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Guter Verbrauch, geringe Ladeleistung im Winter

In der Stadt verbraucht der B10 bei uns bei einer Außentemperatur von 8° C 13 kWh/100 km. Das ergibt eine Reichweite von 516 km, im Bereich zwischen 80 und 10 Prozent 360 km. Bei -3° C und einer kurzen Fahrt auf der Stadtautobahn (60 beziehungsweise 80 km/h) liegt der Verbraucht bei 15,9 kWh/100 km. Das reicht theoretisch für 422 km beziehungsweise 295 km im Bereich von 80 auf 10 Prozent.

Auf der Autobahn verbraucht der B10 bei 1 Grad Außentemperatur und Geschwindigkeiten nicht höher als 130 km/h 23,3 kWh/100 km. Das reicht für 288 km beziehungsweise 201 km im Bereich von 80 bis 10 Prozent. Bei maximal 160 km/h kommen wir auf 25,3 kWh/100 km, also einer Reichweite von 265 km beziehungsweise 185 km zwischen 80 und 10 Prozent.

Der Verbrauch des B10 ist angesichts des kalten Wetters recht gut – wir sind schon Autos gefahren, die bei wärmerem Wetter mehr brauchten. Die für unseren Geschmack ausreichende, aber nicht besonders hohe Motorleistung trägt sicher positiv zum Verbrauch bei.

Die maximale Ladeleistung haben wir nie erreicht

So gut uns der Verbrauch gefällt, so wenig begeistert sind wir von der Ladeleistung des B10. Das Fahrzeug soll eigentlich mit bis zu 168 kW laden – diese Zahl haben wir in unserem Test nie erreicht. Natürlich: Es war noch Winter, als wir den B10 ausprobiert haben; aber mehr als zwischen 55 und 85 kW Ladeleistung hätte in unserem Test eigentlich drin sein müssen.

Entsprechend standen wir deutlich länger an der Ladestation, als Leapmotor in den technischen Daten des B10 angibt. Dort steht, dass das Auto in 20 Minuten von 30 auf 80 Prozent laden kann. Im Sommer mag das stimmen, im Winter nicht.

Dabei hat der B10 dem Hersteller zufolge eine Batteriekonditionierung, die durch Vorheizen der Akkus eigentlich dafür sorgen sollte, dass sie besser an einer Schnellladesäule aufgeladen werden können. Laut Leapmotor findet die Konditionierung automatisch statt, sobald es kalt ist – ist allerdings nicht mit dem Navigationssystem verbunden.

Entsprechend brachte es uns auch nichts, dass wir während einer längeren Fahrt eine Schnellladesäule im Navigationssystem ansteuerten: Bei anderen Elektroautos wird rechtzeitig vor Erreichen der Ladestation der Akku vorgewärmt, beim Leapmotor offenbar nicht. Wir schließen nicht aus, dass es eine Akkuheizung gibt – sie scheint aber mehr auf die Effizienz beim Fahren ausgerichtet zu sein als auf das Laden.

Vorkonditionierung nur per App manuell auslösbar

Nutzer können die Vorkonditionierung laut Leapmotor auch manuell auslösen – allerdings nur über die App, nicht über das Infotainment-System. Das halten wir für eine Nachlässigkeit, die Leapmotor schnell beheben sollte. Wir hatten keinen Zugriff auf die App, weswegen wir sie nicht ausprobieren konnten.

Mit einer ordentlichen Vorkonditionierung sollte sich der B10 im Winter wesentlich besser auf der Langstrecke schlagen können als jetzt. Die Akkugröße von 67,1 kWh ist ja eigentlich ausreichend, um auch längere Touren machen zu können – zwar mit mehr Stopps als bei anderen Autos, aber immer noch problemlos machbar.


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