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LEDs: Schlimmes Flimmern

LED-Licht zu Hause oder im Auto leuchtet nur selten völlig konstant. Je nach Frequenz und Intensität kann das Flimmern der Leuchtmittel problematisch sein, für manche Menschen sogar gesundheitsschädlich.

Artikel von Wolfgang Messer/Fastvoice veröffentlicht am
Peter Erwin demonstriert den Stroboskopeffekt durch flimmernde LED-Lampe.
Peter Erwin demonstriert den Stroboskopeffekt durch flimmernde LED-Lampe. (Bild: Peter Erwin)

Wenn Maximilian Blaschke in Leipzig aus dem Haus geht, hat er nach eigener Aussage immer einen "Notfallkoffer" mit Glühlampen dabei. Die braucht er nämlich, wenn in einer fremden Wohnung Leuchtstoff- oder LED-Lampen genutzt werden. Deren Lichtflimmern habe verheerende Auswirkungen auf seine Augenbewegungsstörung Nystagmus, sagt Blaschke, so dass ihm mindestens übel und schwindlig werde, die Orientierung verloren gehe, Augen und Kopf schmerzten und im Extremfall sogar ein Fieberschub folge. Um das zu verhindern, ersetze er bei Bedarf die energiesparenden Lampen seiner Gastgeber für die Dauer seines Besuchs durch traditionelle Glühlampen.

Der Grund für diese drastische Maßnahme liegt in der inkonstanten Stromversorgung von Leuchtmitteln, die direkt oder indirekt mit Haushaltsstrom betrieben werden. Dessen 230-Volt-Wechselspannung (AC) hat eine Frequenz von 50 Hertz. Das bedeutet, dass es 100 Mal pro Sekunde einen Nulldurchgang gibt, zwei für jede komplette Sinuskurve. Für diese kurzen Momente muss eine Lampe komplett ohne Strom auskommen, wenn keine vorgeschaltete Elektronik für eine gleichmäßigere Versorgung der Leuchtmittel sorgt. Sie flimmert deshalb mehr oder weniger stark im 100-Hertz-Takt.

Selbst unsichtbares Flimmern wirkt noch

Zwar liegt diese Schwankung oberhalb der Flimmerverschmelzungsfrequenz, bis zu der wir pulsierende Lichtreize bewusst im zentralen Sichtfeld wahrnehmen, sie kann aber unbewusst in der dafür sensibleren Peripherie des Auges detektiert werden. Je nach Amplitude, Wellenform, Frequenz und Dauer belastet auch unmerklich instabiles Licht Augenmuskeln und Nervensystem, führt bei photosensiblen Menschen zu Unwohlsein, Stress, schneller Ermüdung sowie Kopfschmerzen und stört die Verarbeitung von Sinnesreizen im Gehirn. Überdurchschnittlich häufig betroffen sind jüngere Menschen, vor allem in der Pubertät.

Außerdem sollten flimmernde Leuchtmittel wegen erhöhter Unfallgefahr durch den Stroboskopeffekt generell nicht bei Arbeiten an Maschinen mit rotierenden oder sonstigen schnell beweglichen Teilen eingesetzt werden. Für jeden sichtbar macht das Problem ein Stab- oder Fächer-Schnelltest, bei dem man einen länglichen Gegenstand (Stift, Maßstab, Lineal etc.) zwischen Lichtquelle und einem dunklem Hintergrund schnell hin- und herbewegt. Je größer der Hell-/Dunkel-Kontrast und je kleiner die Flimmerfrequenz, desto weniger verschwimmt die Bewegung. Stattdessen sehen wir mehrere, schnell aufeinanderfolgende und relativ scharfe Einzelbilder des Stabes (siehe Foto).

Auch Glühlampen können flimmern

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Keinen echten Beweis, jedoch immerhin ein Indiz bietet auch der Blick durch das Display eines Smartphones via Foto- oder Video-App aus kurzer Distanz auf die Lichtquelle: Wenn dunkle horizontale Streifen das normalerweise klare Bild stören (Rolling Shutter), leuchtet das Licht nicht kontinuierlich - je breiter die Streifen, desto schlechter vermutlich die Lampe.

Sehr schön zu beobachten ist das etwa bei Leuchtstoffröhren mit veralteten, konventionellen Vorschaltgeräten, minderwertigen Lampen aus der Frühzeit der Leuchtdiodentechnik oder bei direkt mit Netzstrom versorgten, weitgehend treiberlosen LED-Fadenlampen.

Auch herkömmliche Glühlampen haben mit der unsteten Spannungsversorgung zu kämpfen, verringern aber die Schwankung durch die Temperaturträgheit ihrer Glühfäden. Sie werden deshalb fast durchweg als angenehm empfunden, obwohl sie eine messbare Helligkeitsdifferenz von bis zu rund 20 Prozent bei 100 Hertz haben können. Messungen mit der App Flicker Tester des dänischen Spezialisten Viso Systems ergaben beispielsweise bei einer handelsüblichen, klaren 60-Watt-Glühlampe mit E27-Sockel einen Flimmergrad von 17 Prozent.

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Stabiles LED-Licht ist schwer zu erzeugen 
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Sharra 08. Jul 2019

Du hast 2 gesunde Beine, also kann es keine gebrochenen Beine geben. Nirgends auf der...

Tpircs Avaj 08. Jul 2019

Tolle Esoterik-Schleichwerbung. Welche Werbeagentur steckt dahinter?

Tpircs Avaj 08. Jul 2019

Oder PMS. Oder ne Wasserader unterm Bett.

jkow 06. Jul 2019

Die Tatsache, dass der Lobbyverband der betoffenen Industrie keine entsprechende Studie...

AllDayPiano 05. Jul 2019

Hast Du die Baumansicht an? 100% geht theoretisch mit einer unendlich großen Kapazität...


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