Abo
  • Services:

League of Legends: Sexismus-Vorwürfe gegen Gründer von Riot Games

Seit einigen Wochen gibt es Berichte über Probleme mit der Firmenkultur bei Riot Games, dem Studio hinter League of Legends. Nun hat das Unternehmen seine Pläne vorgestellt, wie es mit dem Thema umgehen will - fast gleichzeitig gibt es neue Vorwürfe auch gegen einen der Gründer.

Artikel veröffentlicht am ,
Artwork von League of Legends
Artwork von League of Legends (Bild: Riot Games)

Das Entwicklerstudio Riot Games ist bekannt dafür, mit Cheatern und anderen problematischen Mitgliedern der Community von League of Legends ungewöhnlich clever umzugehen - etwa durch von Psychologen entworfene Verfahren, die gewünschtes Verhalten belohnen. Innerhalb der Belegschaft tut sich die kalifornische Firma offenbar schwer mit einem guten Umgang miteinander: Es gibt Berichte von massiven verbalen und sozialen Übergriffen innerhalb der Teams.

Stellenmarkt
  1. PKF Fasselt Schlage Partnerschaft mbB, Braunschweig
  2. Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main

Ein ehemaliger Angestellter hat in einem langen Blogeintrag auch Vorwürfe gegen die Gründer erhoben. Der leitende Entwickler Barry Hawkins war von 2012 bis 2014 bei Riot Games, jetzt arbeitet er bei Blizzard. Hawkins schreibt unter anderem, dass Riot-Gründer Brandon Beck bei einem Firmenmeeting in Anwesenheit unter anderem des zweiten Gründers Marc Merrill über Verhandlungen mit Bewerbern mit dem Spruch "Nein heißt nicht immer Nein" gescherzt habe, was nach Auffassung von Hawkins als Anspielung auf Ausreden für sexuellen Missbrauch und Vergewaltigungen gemeint gewesen sei.

Der Spruch sei trotz spürbar angespannter Stimmung am gleichen Tag noch sehr prominent in einer Präsentation aufgetaucht. Hawkins schreibt, dass er wenig später von einigen seiner Mitarbeiterinnen, die bei dem Treffen nicht selbst anwesend waren, aber davon gehört hatten, auf die Äußerungen angesprochen worden sei. Die Frauen seien spürbar verletzt und verstört von den Vorgängen in ihrer Firma gewesen.

Das Ganze habe dann zu weiteren Diskussionen mit dem leitenden Management geführt, das sein Verhalten verteidigt habe. Der Chef der Kommunikationsabteilung etwa habe gesagt, dass "Riot ohne diese Kanten so formlos und langweilig würde wie EA oder Blizzard." Als sich die Leiterin der Rechtsabteilung zu möglichen geschäftlichen Folgen der Äußerungen von Brandon Beck - die es durchaus geben könnte - äußern wollte, habe der Gründer die Diskussion unterbunden.

Hintergrund dieses und einer Reihe ähnlicher, wesentlich weniger detailreicher Berichte von ehemaligen Angestellten ist ein Bericht des US-Magazins Kotaku von Anfang August 2018. Auch darin ging es um schwerwiegende Probleme innerhalb vieler Teams bei Riot Games: Es ging um Übergriffe, sich im Laufe der Zeit hochschaukelnden Machismus, um nicht erträgliche Anzüglichkeiten sowie um strukturelle Benachteiligungen von Frauen und Minderheiten.

Riot Games hatte sich seitdem öffentlich nur in kurzen und nichtssagenden Erklärungen geäußert - man wolle die Angelegenheit zuerst intern untersuchen. Jetzt hat sich das Unternehmen auf seiner Webseite zu Wort gemeldet. Es entschuldigt sich bei Angestellten, ehemaligen Beschäftigten und freien Mitarbeitern: "Es tut uns leid, dass Riot nicht immer der Arbeitgeber ist - oder war -, den wir euch versprochen haben."

Das Unternehmen will sich von zwei führenden Beratungsfirmen beim Umgestalten der Firmenkultur helfen lassen. Außerdem soll es eine neue Leitung für Personalangelegenheiten geben sowie den Posten des Chief Diversity Officer, der Teil der obersten Firmenführung sein soll. Dazu kommen neben weiteren Untersuchungen auch Schulungen für die Mitarbeiter.

Wer genau die Erklärung verfasst hat, ist übrigens nicht klar. Beck und Merrill hatten sich schon vor einiger Zeit aus dem Topmanagement zurückgezogen, sie wollten sich wieder verstärkt um die eigentliche Spielentwicklung kümmern. Ihre Firmenanteile haben sie in mehreren Schritten bis Ende 2015 vollständig an den chinesischen Onlinekonzern Tencent verkauft.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 32,25€ (5% Extra-Rabatt mit Gutschein GRCCIVGS (Uplay-Aktivierung))
  2. (-62%) 11,50€
  3. 32,99€
  4. ab 0,88€ (u. a. Magicka 2, Darkest Hour)

FreiGeistler 31. Aug 2018

Es gibt von EA kaum Spiele auf GoG, ohne DRM. Die Sims 2 + 3 hätte ich schon gerne mal...

Handle 31. Aug 2018

Mir ist völlig schleierhaft, wie der jemals so erfolgreich werden konnte.

SchreibenderLeser 31. Aug 2018

Also geht es um aggressives Versuch, erfolgreiche Mitarbeiter der Konkurrenz abzuwerben...

Vaako 30. Aug 2018

"Get woke, go broke." Und ja ich teile deine Auffassung. Bei solchen Sprüchen sollen sie...


Folgen Sie uns
       


Nubia Red Magic Mars - Hands on (CES 2019)

Das Red Magic Mars von Nubia ist ein Gaming-Smartphone mit guter Hardware - und einem ziemlich guten Preis.

Nubia Red Magic Mars - Hands on (CES 2019) Video aufrufen
IT-Jobporträt Spieleprogrammierer: Ich habe mehr Code gelöscht als geschrieben
IT-Jobporträt Spieleprogrammierer
"Ich habe mehr Code gelöscht als geschrieben"

Wenn man im Game durch die weite Steppe reitet, auf Renaissance-Hausdächern kämpft oder stundenlang Rätsel löst, fragt man sich manchmal, wer das alles in Code geschrieben hat. Ein Spieleprogrammierer von Ubisoft sagt: Wer in dem Traumjob arbeiten will, braucht vor allem Geduld.
Von Maja Hoock

  1. Recruiting Wenn die KI passende Mitarbeiter findet
  2. Softwareentwicklung Agiles Arbeiten - ein Fallbeispiel
  3. IT-Jobs Ein Jahr als Freelancer

Mac Mini mit eGPU im Test: Externe Grafik macht den Mini zum Pro
Mac Mini mit eGPU im Test
Externe Grafik macht den Mini zum Pro

Der Mac Mini mit Hexacore-CPU eignet sich zwar gut für Xcode. Wer eine GPU-Beschleunigung braucht, muss aber zum iMac (Pro) greifen - oder eine externe Grafikkarte anschließen. Per eGPU ausgerüstet wird der Mac Mini viel schneller und auch preislich kann sich das lohnen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Apple Mac Mini (Late 2018) im Test Tolles teures Teil - aber für wen?
  2. Apple Mac Mini wird grau und schnell
  3. Neue Produkte Apple will Mac Mini und Macbook Air neu auflegen

Enterprise Resource Planning: Drei Gründe für das Scheitern von SAP-Projekten
Enterprise Resource Planning
Drei Gründe für das Scheitern von SAP-Projekten

Projekte mit der Software von SAP? Da verdrehen viele IT-Experten die Augen. Prominente Beispiele von Lidl und Haribo aus dem vergangenen Jahr scheinen diese These zu bestätigen: Gerade SAP-Projekte laufen selten in time, in budget und in quality. Dafür gibt es Gründe - und Gegenmaßnahmen.
Von Markus Kammermeier


      •  /