Leckere neue Welt: Die Stadt wird essbar und smart

Obst und Gemüse von der Stadtmauer. Salat und Kräuter aus dem Stadtpark. In essbaren Städten sprießt und gedeiht es, wo sonst Hecken wuchern und Geranien blühen. In manchen Metropolen gibt es gar sprechende Bänke, denkende Mülleimer und Gewächshochhäuser.

Ein Bericht von Daniel Hautmann veröffentlicht am
In der Großstadt lassen sich auch Gemüsearten oder Kartoffeln anpflanzen. Und den Gärtnern ist egal, ob sie Rosen oder Bohnen schneiden.
In der Großstadt lassen sich auch Gemüsearten oder Kartoffeln anpflanzen. Und den Gärtnern ist egal, ob sie Rosen oder Bohnen schneiden. (Bild: Carsten Koall/Getty Images)

Die Zukunft gehört den Städten. Immer mehr Menschen bevölkern den Planeten - und drängen in die Metropolen. Bald, so heißt es, werden wir zehn Milliarden Erdenbürger sein. Doch wie ernährt man so viele Menschen? Manche meinen die Antwort zu kennen: essbare Städte. Das Grün in den öffentlichen Anlagen wäre dann nicht mehr zur Zierde da, sondern zum Verzehr. Nach dem Motto: Pflücken erlaubt statt Betreten verboten.

Inhalt:
  1. Leckere neue Welt: Die Stadt wird essbar und smart
  2. Fische mit Tomaten und vernetzte Parkbänke

Das rheinland-pfälzische Städtchen Andernach ist eine essbare Stadt - und damit Teil einer globalen Bewegung. Hier steht das Gemeinwohl an erster Stelle und nicht der Profit Einzelner. "Uns geht es um eine grüne, lebenswerte Stadt, die den Menschen dient und Begegnungsräume schafft", sagt Pressesprecher Christoph Maurer.

Wo in Andernach ehemals schnöde Grünstreifen, Bäumchen oder Hecken wuchsen, gedeihen nun Äpfel, Kohlrabi oder gar Feigen. Seit neuestem gibt es sogar einen Hühnerstall und eine Weide für Schafe. Die Tiere sind natürlich nicht zum Essen da, vielmehr zur Pflege und zum Düngen der Grünflächen. Und was all die leckeren Sachen betrifft: Die wachsen nicht zufällig in den Parkanlagen rund ums Schloss, auf Spielplätzen oder in den Schulbeeten - nein, sie werden von den städtischen Gärtnern angepflanzt. Das ist für die Kommune oft sogar günstiger als die gewohnten Beete für Saisonblumen, die mehrmals pro Jahr aufwendig ausgetauscht und bewässert werden müssen.

Die Gärtner orientieren sich dabei an den Grundsätzen der Permakultur. Diese "dauerhafte Landwirtschaft" ist so angelegt, dass sich die Natur selbst erhält. Es geht um geschlossene Kreisläufe, die gleichsam Mensch und Natur dienen. Dennoch sind die Erträge bei der Permakultur in der Regel höher - auf engerem Raum wachsen mehr Pflanzen, die sich gegenseitig unterstützen. Für die Gärtner der Stadt bleibt die Arbeit dieselbe: "Ob die nun Rosen oder Bohnen schneiden, ist ja egal", sagt Maurer.

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Andernach ist längst nicht allein: Bundesweit gibt es weit über 100 dieser essbaren Städte. Die Beweggründe sind vielfältig, wie Norbert Nähr sagt, der mit seiner Kommunikationsagentur Superurban Gemeinwohl-Themen promotet: "Den einen geht es darum, in unserem digital geprägten Alltag natürliche Kreisläufe stärker ins Bewusstsein zu rücken. Die anderen sind überzeugt, dass urbane Landwirtschaft ein ökologisches und wirtschaftliches Zukunftsmodell ist, weil sie nah am Endverbraucher stattfindet und kurze Transportwege garantiert."

Die Grundidee zur essbaren Stadt stammt vermutlich aus Todmorden in der nordenglischen Grafschaft West Yorkshire. Dort begann man bereits 2008, Grünanlagen in Beete zu verwandeln. Heute ist Todmorden viel mehr als das: Das Projekt Incredible Edible (dt.: unglaublich essbar) hat gezeigt, dass es sogar möglich ist, eine ganze Stadt durch den Eigenanbau von Lebensmitteln komplett selbst zu versorgen.

Ob sich allein mit dem Obst und Gemüse aus dem Stadtgarten Millionen Menschen moderner Metropolen ernähren lassen, ist fraglich.

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Fische mit Tomaten und vernetzte Parkbänke 
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M.P. 24. Aug 2018

"Watt Krupp in Essen sind wir in Trinken" ;-)

M.P. 24. Aug 2018

Wenn weniger Überstunden gemacht werden, weil die Arbeitnehmer lieber in ihren Beeten...

M.P. 24. Aug 2018

Mars enthält viel zu viel Zucker, und ist deshalb abzulehnen. https://upload.wikimedia...

teenriot* 10. Aug 2018

Das bestreite ich ja nicht nicht. Es braucht aber eben keine neue Technik, sondern einen...



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