Als Paramount die Star-Trek-Lizenz für das deutsche Klemmbausteinunternehmen Bluebrixx nicht mehr verlängerte und damit unmittelbar zu Lego wechselte, fragten wir uns bereits: Wie würde ein künftiges Star-Trek-Set vom Marktführer aussehen? Und würde Lego die Gelegenheit nutzen, zu zeigen, wie viel besser es als die doch recht starke Konkurrenz ist?
Im Dezember 2025 war es so weit: Lego brachte in der Icons-Serie das erste Star-Trek-Set heraus. Die USS Enterprise NCC-1701-D mit der Setnummer 10356(öffnet im neuen Fenster) besteht aus 3.600 Teilen und kommt mit neun Figuren aus Star Trek: The Next Generation. Das kommt uns direkt bekannt vor: Bluebrixx brachte bereits vor einigen Jahren eine eigene Interpretation des Raumschiffs (Test) heraus.
Eine gute Gelegenheit also, beide Modelle miteinander zu vergleichen. Sie stehen für teils extrem unterschiedliche Designansätze mit ebenso überraschend unterschiedlichen Ergebnissen. Zumindest in diesem Fall lieferte Lego ein rundum besseres Endprodukt ab – auch wenn der Hersteller es mit typischen Kritikpunkten fast "verlegot" hätte.
Bild 1/51: Lego Enterprise versus Bluebrixx Enterprise (rechts) (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
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Bild 7/51: Lego USS Enterprise NCC-1701-D 10356 (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
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Schauen wir uns beide Enterprise-D aufgebaut nebeneinander an, wird direkt der Größenunterschied deutlich. Die Bluebrixx-Version misst etwa 54,5 x 41 x 18 cm und wirkt neben dem Lego-Modell mit 60 x 48 x 27 cm doch recht klein. Auch die Anzahl der Teile liegt mit 1.971 bei Bluebrixx und 3.600 bei Lego weit auseinander.
Lego mogelt bei der Teilezahl
Entsprechend teurer ist das Lego-Set: 380 Euro müssen wir dafür zahlen, beim Bluebrixx-Modell waren es zum Release 200 Euro. Auf den Teilepreis gerechnet sind beide etwa gleichauf. Bei Lego zahlen wir 10,6 Cent pro Stein, bei Bluebrixx 10,1 Cent.
Allerdings mogelt Lego an einigen Stellen mit der Teilezahl: Oft werden 1x1-Tiles und 1x1-Bricks genutzt, wo auch 2x1-Äquivalente gepasst hätten. Realistisch gesehen hätten also auch etwa 3.500 Bauteile ausgereicht.
Das ist aber nicht der einzige Trick, den Lego anwendet, um mutmaßlich Geld zu sparen. Leider werden bei diesem Modell etwa ein Dutzend Aufkleber verwendet. Die sehen klar schlechter aus, als die vollständig bedruckten Details der Bluebrixx-Version. Zumindest wurden einige wichtige Elemente wie der NCC-1701-D-Schrifzug auf der Untertassensektion bei Lego mit Prints gelöst.
Lego hätte hier bereits ein großes Pro-Argument für die Konkurrenz entkräften und alle Elemente durch Drucke lösen können – zumal dieses Modell fast doppelt so viel kostet wie die Bluebrixx-Version und damit ein gewisser Standard erwartet werden darf.
Legen wir jetzt die fertigen Modelle nebeneinander, müssen wir klar sagen, dass die Lego-Enterprise für uns das bessere Modell ist. Eine Rolle spielen dabei die Farben, eine andere die Minifiguren.