Lavabit-Gründer: "Ich weiß nicht, ob ich heute noch verhaftet werde"
Der Gründer des Webmail-Dienstes Lavabit kann nicht sagen, wie die Auseinandersetzung mit den US-Behörden ausgehen wird. "Auch heute weiß ich nicht, ob ich verhaftet werde" , sagte Ladar Levison der New York Times(öffnet im neuen Fenster) . Er stelle sich auf eine lange juristische Auseinandersetzung ein.
Levison hatte am 8. August 2013 seinen verschlüsselten E-Mail-Dienst eingestellt, weil er sein Unternehmen nicht zum Komplizen des US-Geheimdienstes machen wolle, wie er sagte. Edward Snowden soll die Dienste von Lavabit verwendet haben: Er gab die Adresse edsnowden@lavabit.com auf dem Moskauer Scheremetjewo-Flughafen an.
Levison sagte: "Ich bin konfrontiert mit Gerichtsbeschlüssen, in denen die Regierung Zugang zu allem bekommen will." Levison bekam für seine Tat breite Unterstützung. Bereits am 10. August 2013 waren für die Rechtsanwaltskosten des Unternehmens über Paypal 90.000 US-Dollar gespendet worden.
Phil Zimmermanns Unternehmen Silent Circle stellte daraufhin seinen verschlüsselten E-Mail-Dienst ein und vernichtete alle Daten . Lavabit hätte die Daten weiter auf den Servern gespeichert, sagte Levison. Er erklärte, ihm sei verboten worden, Gründe zu nennen oder zu sagen, ob es Gerichtsbeschlüsse dazu gebe.
Zimmermann, der Entwickler der Verschlüsselungssoftware PGP, erklärte im Gespräch mit Gigaom(öffnet im neuen Fenster) , die Überwachung habe ein bisher ungekanntes Ausmaß erreicht. "Ich glaube nicht, dass dies allein durch Verschlüsselung gelöst werden kann." Die Bevölkerung müsse darauf reagieren. Vielleicht sei es möglich, dass Internetfirmen Druck ausüben, wegen des wirtschaftlichen Schadens, wenn "die Welt sich von uns abwendet" .
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