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Lebensretter: Facebook fordert Mitglieder zur Organspende auf

Facebook -Mitglieder sollen Menschen helfen, die eine Organspende brauchen. Dazu fordern Konzernchef Mark Zuckerberg und Vizechefin Sheryl Sandberg auf. Eine Expertin in den USA erhofft sich von der Aktion einen gewaltigen Anstieg von staatlich registrierten Spendern.
Aktualisiert am , veröffentlicht am / Achim Sawall
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Bild: Facebook

Facebook bittet seine Mitglieder in den USA und Großbritannien, ihren Status als Organspender sichtbar anzugeben und damit dafür zu werben, Menschen zu helfen, die auf ein Spenderorgan warten. Das gaben Firmengründer Mark Zuckerberg und Vizechefin Sheryl Sandberg am 1. Mai 2012(öffnet im neuen Fenster) unter der Überschrift "Organspenden: Freunde retten Leben" bekannt. Das soziale Netzwerk hat in den USA 161 Millionen Mitglieder. In dem Land sterben laut Angaben der New York Times jährlich fast 7.000 Menschen, die keinen Organspender finden.

In Großbritannien hat Facebook rund 30 Millionen Mitglieder, weltweit sind es nach aktuellen Angaben 900 Millionen. Ob eine Einführung der Anzeige des Organspenderstatus auch in Deutschland geplant ist, hat eine Facebook-Sprecherin auf Anfrage von Golem.de nicht beantwortet: "Wir haben diese Möglichkeit nun in den USA und in Großbritannien gelauncht und hoffen, dass wir dies in Zukunft in weiteren Ländern anbieten können" , sagte sie.

Facebook-Mitglieder können die Angaben in der Rubrik "Gesundheit & Wellness" machen und dabei auch erklären, warum sie sich entschlossen haben, Organspender zu werden. Der Bereich ist auch zur staatlichen Registrierungsstelle für Organspenden verlinkt.

"Explosionsartiger Anstieg der Registrierungen" erhofft

Charlene R. Zettel, Chefin von Donate Life California, erklärte der New York Times(öffnet im neuen Fenster) , wenn von Verstorbenen oder beispielsweise komatösen Patienten, die als Organspender infrage kämen, keine Einwilligung zur Organspende vorliege, müssten die Ärzte erst die Angehörigen kontaktieren. Dabei werde meist eine Zustimmung erzielt, eine Erklärung bei Facebook könne den Prozess aber beschleunigen. Eine nichtstaatliche Registrierung ersetze sie allerdings nicht.

"Wir wollen nicht, dass Menschen nun meinen, dass es ausreicht, ihre Entscheidung zu spenden auf Facebook abzugeben. Wir müssen Menschen wirklich ermutigen, zu der staatlichen Registrierung zu gehen." Zetel erhofft sich von der Facebook-Aktion aber "einen explosionsartigen Anstieg bei den Registrierungen."

Nachtrag vom 2. Mai 2012, 12:22 Uhr

Zuckerberg sagte in einem Interview mit ABC(öffnet im neuen Fenster) , dass ihm seine Freundschaft mit Apple-Gründer Steve Jobs bei der Entscheidung für die Aktion geholfen habe. Jobs bekam im April 2009 eine Lebertransplantation, er starb im Oktober 2011 an einer seltenen Form von Bauchspeicheldrüsenkrebs, einem neuroendokrinen Inselzellentumor.


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