• IT-Karriere:
  • Services:

Lee Kun Hee: Ex-Chef von Samsung mit 78 Jahren gestorben

Sein Vater hat Samsung gegründet, er selbst hat aus der Firma einen Weltkonzern gemacht. Nun ist Lee Kun Hee in Südkorea gestorben.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Lee Kun Hee im Jahr 2008 bei einer Rede
Lee Kun Hee im Jahr 2008 bei einer Rede (Bild: Chung Sung-Jun/Getty Images)

Der langjährige Vorstandschef von Samsung Electronics, Lee Kun Hee, ist tot. Er starb am Sonntag in einem Krankenhaus in Seoul, wie das südkoreanische Unternehmen bekannt gab. Zur genauen Todesursache machte Samsung keine Angaben. Lee wurde 78 Jahre alt, er wurde am 9. Januar 1942 als dritter Sohn von Samsung-Gründer Lee Byung Chull (1910-1987) und dessen Frau Park Doo Eul geboren.

Stellenmarkt
  1. dmTECH GmbH, Karlsruhe
  2. neam IT-Services GmbH, Paderborn

Lee hinterlässt seine Frau, zwei Töchter und einen Sohn. Bereits seit Mai 2014 befand er sich wegen eines Herzinfarkts, von dem er sich nie mehr erholen sollte, im Krankenhaus. In den vergangenen Jahren hatten südkoreanische Medien immer wieder über seinen Tod spekuliert.

Lee Kun Hee übernahm 1987 den Firmenvorstand. Unter seiner Leitung entwickelte sich Samsung Electronics zum Vorzeigeunternehmen des Landes. Der Manager galt als öffentlichkeitsscheu, nur selten ließ sich der reichste Mann des Landes interviewen. Seine Zurückhaltung stand im Kontrast zur Bedeutung Samsungs als größter Mischkonzern des Landes, dessen unangefochtener Vorsitzender und führender Visionär er lange Zeit war.

Der ehrgeizige Lee setzte sich schon früh das Ziel, Samsung zum Weltkonzern auszubauen. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Unternehmen zum weltgrößten Hersteller von Speicherchips. Zudem ist der Technologiekonzern heute größter Produzent von Smartphones und Fernsehern.

Der Aufstieg Samsungs zum Hightech-Unternehmen hatte seine Anfänge 1974, als es noch unter Lees Vater und Konzerngründer Lee Byung Chull mit der Übernahme von Hankook Semiconductor ins Halbleitergeschäft einstieg.

Lee Kun Hee übernahm die Führung des Chaebols - wie südkoreanische Familienkonzerne heißen - nach dem Tod seines Vaters. Die Vision von Lee: Samsung sollte als Technologiekonzern großen japanischen Unternehmen wie Sony die Stirn bieten.

Dafür krempelte er Samsung radikal um: "Wir brauchen einen zweiten Start, um uns in die Top Ten der technologischen Spitzenunternehmen der Welt zu katapultieren", erklärte er damals. 1988 brachte Samsung sein erstes Handy auf den Markt.

Knallharter Firmenchef

Lee wurde noch in der Reihe knallharter Chaebol-Bosse gesehen, deren Anweisungen von den Untergebenen widerspruchslos befolgt zu werden haben. Gleichzeitig trieb er die Dezentralisierung innerhalb des Konglomerats voran und erteilte den Managern größere Entscheidungsbefugnisse.

Sein berühmt-berüchtigter Ausspruch von 1993 vor der versammelten Manager-Mannschaft, "Ändert alles, außer eurer Frau und Kinder", galt als unhinterfragbares Gebot. Sein Sohn Lee Jae Yong, der vom Vater als Nachfolger aufgebaut wurde und mittlerweile inoffizeller Konzernchef ist, hat die Reputation, einen weicheren Führungsstil zu verfolgen.

Lee Kun Hees Ansehen wurde beschädigt, als er 1996 wegen Bestechung der früheren Präsidenten Chun Doo Hwan und Roh Tae Woo zum ersten Mal zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde. Ein Jahr später wurde er vom damaligen Staatschef Kim Young Sam begnadigt. Nach erneuten Schmiergeldermittlungen gegen Samsung sah sich Lee dann 2008 gezwungen, als Konzernchef zurückzutreten.

Damit hinterließ der Firmenpatriarch ein Führungsvakuum bei Samsung. Sein Rückzug wurde damals in Südkorea als Ende einer Ära gewertet. Doch trotz seines Rücktritts kontrollierte er hinter den Kulissen weiterhin die Geschicke des Konzerns, zu dem unter anderem ein Schiffbauer, Baukonzerne, eine Versicherung sowie der Betreiber eines Freizeitparks gehören.

Rückkehr an die Unternehmensspitze

Zwei Jahre später, im März 2010, erfolgte das offizielle Comeback, als er als Vorstandsvorsitzender von Samsung Electronics eine Führungsposition zurückerlangte. Im Jahr zuvor war er noch wegen Steuerhinterziehung und Vertrauensbruchs von einem Gericht in Seoul erneut zu einer Bewährungsstrafe von drei Jahren verurteilt worden.

Doch schon Ende 2009 wurde Lee wegen der südkoreanischen Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 begnadigt. Südkoreas damaliger Präsident Lee Myung Bak sagte, er könne die Bitten seitens des Sports und der Wirtschaft nicht ignorieren, wonach Lee Kun Hee von entscheidender Bedeutung für die Bewerbung Pyeongchangs als Austragungsort sei.

Der Unternehmer war damals noch Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), zeit seines Lebens war der frühere Amateurringer sportbegeistert. Als Samsung-Chef trat er auch als Förderer des Sports hervor.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Mobile-Angebote
  1. 499,90€
  2. 326,74€
  3. 206,10€ (mit Rabattcode "PFIFFIGER" - Bestpreis!)

Folgen Sie uns
       


Panasonic LUMIX DC-S5 im Hands on

Klein in der Hand, voll im Format - wir haben uns die neue Kamera von Panasonic angesehen.

Panasonic LUMIX DC-S5 im Hands on Video aufrufen
Librem Mini v2 im Test: Der kleine Graue mit dem freien Bios
Librem Mini v2 im Test
Der kleine Graue mit dem freien Bios

Der neue Librem Mini eignet sich nicht nur perfekt für Linux, sondern hat als einer von ganz wenigen Rechnern die freie Firmware Coreboot und einen abgesicherten Bootprozess.
Ein Test von Moritz Tremmel

  1. Purism Neuer Librem Mini mit Comet Lake
  2. Librem 14 Purism-Laptops bekommen 6 Kerne und 14-Zoll-Display
  3. Librem Mini Purism bringt NUC-artigen Mini-PC

Macbook Air mit Apple Silicon im Test: Das beste Macbook braucht kein Intel
Macbook Air mit Apple Silicon im Test
Das beste Macbook braucht kein Intel

Was passiert, wenn Apple ein altbewährtes Chassis mit einem extrem potenten ARM-Chip verbindet? Es entsteht eines der besten Notebooks.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Apple Macbook Air (2020) im Test Weg mit der defekten Tastatur!
  2. Retina-Display Fleckige Bildschirme auch bei einigen Macbook Air
  3. iFixit Teardown Neue Tastatur macht das Macbook Air dicker

iPhone 12 Mini im Test: Leistungsstark, hochwertig, winzig
iPhone 12 Mini im Test
Leistungsstark, hochwertig, winzig

Mit dem iPhone 12 Mini komplettiert Apple seine Auswahl an aktuellen iPhones für alle Geschmäcker: Auf 5,4 Zoll sind hochwertige technischen Finessen vereint, ein besseres kleines Smartphone gibt es nicht.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Apple Nutzer beklagen Netzabbrüche beim iPhone 12
  2. Apple Bauteile des iPhone 12 kosten 313 Euro
  3. Touchscreen und Hörgeräte iOS 14.2.1 beseitigt iPhone-12-Fehler

    •  /