Versteckte Farbseuche gegen graue Einöde
Schauen wir uns beide Enterprise-Modelle parallel an, fällt auf: Lego entschied sich für eine etwas farbenfrohere Variante. Das bedeutet nicht, dass ohne Grund bunte Steine verwendet wurden – schließlich ist die Original-Enterprise fast ausschließlich grau. Schauen wir auf die Teileliste des Lego-Modells, finden wir nicht nur diverse Grautöne, sondern auch rote, grüne, gelbe, orange und grüne Bausteine vor.
Das, was in Klemmbausteinkreisen oft als Farbseuche betitelt wird, hat bei der Enterprise-D 10356 ein System. Lego kodiert diverse Arten von Steinen mit Farben, um das Bauen möglichst frustfrei zu gestalten. So können wir auch in einem großen Haufen Steine stets die benötigten Teile finden und uns bei den teilweise doch sehr kreativen Bautechniken zurechtfinden.
Und bei der Lego-Enterprise werden diverse interessante Bautechniken genutzt. So bauen wir zunächst den Rumpf des Schiffs mit den Warp-Gondeln, die im Vergleich zu Bluebrixx merklich stabiler in das Modell integriert und nicht nur auf einer Reihe Bricks aufgesteckt werden.
Der Rumpf besteht aus zwei um 90 Grad gedrehten Teilen und wird mit diversen Plates und Tiles verkleidet. Anschließend werden beide Hälften mit Gelenken befestigt und das bunt anmutende Innenleben mit grauen Platten überdeckt.























Beim Bluebrixx-Modell bauen wir derweil nach einem eher traditionellen Schichtsystem. Untertassensektion und Rumpf werden mit recht großen Bricks und Slopes realisiert und aufeinander gesteckt. Einen Richtungswechsel erreicht Bluebrixx durch diverse Sonderteile mit Noppen an allen Seiten und die beim Hersteller oft genutzten Plastikringe. Bluebrixx verzichtet zudem auf jegliche Farbkodierungen. Hier sind nahezu alle Teile in Grau gehalten.
Bluebrixx-Steine schlechter
Der Bau stellt sich damit als definitiv herausfordernder heraus und ist nichts für absolute Klemmbausteineinsteiger. Die teilweise eher schlechte Klemmkraft und hohe Fertigungstoleranzen bei den von Bluebrixx genutzten Xingbao-Steinen stehen dem Bauspaß an mancher Stelle im Weg, ebenso wie teils schlechtes Baudesign.
Hier machte Lego unserer Meinung nach den merklich besseren Job. Das sehen wir vor allem an der Untertassensektion. Dort bauen wir zunächst ein Gerüst und im zweiten Schritt diverse Paneele aus grauen und braunen Tiles. Diese werden anschließend über Clips an zwei Seiten befestigt.
Im Vergleich zum Bluebrixx-Modell hat das mehrere Vorteile: Erstmal liegt durch die recht hohle Konstruktion nicht so viel Gewicht in der Front. Dadurch konnte Lego einen einfüßigen Standfuß beilegen, der die Enterprise in einer dynamischen, leicht nach oben geneigten Position aufstellt. Die Enterprise-D von Bluebrixx muss hingegen auf vier transparenten Säulen aufgestellt werden und wirkt so sehr fragil und statisch.
Zudem konnte Lego durch die Rahmenbauweise mit Wandpaneelen die seitliche Silhouette der Untertasse mit runden und bedruckten Slopes auskleiden. Sie wirkt deshalb insgesamt wie eine echte Ellipse und ästhetisch ansprechender.
Dazu kommen diverse Details, die bei der Bluebrixx-Version einfach fehlen.



