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Die Atmosphäre als Isolationsdecke

Bei der Untersuchung zeigte sich, dass vor allem die Atmosphäre für die Wärmespeicherung entscheidend ist. Kohlendioxid (CO₂) würde in der extremen Kälte des interstellaren Raums kondensieren, wodurch die Atmosphäre kollabieren und die Wärme entweichen würde. Jedoch können kollidierende Wasserstoffmoleküle unter hohem Druck Wärme absorbieren, die sonst ins All abgestrahlt würde. Somit wirkt eine dichte Wasserstoffatmosphäre wie eine Isolationsschicht.

Die Computersimulationen ergaben, dass ein erdgroßer Mond in der Umlaufbahn eines jupiterähnlichen Vagabundenplaneten unter diesen Bedingungen bis zu 4,3 Milliarden Jahre lang warm genug für flüssiges Wasser bleiben könnte. Dies entspricht nahezu dem bisherigen Alter der Erde.

Die Ergebnisse erweitern das Spektrum potenziell bewohnbarer Umgebungen im Universum erheblich. Leben könnte demnach nicht nur in sonnennahen Systemen, sondern selbst in den dunkelsten Regionen der Galaxie entstehen und fortbestehen. "Die Wiege des Lebens erfordert nicht unbedingt eine Sonne" , erklärte David Dahlbüdding, Doktorand an der LMU(öffnet im neuen Fenster) .

Zur Studie

Die Studie wurde am 24. Februar 2026 in der Fachzeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht: Habitability of Tidally Heated H₂-Dominated Exomoons around Free-Floating Planets(öffnet im neuen Fenster) (Bewohnbarkeit von durch Gezeitenkräfte erwärmten, H₂-dominierten Exomonden, die sich um frei schwebende Planeten befinden).


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