Leere Laptop-Akkus und mehr: IT-Pannen stürzen Jura-Examen ins Chaos
Angehende Volljuristen in Bayern durften Ende November das erste Mal ihr zweites Staatsexamen als E-Examen auf elektronischem Wege ablegen. Viele Jura-Absolventen machten von dieser freiwilligen Option Gebrauch. Doch bei den Prüfungen hat es einige teils erhebliche technische Pannen gegeben, wie aus einem Bericht des Merkur(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht. Betroffene beschrieben den Ablauf des Examens demnach als "Albtraum" und "absolutes Chaos".
Dem Bericht zufolge wurden für die in München und Augsburg durchgeführten Prüfungen von einem externen Dienstleister einheitliche Laptops und sogenannte "mobile Hochverfügbarkeitsserver" zur Verfügung gestellt.
Laut dem Jura-Nachrichtenportal Jurios(öffnet im neuen Fenster) waren die Laptops mit einem Schreibprogramm ausgestattet und über ein drahtloses Netzwerk mit dem Server verbunden, auf dem die elektronische Ausarbeitung gespeichert werden sollte. Geschulte Support-Mitarbeiter des Dienstleisters sollten die Absolventen zudem während der Prüfungen bei technischen Problemen unterstützen.
Prüfungslaptops mit leeren Akkus
Bei vorherigen Testläufen im Rahmen einer "Intensivklausurwoche", bei der die Absolventen auch das Schreibprogramm kennenlernen konnten, ging die geschilderte Strategie auf. Am ersten Prüfungstag, dem 26. November, kam es dann jedoch während der fünfstündigen Prüfung "zu erheblichen technischen Problemen insbesondere mit der Ladung und der Akkulaufzeit der eingesetzten Prüfungslaptops", heißt es aus dem Justizministerium.
Einige Prüfungsteilnehmer konnten dadurch nur deutlich verspätet mit dem Examen beginnen. Auf mehreren Laptops wurden Fehlermeldungen angezeigt, bei anderen war der Akku leer. Der Support kümmerte sich zwar um die Anliegen der Prüflinge und stellte Ersatzgeräte bereit, da es jedoch sehr viele Absolventen gab, die Hilfe brauchten, ging dabei kostbare Prüfungszeit verloren. Zudem war es dadurch im Prüfungsraum alles andere als ruhig.
Schreibzeitverlängerung zu kurz
Das Landesjustizprüfungsamt räumte zwar noch während des Examens eine Schreibzeitverlängerung von 15 Minuten ein, laut Jurios(öffnet im neuen Fenster) gestand die Behörde jedoch später ein, dass diese Verlängerung die Störungen nicht vollständig ausgleichen konnte. Auch an nachfolgenden Prüfungstagen soll es nach Aussage betroffener Prüflinge zu Komplikationen gekommen sein, wenn auch in geringerem Ausmaß.
Den Betroffenen wurde die Möglichkeit eingeräumt, die von den Störungen begleitete Klausur aus der Wertung zu nehmen oder am 9. Dezember eine Ersatzklausur zu schreiben. Die Entscheidung darüber sollte per E-Mail mitgeteilt werden. Jedoch kam es laut Merkur auch dabei zu Problemen, weil das Postfach aufgrund der vielen Nachrichten zeitweise "überlastet" war. Später räumte das Prüfungsamt für die Mitteilungen der Absolventen eine Fristverlängerung ein.



