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Legacy Cut: Eine Alien-3-Version nach David Finchers Geschmack

Es gibt zwei offizielle Fassungen von Alien 3, die beide nicht den Segen des Regisseurs haben. Nun gesellt sich eine inoffizielle dazu, die schon eher nach David Finchers Geschmack sein sollte.
/ Peter Osteried
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Der Legacy Cut ist offiziell nicht erhältlich. (Bild: A34K)
Der Legacy Cut ist offiziell nicht erhältlich. Bild: A34K
Inhalt
  1. Legacy Cut: Eine Alien-3-Version nach David Finchers Geschmack
  2. Probleme mit dem Ton

Es ist kein Geheimnis, dass die Kinofassung von Alien 3, die im Jahr 1992 debütierte, nicht die Fassung ist, die David Fincher wirklich abliefern wollte. Sein Film war länger, das Studio wollte jedoch eine Laufzeit von unter zwei Stunden.

Im Jahr 2003 präsentierte 20th Century Fox dann den sogenannten Assembly Cut auf DVD – eine um 30 Minuten längere Fassung, die deswegen kein Director's Cut ist, weil David Fincher daran nicht beteiligt sein wollte. Die Umsetzung überwachte Produzent Charles de Lauzirika.

Die Fassung basiert auf den Fincher-Notizen aus dem Schneideraum und enthält erweiterte, alternative und zuvor komplett entfernte Szenen. Ein Unterschied ist, dass das Alien in der Kinofassung aus einem Hund, im Assembly Cut aus einem Ochsen herausbricht. Andere sind, dass das Fangen des Aliens im Raum für giftige Abfälle in der Kinofassung nicht gelingt, im Assembly Cut aber schon, woraufhin der verrückte Gefangene, der von dem Xenomorph fasziniert ist, die Kreatur befreit, obwohl es ihn das Leben kostet.

In der Kinofassung verschwindet die Figur einfach. Auch wichtig: Im Assembly Cut schlafen Ripley und der Arzt Clemens miteinander, in der Kinofassung nicht. (Randnotiz: Bei der Synchronisation des Assembly Cuts ergeben sich so Probleme, weil sich Clemens und Ripley nach dem Sex noch immer siezen.)

Jetzt neu: der Legacy Cut

Nun gibt es aber noch eine weitere: den sogenannten Legacy Cut. Er ist gänzlich inoffiziell und wurde über die Website www.a34k.net angeboten, die mittlerweile aber nicht mehr erreichbar ist. Bei Reddit(öffnet im neuen Fenster) kann man sich ansehen, wie die Seite über die Jahre aussah.

Dass die Seite nicht mehr erreichbar ist, überrascht nicht, weil natürlich mit urheberrechtlich geschütztem Material gearbeitet wurde. Der Hintergrund ist dennoch interessant: Denn das Ziel des Legacy Cut war es, eine noch homogenere Fassung zu erschaffen. Der Assembly Cut ist der Kinofassung schon überlegen, weil das Schicksal einiger Figuren klarer wird, aber auch, weil narrative Stolpersteine entfernt wurden.

Der Legacy Cut verfeinert das noch ein wenig mehr. Er basiert mehrheitlich auf dem Assembly Cut, nutzt aber auch Material der Kinofassung. So ist es hier so, dass sich das Alien wie aus der Kinofassung im Hund einnistet. Eine andere, klare Veränderung ist, dass Ripley und Clemens hier nicht mehr miteinander schlafen.

Die Lauflänge ist mit knapp 143 Minuten aber fast exakt so lang wie beim Assembly Cut. Dennoch: Die Feinheiten, die hier anders sind, sind narrativ durchaus nachvollziehbar. Die Idee, dass Ripley und Clemens in dieser Situation miteinander schlafen, wirkte immer aufgesetzt. Es ergibt, gerade auch für Ripley, keinerlei Sinn.

Die Macher des Legacy Cut polierten die Fassung aber auch auf. Beim Assembly Cut war es so, dass das neue Filmmaterial für die DVD nicht nachbearbeitet wurde, für die Blu-ray im Jahr 2010 aber schon – mit einer Bearbeitung der Farben, aber auch dem Soundmix.

Beim Assembly Cut wurden oft die Ränder, die sogenannten Matte Lines, um das Alien-Modell bemängelt. Hier wurde das Problem Bild für Bild behoben. Auch neue Soundeffekte gibt es, die zum Teil aus dem Spiel Alien: Isolation stammen. Dazu wurde die Tonabmischung optimiert.


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