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Leben im All: Backhefe könnte auf dem Mars überleben

Für eine Studie sind Pilze Bedingungen wie auf dem Mars ausgesetzt worden. Die Erkenntnisse sind auch für zukünftige Marsmissionen wichtig.
/ Mario Petzold
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Künstlerische Darstellung des Mars, wie er vor vier Milliarden Jahren ausgesehen haben könnte. (Bild: ESO/M. Kornmesser)
Künstlerische Darstellung des Mars, wie er vor vier Milliarden Jahren ausgesehen haben könnte. Bild: ESO/M. Kornmesser

Ein Forschungsteam am Indian Institute of Science in Bangalore hat die Überlebensfähigkeit von Backhefe(öffnet im neuen Fenster) , genauer Saccharomyces cerevisiae, unter Bedingungen untersucht, die auf dem Mars vorherrschen. Die Pilze, im Jahr 2022 zum Mikrobiom des Jahres gewählt, mussten Schockwellen überstehen, die durch Asteroideneinschläge verursacht werden könnten. Zudem wurden sie hohen Konzentrationen von Perchloraten ausgesetzt, die denen in untersuchten Marsproben entsprechen.

Die Backhefe wurde verwendet, weil Hefen im Allgemeinen als unverwüstliche Organismen gelten. Zudem wurde der konkrete Stamm bereits im Weltall verschiedenen Experimenten unterzogen, so dass auf weitere Daten zurückgegriffen werden konnte.

Stress im Weltall

Untersucht wurde nun die Reaktion auf die lebensfeindlichen Bedingungen, auf die die Hefen mit einem verlangsamten Wachstum reagierten. Außerdem bildeten sie Ribonukleoprotein-Kondensate. Diese koordinieren die Stressreaktion von Zellen, indem sie verhindern, dass fehlerhaftes Erbgut übertragen wird.

Erst wenn die Stress auslösenden Faktoren nicht mehr vorhanden sind, wird wieder ein normales Wachstumstempo eingestellt. Als Kontrolle wurde eine Mutation, ein Hefestamm mit eingeschränkter Fähigkeit zur Ribonukleoprotein-Bildung, eingesetzt. Diese zeigte wesentlich schlechtere Überlebenschancen in marsähnlicher Umgebung.

Von der Hefe zum Mensch

Wichtig ist diese Erkenntnis deshalb, weil sich diese Schutzfunktion bis zum Menschen erhalten hat. Unsere Zellen reagieren somit mit dem gleichen Mechanismus wie die der Backhefe.

Dementsprechend schlägt die Studie, die in RNA Biology(öffnet im neuen Fenster) frei zugänglich veröffentlicht wurde, einen neuen Ansatz vor, um den Gesundheitszustand von Lebensformen zu überwachen. Die Ribonukleoprotein-Kondensate sollen als Biomarker bei Weltraumflügen dienen und den Stress, der auf den Organismus wirkt, besser sichtbar machen.


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