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LeakID: Microsoft feuert Anti-Piracy-Unternehmen

Nach einer Serie peinlicher Fehlleistungen trennt sich Microsoft von LeakID. Die automatisierten Sperraufforderungen für Googles Suchindex wegen Urheberrechtsverletzungen bezogen sich auf Wikipedia, Microsofts eigene Angebote und einen Pornofilm.
/ Achim Sawall
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Bild: Nicholas Kamm/AFP/Getty Images

Nach vielen Fehlleistungen hat Microsoft die Zusammenarbeit mit dem Anti-Piraterie-Unternehmen LeakID beendet. Das berichtet das Onlinemagazin Torrentfreak(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf einen Unternehmenssprecher.

Laut Torrentfreak hatte LeakID Digital Millennium Copyright Act Takedown Requests an Google versandt, die den Suchmaschinenbetreiber aufforderten(öffnet im neuen Fenster) , Bereiche auf dem Webserver Microsofts, einen Wikipedia-Artikel über Microsoft Office und das Open-Source-Projekt Sharepoint Template, das bei Sourceforge gehostet wird, aus dem Index zu nehmen. Zudem machte LeakID das Urheberrecht an einem Pornofilm für Microsoft geltend.

Ein Microsoft-Sprecher erklärte Torrentfreak: "Microsoft setzt sich dafür ein, dass die Durchsetzung seiner Rechte angemessen und völlig korrekt erfolgt. Wir untersuchen die Umstände dieses Takedowns und haben den Anbieter angewiesen, dass er nicht mehr berechtigt ist, Anzeigen in unserem Namen zu versenden." Bereits im Juli 2013 war das französische Unternehmen wegen falscher Digital Millennium Copyright Act Takedown Requests aufgefallen .

Nach dem Digital Millennium Copyright Act (DMCA) muss Google Links, die auf Inhalte verweisen, die das Urheberrecht verletzen, aus dem Index seiner Suchmaschine entfernen.

Bis Ende Juli 2013 bekam Google(öffnet im neuen Fenster) Sperraufforderungen im Namen von Rechteinhabern zu über 100 Millionen URLs.

Die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation hatte 2012 versucht, die automatischen und von Menschen ungeprüften DMCA-Sperranforderungen wegen Fahrlässigkeit unter Strafe zu stellen. Der Vorstoß blieb jedoch erfolglos.


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