract von The DAO sah - der Grundphilosophie von Ethereum folgend - keine nachträgliche Veränderungsmöglichkeit vor. Der Faktor Mensch, der das Risiko der Korruption birgt, sollte aus der Gleichung verschwinden.

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Kurz darauf fand ein anonymer The-DAO-Nutzer jedoch eine Lücke (Reentrancy Bug), gründete eine Art Untergesellschaft ("ChildDAO") und zog riesige Summen der Kryptowährung Ether aus dem autonomen Investmentfonds ab. Was als umfassende Regelung gedacht war, entpuppte sich als löchrig und unvollständig. Der Aufschrei war groß. Letztlich entschied man sich für den Hard Fork: Ein Teil der bis dahin ununterbrochenen Blockchain wurde nachträglich ausgetauscht.

Rechtsmissbrauch verhindern - aber wie?

Der Hard Fork folgt damit dem Weg, den auch die Rechtspraxis vor mehr als 100 Jahren einschlug. Die Zivilgerichte beriefen sich damals auf eine Vorschrift, die es überhaupt nur aufgrund der Anstrengungen von Kritikern der "Allwissenheit des Gesetzes", auf den letzten Drücker ins BGB geschafft hatte. Paragraf 226 BGB lautet (bis heute): "Die Ausübung eines Rechts ist unzulässig, wenn sie nur den Zweck haben kann, einem anderen Schaden zuzufügen".

Dieser Wertung folgte nun auch die Ethereum-Community beim DAO-Hack: Warum sollte der anonyme Hacker Kapital aus einem Investmentfonds erhalten, ohne dafür irgendetwas geleistet zu haben und ohne jemals Rendite für die Geldgeber zu erwirtschaften? Man suchte einen Weg, um den einmal in Gang gesetzten Smart Contract zu korrigieren. Der juristische Begriff dafür heißt "Nichtigkeit".

Folgen, die in eklatanter Weise dem widersprechen, was die Schöpfer eines Vertrags eigentlich gewollt haben, dürfen nicht eintreten. Man behandelt den Vertrag so, als sei er nie geschlossen worden. Zum selben Ergebnis führt nun der Hard Fork. Die Geburt der Auslegung von Smart Contracts ist dabei zugleich der Tod ihrer Unantastbarkeit. Als Rechtswissenschaftler kann man zu dieser Erkenntnis - nach einem kurzen Kopfschütteln - nur gratulieren. Und hinzufügen: Leute, und wie wollt ihr sowas künftig vermeiden?

Der Hard Fork jedenfalls schüttet das Kind mit dem Bade aus. Statt Mechanismen zu schaffen, durch die man einzelne rechtsmissbräuchliche Transaktionen rückgängig machen kann, wird die gesamte The DAO in ihrer jetzigen Form zu Grabe getragen.

 Lehren aus dem DAO-Hack: Wieso Smart Contracts die Erwartungen enttäuschen müssenDie Antwort des Rechts: Generalklauseln und Gerichte 

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blockchainman 08. Sep 2016

Es ist eine Analogie. Physische Güter sind jetzt nicht wirklich der use case, sondern...

hg (Golem.de) 08. Sep 2016

Danke für den Hinweis, habe ich korrigiert. Wir freuen uns über das rege Interesse an dem...

Kleba 07. Sep 2016

Ich schließe mich dem natürlich auch ein. Exzellent geschrieben, super beide Teile...



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