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Leere Gasspeicher: Kalter Winter, hoher Gasverbrauch, keine Panik

Die Gasspeicher leerten sich zuletzt rasant, viel schneller als zur Gaskrise 2022. Den Gaspreis beeinflusst das kaum – warum eigentlich?
/ Mario Petzold
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Im Gasspeicher Rehden lagern 20 Prozent der deutschen Gasreserven, sofern er auch gefüllt ist. (Bild: Wikipedia/Axel Hindermith)
Im Gasspeicher Rehden lagern 20 Prozent der deutschen Gasreserven, sofern er auch gefüllt ist. Bild: Wikipedia/Axel Hindermith / CC-BY-SA 3.0

Absehbar war die aktuelle Situation mit ungewohnt leeren Gasspeichern bei einer weiter andauernden Heizperiode bereits im letzten Sommer. Die Bundesregierung, und auch ihre Vorgängerregierung, hatten die strengen Vorgaben für die Befüllung der deutschen Gasspeicher gelockert.

Das sollte Spekulationen entgegenwirken, die den Gaspreis auch in den Sommermonaten, in denen der Verbrauch erheblich sinkt, auf hohem Niveau gehalten hatten. Schließlich wären die Betreiber der Speicher verpflichtet gewesen, Gas einzukaufen, die Nachfrage ist also trotz allem hoch.

Selten waren Speicher leerer

Als es im November 2025 schließlich kalt wurde, waren die Speicher nur zu 75 Prozent(öffnet im neuen Fenster) gefüllt. Am 8. Februar 2026 betrug der Füllstand 27 Prozent(öffnet im neuen Fenster), was ausgehend vom maximalen Speichervermögen von 250 Terawattstunden noch Reserven von weniger als 70 Terawattstunden macht.

Das entspricht ziemlich exakt der Menge, die im Frühjahr 2022(öffnet im neuen Fenster) als niedrigster Wert für den Füllstand verzeichnet wurde. Nur dass damals die Gaspreise förmlich explodierten.

Diesmal könnte der Rekordtiefstand vom 3. April 2018 erreicht werden. Damals lag der Füllstand bei 14 Prozent, bevor die Bestände wieder aufgestockt wurden.

Kalt, aber nicht so kalt

Auch vor einem kalten Winter war gewarnt worden, zum Beispiel in der Tagesschau(öffnet im neuen Fenster). Zu der Zeit hätten jedoch Porenspeicher wie in Rehden(öffnet im neuen Fenster), der allein 20 Prozent der deutschen Kapazitäten ausmacht, gar nicht mehr gefüllt werden können, weil das Befüllen einen ganzen Sommer dauert. Im November 2025 war er aber erst zu einem Viertel befüllt.

Am Ende kam die große Kälte nicht. Zwar war es Anfang 2026 kälter als in vielen Wintern davor und Seen oder Wasserstraßen froren wieder einmal zu. In Summe lag der Januar 2026 aber nur minimal unter dem langjährigen Mittelwert(öffnet im neuen Fenster). Das ist auch einer milden Phase mit zweistelligen Plustemperaturen Mitte Januar geschuldet.

Rahmenbedingungen am Gasmarkt ganz anders

Dennoch bleibt es kalt, die Heizungen laufen und der Gasverbrauch überschreitet an vielen Tagen die Importmengen(öffnet im neuen Fenster). Dem Gaspreis merkt man das jedoch nicht an. Seit dem letzten Tiefstand Ende 2025 ist er von 2,8 auf 4,2 Cent je Kilowattstunde gestiegen.

Das sind 50 Prozent mehr, aber kein Vergleich zu den 23 Cent im Frühjahr 2022 oder den 34 Cent im Sommer desselben Jahres, als die Gasimporte aus Russland ganz ausblieben. Aber genau diese Lücke wurde geschlossen, obwohl der Verbrauch an Gas bisher nicht gesunken ist. Im Gegenteil: Anfang 2026 liegt er sogar über dem langjährigen Durchschnitt.

Viele Quellen, weniger Risiko

Die Importe aus Norwegen, Belgien, den Niederlanden und über Flüssiggasterminals mit Lieferungen aus den USA, Algerien oder Katar decken in Summe zwar nicht den aktuellen Verbrauch. Zudem waren die Importwerte im Frühjahr 2022 sogar 50 Prozent höher.

Aktuell fehlt aber die Panik, die zum damaligen Zeitpunkt nicht nur den Gaspreis gepackt hatte, dass die Lieferungen aus Russland jederzeit ausbleiben könnten. Mittlerweile kommt das Gas nicht mehr größtenteils aus einem, sondern wesentlich verteilter aus zahlreichen Ländern, auch von direkten Nachbarn. Entsprechend stieg der Gaspreis im Winter zwar, weil die Nachfrage jetzt höher ist, aber marktüblich.

Denn der Ausblick ist kein schlechter: Bleibt es wider Erwarten so kalt wie im Januar, müssen die Speicher jeden Tag eine Lücke von 1 Terawattstunde ausgleichen. Das könnten sie nach jetzigem Stand noch zwei Monate lang. Dann ist aber Ostern schon vorbei und der Gasverbrauch hat sich, wie in all den Jahren zuvor, annähernd halbiert. Dann beginnt das Befüllen der Speicher von Neuem.


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