Lego ließ sich bei der Enterprise-D einige Details nicht entgehen. Da wäre etwa der dunkelgraue Kranz, der beim Filmmodell die Phaser-Bank beherbergt und ein essenzielles optisches Element der Enterprise-D ist. Lego löst das mit Clip-Bricks und flexiblen Schläuchen. Bei Bluebrixx fehlt das Detail, obwohl der Hersteller mit Schläuchen etwa die Brücke des klingonischen Bird-of-Prey (Test) überzeugend darstellte.
Die kleinen Miniatur-Shuttlepods, die beim Lego-Modell in den Hangar ein- und ausfliegen, sind ein weiteres nettes Detail. Während des Baus verstecken wir andere Easter Eggs wie einen Aufkleber der goldenen Enterprise-D-Plakette im Innern des Schiffs.
Äußerlich ist von den vielen Farben des Lego-Sets meist nichts zu sehen. Ärgerlich ist für uns nur eine unnötige Stelle an der blauen Sensorphalanx am Rumpf des Schiffs. Dort scheinen gelbe Bricks durch. Insgesamt entschied sich Lego für eine Mischung aus dunklem und hellen Grau mit braunen Akzenten. Bluebrixx bleibt bei einem meist einheitlichen Grauton.
Braune Akzente passen gut
Die braunen Elemente sind eine Designentscheidung, die das Lego-Modell optisch interessanter aussehen lassen. Das Team ließ sich dabei sicherlich von einigen Referenzbildern des Studiomodells inspirieren. Dort sind auch einige braune Fenster und Elemente zu finden – allerdings teils an komplett anderer Stelle.
Wir finden: Die sandbraunen Elemente sind beim Betrachten tolle Fokuspunkte, die das Modell und seine Form authentischer aussehen lassen. Und haben wir schon erwähnt, dass sich die Untertasse der Lego-Enterprise komplett abnehmen lässt? Einer der Shuttle-Pods ist an einer Achse befestigt und kann herausgezogen werden. Anschließend lässt sich die Untertasse herausziehen. Sie ist trotz dieses Features merklich stabiler als das Bluebrixx-Modell.
Nicht zu vergessen sind auch die Minifiguren. Lego liefert die meisten der Seriencharaktere gleich mit. Unter den neun Figuren gibt es Captain Picard, Commander Riker, Data und Geordi La Forge. Unser persönlicher Favorit: Lieutenant Worf samt Klingonenkopfteil. Die Figuren gehören zwar nicht zu den besten bei Lego – so sind Beinteile und Rückseite etwa komplett unbedruckt.
Sie geben dem Set dennoch eine interessante Note, die Bluebrixx zum Release der Enterprise-D nicht brachte. Erst später kamen in einem separaten Set eigene Figuren der Enterprise-Crew heraus. Generell halten wir das Design der Lego-Minifiguren aber optisch für besser.
Fazit
Lego hat das erste Set der neuen Star-Trek-Lizenz genutzt, um gegenüber der Konkurrenz zu überzeugen. Im direkten Vergleich zum Bluebrixx-Modell ist der Bau des Sets 10356 angenehmer, kreativer und interessanter gestaltet. Lego verzichtet dabei auf teils frustrierende Techniken und fummelige Bauteile.
Auch das Endresultat gefällt uns besser. Nicht nur ist Legos Enterprise-D merklich stabiler als die Bluebrixx-Version. Sie ist durch die vielen Details, eine rundere Untertassensektion und die dynamische Präsentation mit mehr als nur grauen Steinen für uns einfach schöner. Die Minifiguren der Crew sind dabei definitiv ein Bonus.
An einigen Stellen fällt Lego allerdings hinter Bluebrixx zurück: Die farblich unstimmigen und teils schlechten Aufkleber sind bei einem so teuren Modell eine Enttäuschung. Dazu streckt Lego die Teilezahl mit vielen 1x1-Elementen – eine weitere unnötige Sparmaßnahme, die Bluebrixx seinen Kunden nicht zumutet. Auch ist es ärgerlich, dass an einer Stelle farbige Steine durchscheinen und die ansonsten schöne Optik des Modells verschlechtern.
Bild 1/51: Lego Enterprise versus Bluebrixx Enterprise (rechts) (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
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Der höhere Preis von 380 im Vergleich zu den 200 Euro des Bluebrixx-Modells sind natürlich ein wichtiger Minuspunkt für Fans, die nicht so viel Geld für Klemmbausteine ausgeben wollen. Als Bluebrixx die Enterprise-D noch verkaufen durfte, war sie ein wunderbares Ausstellungsstück für Nerds. Auch gebraucht ist sie immer noch ihr Geld wert. Sie ist nur nicht so schick wie das Lego-Produkt – und das können wir mittlerweile immer seltener sagen.