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Leben im All: Moossporen überleben außen an der ISS

Neun Monate lang waren die Sporenkapseln ohne den Schutz der Atmosphäre im niedrigen Orbit. Der zukünftige Einsatz außerhalb der Erde ist denkbar.
/ Mario Petzold
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Sporophyten von Moosen sind nahezu unverwüstlich. (Bild: Wikipedia/Manuel Mildner, Annette Hohe)
Sporophyten von Moosen sind nahezu unverwüstlich. Bild: Wikipedia/Manuel Mildner, Annette Hohe

Laut einer Studie der Universität von Hokkaido, frei zugänglich veröffentlicht in iScience(öffnet im neuen Fenster) , überlebten Sporenkapseln der Moosart Physcomitrella patens außerhalb der ISS. Anschließend waren noch 80 Prozent davon lebensfähig.

Verantwortlich für die Überlebensfähigkeit ist die Außenhülle der Sporen, die auch auf der Erde Extrembedingungen standhält. So kommen unterschiedliche Moosarten auch in Wüsten und Polargebieten vor und keimen erst dann, wenn entweder ausreichend Wasser vorhanden ist oder die Temperaturen hoch genug sind.

Weitere Extrembedingungen untersucht

Neben der tatsächlichen Überlebensfähigkeit im niedrigen Erdorbit wurden im Labor zusätzliche Extreme untersucht. Unter anderen wurden die Sporenkapseln Temperaturen von -196 °C ausgesetzt, um Reisen durch den Weltraum zu simulieren. Die Lebensfähigkeit lag nach 8 Tagen noch bei 9 Prozent.

Ein nahezu vollständiges Vakuum allein hatte dagegen im Grunde keinen Einfluss. Auch die übliche Jahresdosis der UV-Strahlung im Vakuum kann den Sporen wenig anhaben. Das Forschungsteam geht davon aus, dass eine Aufenthaltsdauer von mehr als einem Jahr im Weltall problemlos möglich ist.

UV-Strahlung im Vakuum zählt zu den hochenergetischen Strahlungsarten und ist stark gesundheitsgefährdend. Allerdings wird die Strahlung von Luftsauerstoff absorbiert und kann sich in der Atmosphäre nicht ausbreiten.

Pionierpflanze für zukünftige Kolonien

Schließlich wurden die Sporophyten des Mooses extrem hohen Strahlenbelastungen ausgesetzt. Im Gegensatz zu den Brutzellen der Moose überlebten die Sporenkapseln auch solche Bedingungen. Das gilt allerdings auch für einige Samen, unter anderem von Kresse und Tabakpflanzen, die in anderen Studien untersucht wurden.

Die Hoffnung ist, aus den Experimenten geeignete Pionierpflanzen ausfindig zu machen, die sich auf dem Mond oder auf dem Mars als lebensfähig erweisen könnten.


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