Legal-Tech-Software und KI: Investitionswille trifft auf Datenschutzbedenken

Der niederländische Informationsdienstleister Wolters Kluwer hat einen Benchmark-Bericht für Anwaltskanzleien für das Jahr 2026(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht. Einen Schwerpunkt des Berichts, für den 663 Rechtsexperten aus Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden befragt wurden, stellen die zunehmenden Herausforderungen durch Technologien und künstliche Intelligenz für Anwaltskanzleien dar.
In Deutschland nutzen den Ergebnissen zufolge 63 Prozent der befragten Kanzleien KI-gestützte Anwendungen, wobei generative KI-Tools wie ChatGPT mit 82,5 Prozent den größten Anteil daran stellen. Auf den nachfolgenden Plätzen liegen KI-gestützte Plattformen für juristische Recherchen, Dokumentenmanagementsysteme und Kanzleimanagementsoftware.
Keine KI wegen zu hoher Kosten und aus Datenschutzgründen
Von den Befragten, die angaben, keine KI-Tools zu verwenden, sagten 58,3 Prozent, dass sie durch mangelnde Vertrautheit mit KI und fehlende Kenntnisse davon abgehalten werden. Jeweils 38,9 Prozent gaben an, wegen zu hoher Kosten und aus Datenschutzgründen keine KI zu verwenden. Haftungsfragen und Schwierigkeiten der Integration in bestehende Systeme wurden von jeweils 30,6 Prozent als Hinderungsgrund genannt.
In knapp zehn Prozent der Anwaltskanzleien, die KI einsetzen, werden ausschließlich kostenlose Tools eingesetzt, etwa 57 Prozent zahlen bis zu 200 Euro pro Monat und Nutzer. Zudem wird verstärkt in Kanzleisoftware, juristische Recherchetools und digitale Workflow-Lösungen investiert.
Steigende Ausgaben für Legal-Tech-Software erwartet
Etwa 90 Prozent der befragten Kanzleien erwarten steigende Ausgaben für Legal-Tech-Software in den nächsten drei Jahren. Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer sind solo-selbstständige Anwälte und ebenfalls knapp die Hälfte der Befragten gab an, pro Jahr unter 1.000 Euro für Software auszugeben. Größere Kanzleien investieren hier bereits deutlich mehr.
Nicht nur für Kanzleien, sondern für Unternehmen allgemein ist es wichtig, sich rechtssicher bei der Verwendung von KI aufzustellen (g+) . Regulatorische Anstrengungen verzögern sich aber immer wieder .



